Jenson Button sagt 'Goodbye': Der Formel-1-Weltmeister von 2009 hat angekündigt, seine Profi-Karriere im Motorsport nach dem Saisonende an den Nagel zu hängen. Button bestreitet demnach am 08. November beim Finale der Langstrecken-WM in Bahrain sein letztes Rennen in einer professionellen Rennserie. Dass der Brite nach 2025 aus der WEC zurücktreten werde, hatte er schon im Juli verkündet - jetzt zieht Button aber einen kompletten Strich unter seine jahrzehntelange Zeit als Renn-Profi.

"Das (Bahrain) wird mein letztes Rennen sein", sagte der 45-Jährige jüngst der britischen BBC. "Ich habe Bahrain immer gemocht. Ich denke, es ist eine spaßige Strecke, und ich werde es so sehr genießen, wie ich kann, weil dies das Ende meiner professionellen Rennkarriere sein wird." Button teilt sich in der laufenden WEC-Saison einen Cadillac V-Series.R mit seinen erfahrenen Teamkollegen Earl Bamber und Sebastien Bourdais.

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Jenson Button macht Schluss: "Leben ist zu hektisch geworden"

Button startet seit 2024 in der Hypercar-Klasse der WEC für das britische Team Jota um Teamchef Dieter Gass. Button, der schon länger mit dem Gedanken gespielt hatte, aus der Serie auszusteigen, blieb, als das Team im Winter vom Porsche-Kundenrennstall zum Cadillac-Werksteam aufstieg. Mit dem bevorstehenden 8-Stunden-Rennen in Bahrain endet dieses Kapitel bald. Wer bei Jota-Cadillac auf Button folgen wird, ist öffentlich noch nicht bekannt.

"Ich habe meine Zeit mit Jota in der WEC wirklich genossen, aber mein Leben ist viel zu hektisch geworden", sagte Button. "Und es ist weder fair für das Team noch für mich selbst, 2026 anzutreten und zu denken, dass ich genug Zeit dafür haben werde." Schon im Juli hatte er erklärt, künftig mehr Zeit mit seiner Familie und den beiden Kindern verbringen zu wollen.

Button heute: "Meine Kinder sind vier und sechs Jahre alt. Und du bist eine Woche weg, verpasst so viel, und du bekommst diese Zeit nicht zurück. Ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten Jahren viel verpasst habe, was in Ordnung war, weil ich wusste, dass es passieren würde. Ich bin aber nicht bereit, das noch eine weitere Saison zu tun."

Mit dem Profisport ist für Button bald Feierabend nach 306 Formel-1-Rennen, 21 WEC-Starts, zwei Saisons in der japanischen Super GT und weiteren Rennsport-Ausflügen, doch die Freude am Fahren hat er nicht verloren: "Ich habe Oldtimer, die ich gerne fahre. Für mich ist das aufregend, weil es meine Autos sind - Autos, die ich besitze - und ich liebe den mechanischen Aspekt. Es ist sehr anders als die Autos, in denen ich in der WEC und der F1 fahre, du bist wirklich mit ihnen verbunden."

Jenson Button beim WEC-Rennen in Sao Paulo 2025 auf dem Podium
Jenson Button auf dem Podest beim WEC-Rennen in Sao Paulo, Foto: IMAGO/Fotoarena

Button in der WEC: Vom Cadillac-Crash aufs Podium

Button errang seinen größten Erfolg in der WEC beim 6-Stunden-Rennen von Sao Paulo am 13. Juli: Beim Doppelsieg von Jota-Cadillac belegte er zusammen mit Bamber und Bourdais den zweiten Platz. Für den US-Autobauer war es der erste Sieg seit dem WEC-Einstieg 2023, für Button das zweite Podium nach 2018, als er damals mit dem russischen LMP1-Team SMP Racing in Shanghai auf P3 gefahren war.

Button blickt auf eine Saison mit Höhen und Tiefen beim Cadillac-Werksteam zurück: Beim Saisonauftakt in Katar kollidierten Button und Markenkollege Lynn in Führung liegend während einer Safety-Car-Phase und schossen sich gegenseitig ins Aus. Beim zweiten Rennen in Imola fuhren beide Cadillac hinterher, bevor in Spa immerhin die Plätze fünf und sechs heraussprangen.

Beim Saisonhighlight, den 24 Stunden von Le Mans, schockte Cadillac die WEC-Konkurrenz mit der Doppel-Pole, konnte im Rennen aber nicht mit den dominanten Ferrari mithalten. Die Plätze vier für Lynn/Stevens/Nato und sieben für Button/Bamber/Bourdais zeigten aber einmal mehr das Potenzial des US-amerikanischen Prototypen auf, das schließlich im ersten Doppelsieg mündete. Button und Co. belegten in den darauffolgenden Rennen in Austin und Fuji die Plätze sechs und 13.

Nach Formel-1-Ende: Motorsport-Abenteurer Jenson Button

Button probierte sich nach dem Ende seiner Formel-1-Karriere 2016 in zahlreichen Kategorien des Rennsports aus. 2018 und 2019 ging er in der japanischen Super-GT-Serie an den Start. 2018 gewann er die Super-GT-Meisterschaft sogar mit seinem Honda-Teamkollegen Naoki Yamamoto. Hinzu kamen jeweils ein Gastauftritt in der Formel 1 2017, bei den 24 Stunden von Le Mans 2018 sowie in der DTM 2019 beim Hockenheim-Showrennen mit der Super GT.

Nach Buttons Abschied aus Japan Ende 2019 wurde es zunächst ruhig um ihn. 2020 (British GT) und 2021 (Extreme E mit seinem eigenen JBXE-Team) fuhr er jeweils nur ein Rennen, 2022 blieb er völlig ohne Einsatz. 2023 betrat Button unbekanntes Terrain: Er absolvierte neben einem IMSA-Rennen auch drei Gaststarts in der NASCAR-Serie und ging gemeinsam mit Ex-DTM-Champion Mike Rockenfeller und dem siebenfachen NASCAR-Champion Jimmie Johnson mit einem NASCAR-Camaro bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start.