Formel 1

Formel 1 Japan 2017: Die Tops & Flops beim F1-Rennen in Suzuka

Der Japan GP der Formel 1 2017 lieferte einige Kuriositäten. Ob High- oder Lowlight - das waren in Suzuka die größten Aufreger. Unsere Tops & Flops.
von Jonas Fehling

Top: Ferrari-Sprecher bringt Brüller des Jahres

Ganz heißer Anwärter auf den Spruch der Formel-1-Saison 2017: "Es ist nichts Seriöses", versuchte Ferrari-Sprecher Alberto Antonini bei RTL in der Startaufstellung im nächsten Motoren-Drama rund um Sebastian Vettels Auto zu beruhigen.

Der Italiener mit ordentlichen Deutschkenntnissen hatte in all der Aufregung schlicht falsch übersetzt, meinte eigentlich das englische Wort "serious", wollte also sagen, es sei "nicht Ernstes". Genau das war das Zündkerzen-Problem am Vettel-Ferrari allerdings sehr wohl. "Nichts Seriöses" war damit irgendwie doch viel treffender ...

Flop: McLaren-Honda 'vergoldet' Bilanz beim Heimrennen

Alle guten Dinge sind drei, heißt es. Alle schlechten mit Blick durch die McLaren-Honda-Brille leider auch. Auch beim dritten und letzten gemeinsamen Heimrennen mit Partner Honda seit der neuen Kooperation war für McLaren nichts zu holen: Wie schon 2015 und 2016 blieb das Team in Suzuka punktlos. Dabei hatten sich Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne Punkte vorgenommen und als absolut realistisch eingeschätzt. Doch ein Leck an Alonsos Auto führte zu 20 Strafplätzen während Vandoorne im Start-Chaos alle Chancen einbüßte. Sayonara last chance for home glory.

Top: Wetterfrösche mit Meisterleistung

Wetterkapriolen im Freitagstraining, klare Besserung über Nacht und sogar purer Sonnenschein und für japanische Verhältnisse fast schon Hitze kündigten uns die Meteorologen für Suzuka an. Und diesmal kam es mal nicht anders wie so oft beim Wetterbericht. Extrem präzise traten die angekündigten Bedingungen ein. Chapeau!

Ferrari-Defektserie: Kosten Ausfälle Vettel den F1-Titel 2017?: (03:44 Min.)

Flop: Formel 1 oder Super Formula? Verwirrung um Gasly

Fährt er oder fährt er nicht? Kein Mensch auf dieser Welt scheint aktuell zu wissen, ob Pierre Gasly auch beim USA GP in Austin wieder im Toro Rosso sitzen wird. Am wenigsten vielleicht er selbst. Am Samstagabend schickte Red Bulls Juniorteam als Reaktion auf das überraschende F1-Aus Jolyon Palmers bei Renault und den vorzeitigen Wechsel Carlos Sainz' zu den Franzosen eine Pressemitteilung, in der es die Rückkehr Daniil Kvyats in den USA angekündigte, gleichzeitig Pierre Gasly als Fahrer für Austin bestätigte.

Doch von Red Bulls Seite hörte man, diese Mitteilung sei falsch. Kann Gasly also nicht in den USA starten, weil Honda (2018 Motorenlieferer für Toro Rosso) wünscht, dass der Franzose das Finale in der japanischen Super Formula bestreitet? Dort verfügt Gasly über ausgezeichnete Titelchancen. Aber es wird noch kurioser: Von Honda-Seiten soll es nämlich auch Stimmen geben, die sagen, man sehe Gasly viel lieber im Toro Rosso, um ihm mehr F1-Erfahrung zukommen zu lassen, würde dafür sogar eine Niederlage gegen Erzfeind Toyota in der heimischen Rennserie akzeptieren.

Doch wie groß wäre der Erkenntnisgewinn angesichts der aktuellen Performance des Juniorteams überhaupt? Fraglich ist zudem, wer Gasly überhaupt ersetzen könnte. Richtig gute Alternativen gibt es kaum. Als klar also oder? Nö. Auch Gasly ist völlig konfus: "Gerade habe ich überhaupt keine Bestätigung, was in den kommenden beiden Wochen passieren wird." Und wir dachten, die Formel 1 sei von A bis Z durchorganisiert ...

Die F1-Auto-Hüte dürfen in Japan nie fehlen - Foto: Sutton

Top: Japan hat die kreativsten Fans der Welt

Japan wir lieben dich. Vor allem wegen deiner Formel-1-Fans. Alle Jahre wieder denken sich die Japaner die mit großem Abstand besten Kostüme aus. Da kann kein anderer F1-Austragungsort mithalten. Honda-Reishut, Williams-Trooper, Ferrari-Pferdekopf, McLaren-Hut in Autoform samt funktionierendem DRS, Pink Panther - alles dabei, um nur einige Highlights zu nennen. Japan ist der F1-Köstumweltmeister. Den ganzen Wahnsinn gibt's bei uns in einer der coolsten Bildergalerien des Jahres:

Flop: Carlos Sainz' ruhmreicher Abschied von Toro Rosso

Gerade frisch den vorzeitigen Wechsel zu Renault eingetütet, da macht Carlos Sainz Toro Rosso schon ein ganz tolles Abschiedsgeschenk. Schon in der ersten Runde dreht sich der Spanier in den Esses von der Strecke, schlägt ein und scheidet aus - als erster Fahrer beim Japan GP seit zwei Jahren. 2015 und 2016 war jeweils das gesamte Feld angekommen.

Top: Brutaler Speed in Suzuka

Das kurvenreiche Suzuka war für die neuen Downforce-Monster der Formel 1 2017 ein Schlaraffenland. Besonders in den Esses ging den Fahrern so richtig einer ab. Das spiegelte sich in unfassbar schnellen Rundenzeiten. Schon im ersten Training hatte Sebastian Vettel in 1:29.166 Minuten die Vorjahres-Polezeit von Nico Rosberg um eineinhalb Sekunden unterboten.

Das reichte bereits fast zum Streckenrekord von Michael Schumacher, der 2006 im Q2 eine 1:28.954 Minuten in den Asphalt gebrannt hatte. Max Verstappen aber prognostizierte schon nach dem Freitag: ""Eine weitere Sekunde ist noch drin. Es ist also richtig schnell." Er sollte mehr als nur Recht behalten. Im Qualifying fuhr Hamilton sogar fast zwei Sekunden schneller. Der neue Rekord: 1:27.319 Minuten.

Bottas hilft Hamilton gegen Verstappen in Japan: War das fair?: (02:25 Min.)

Flop: Alonso statt Massa? FIA bestraft den falschen

Erst lässt Fernando Alonso Lewis Hamilton in der Haarnadel vorbei, Max Verstappen kommt erst auf dem Weg zur Spoon vorbei. Dann hält auch noch Felipe Massa den Red Bull auf - noch dramatischer, durch die gesamten Esses. Aber: Eine Strafe bekommt nur Alonso. Kopfschütteln auf vielerlei Seite. Aber es lohnt ein Blick in die Begründung: Alonso soll schon in der Runde zuvor nicht beiseite gefahren sein, also sogar Hamilton im Weg gestanden haben. Trotzdem: Dass es noch krasser gewesen sein kann als Massa im kompletten ersten Sektor erscheint fast unmöglich.

Top: Jolyon Palmer hat ein Einsehen

Gerade als niemand mehr damit rechnete, warf Jolyon Palmer in Japan plötzlich doch die Brocken hin. Nach dem Qualifying verkündete der Brite via Social Media, der Japan GP am Sonntag werde sein letztes Rennen für Renault darstellen. Das ist für alle Beteiligten ein Gewinn: Renault bekommt mit Carlos Sainz endlich auch einen zweiten starken Fahrer, Nico Hülkenberg mit dem Spanier endlich wieder eine richtige Messlatte und Jolyon Palmer sicherlich einen ordentlichen Berg Zaster als Abfindung.

Flop: Rohe Gewalt bei Renault

Kuriose Szenen bei Renault nicht nur in der Presseabteilung - die Meldung des Palmer-Abschieds ließ ziemlich auf sich warten -, sondern auch auf der Strecke im Rennen. Oder vielmehr in der Boxengasse: Nach dem späten und einzigen Reifenwechsel von Nico Hülkenberg schien Renault dank des nun extrem kurzen Schlussstints auf Supersofts erstmals an diesem Wochenende auf Touren zu kommen. Doch plötzlich ließ sich das DRS nicht mehr schließen. Der Reparaturversuch an der Box: äußerst martialisch. Wie wild kloppte ein Mechaniker mit der Toto-Wolff-Gedächtnis-Faust auf den Flügel ein. Sich nicht die beste Art und Weise. Aus für Hülkenberg.


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