Exklusiv
Formel 1 / Interview

Wehrlein: Sauber-Einsätze von Ferrari-Mann Leclerc standen längst fest

Pascal Wehrlein und Sauber haben in Italien einen schweren Stand. Im Interview spricht der Mercedes-Junior mit uns über Monza und den großen Sauber-Umbruch.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Es sieht nach einem schwierigen Wochenende für euch aus. Eigentlich wie erwartet, oder?
Pascal Wehrlein: Ja... dass es hier auf den Motor ankommt, ist bekannt. Die Erwartung hier sehr konkurrenzfähig zu sein, hatten wir von vornherein nicht. Mal sehen, was noch geht.

Was wir bei den letzten Rennen auch gesehen haben ist, dass dein Teamkollege Marcus Ericsson etwas schneller war als du. Woran liegt es?
Pascal Wehrlein: Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Heute Morgen war ich fast eine halbe Sekunde schneller und am Nachmittag dann wieder eine halbe Sekunde langsamer - und das, obwohl wir am Setup des Autos nichts verändert haben. Es ist mir ein Rätsel.

Spürst du bei der Balance etwas, das sich für dich nicht so gut anfühlt?
Pascal Wehrlein: Ja, die Hinterachse war am Nachmittag nicht gut ausbalanciert. Das Auto ist immer nur gerutscht.

Dir fehlt sowohl die Power als auch der Grip. Wie geht man die Sache da noch an?
Pascal Wehrlein: Wir müssen jetzt sehen, was wir in den Daten finden können. Danach müssen wir schauen, was für Samstag noch möglich ist.

Im Fahrerlager macht das Gerücht die Runde, dass Charles Leclerc mit Sauber sechs Freitagssessions fahren soll. Würde es dir etwas ausmachen, da die eine oder andere Session abzugeben?
Pascal Wehrlein: Das weiß ich sowieso schon seit längerem.

Dann weißt du auch, wie viele Sessions du abgeben musst?
Pascal Wehrlein: Ich weiß nicht genau, wie viele es sind. Ich glaube, es sind zwei bis drei. Wo das der Fall sein wird, kann ich noch nicht sagen. Aber generell war es schon ziemlich lange klar.

Das hört sich fast schon danach an, als ob es bei Sauber für dich langsam dem Ende entgegengeht. Spürst du in diese Richtung etwas?
Pascal Wehrlein: Nein, ich gebe weiterhin mein Bestes und versuche dem Team so viel wie möglich zu helfen. Bei Leclerc überrascht es mich, dass es jetzt rausgekommen ist. Mir wurde das ursprünglich sogar noch von Monisha Kaltenborn mitgeteilt. Von daher ist es für mich eine Überraschung. Für mich ändert sich deswegen aber nichts. Ich versuche alles zu geben. Wir werden sehen, wo meine Reise hingeht.

Was sind die positiven Dinge, auf die du in diesem Moment schauen kannst?
Pascal Wehrlein: Gute Frage. Momentan können wir glaube ich nicht viel Positives herausziehen, weil wir in Sachen Pace ziemlich weit weg sind. Wir sind fast immer Letzter und Vorletzter. Es wäre schön, wenn wir in den letzten Rennen noch das eine oder andere Highlight setzen könnten. Das dürfte aber sehr schwierig werden. Ich hoffe trotzdem darauf und deshalb gebe ich alles, damit wir noch ein paar gute Rennen haben.

Toto Wolff hat gesagt, dass du auf jeden Fall noch die Chance auf ein Cockpit hast und es jetzt auf deine Leistungen ankommt. Bei Sauber konzentrieren sich die Ingenieure bereits auf 2018. Ist es schwierig, unter diesen Umständen noch Glanzlichter zu setzen?
Pascal Wehrlein: Wenn es am Ende der Saison so ist, dass in der zweiten Saisonhälfte keine Punkte mehr eingefahren werden konnten und wir nicht mehr ins Q2 einziehen konnten, wäre das schade. Es ändert aber nichts daran, dass ich alles versuchen werde.


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter