Es geht weiter rund auf dem MotoGP-Fahrermarkt für die Saison 2027! Nachdem in den letzten Tagen endlich die ersten Vertragsverlängerungen und Fahrerwechsel offiziell bestätigt wurden, scheint nun KTM an der Reihe. Die Österreicher haben auf den Verlust von Pedro Acosta an Ducati reagiert und den amtierenden Vizeweltmeister Alex Marquez als Nachfolger des 'Hais von Mazarron' an Land gezogen. Das bestätigte der MotoGP-Konstrukteur aus Mattighofen am Montag offiziell.

"Wir sind äußerst stolz und glücklich, ein außergewöhnliches Talent wie Alex Márquez – den Vizeweltmeister von 2025 – für unser Projekt gewonnen zu haben. Alex bringt nicht nur herausragendes Können und Rennintelligenz mit, sondern auch Entschlossenheit und eine Siegermentalität, die perfekt zu unserer DNA passt. Gemeinsam verfolgen wir ein klares Ziel: die KTM RC16 auf das nächste Level zu heben und ganz vorne in der MotoGP mitzukämpfen", wurde Sportchef Pit Beirer zu seiner Starverpflichtung zitiert. Alex Marquez selbst konnte sich aufgrund des bis Ende des Jahres bestehenden Vertrages mit Gresini noch nicht äußern.

Alex Marquez: Vom Schattenmann zum MotoGP-Werkspiloten

Alex Marquez war in der MotoGP lange im Schatten seines älteren Bruders Marc Marquez gestanden. Nach mehreren unauffälligen Jahren im Niemandsland der Königsklasse schaffte die Nummer 73 in der vergangenen Saison aber endlich den Sprung ins Spitzenfeld. Sich auf der Desmosedici GP24 sofort pudelwohl fühlend, wurde Alex Marquez zumindest in den ersten Rennen des Jahres 2025 sogar zum ernsthaften WM-Rivalen für Bruder Marc und konnte in Jerez auch endlich den ersten MotoGP-Sieg in einem Grand Prix einfahren.

Eine Fraktur in der linken Hand sorgte rund um die Sommerpause für ein kleines Formtief, spätestens beim Heimrennen in Barcelona schlug Alex Marquez aber eindrucksvoll zurück und beendete eine bereits 15 Rennen andauernde Siegesserie seines älteren Bruders. Wenige Wochen später wurde er in Malaysia offiziell zum Vizeweltmeister, letztlich standen am Jahresende je drei Grand-Prix- und Sprintsiege sowie 21 weitere Podestplätze, eine Pole Position und insgesamt 467 WM-Punkte zu Buche. Genug Eigenwerbung, um sich 2026 nicht nur ein aktuelles Werksmotorrad von Ducati zu sichern, sondern auch, um sich für den Aufstieg in ein Werksteam zur Saison 2027 ins Spiel zu bringen.

Pit Beirer, Jens Hainbach und Aki Ajo begrüßen Alex Marquez als neuen KTM-Piloten
Alex Marquez kommt zu KTM, Foto: KTM Images

Weg von Gresini: Alex Marquez wählt Risiko statt Wohlfühloase

Obwohl im MotoGP-Paddock auch Ducati, Yamaha und Aprilia als mögliche Optionen galten, kristallisierte sich Ende Januar schnell KTM als Favorit heraus. "Als aktueller Vizeweltmeister hätte er sich das sicher mehr als verdient. Ich wünsche ihm alles Gute für seine nächsten Schritte", kommentierte Motorsportchef Pit Beirer den Wunsch Alex Marquez', ab 2027 in einem Werksteam fahren zu wollen, im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com schon vielsagend und auch Marquez selbst meinte wenig später: "Ich bin sehr glücklich bei Gresini und Gresini ist wahrscheinlich meine solideste Möglichkeit, aber vielleicht ist es auch an der Zeit, Risiko einzugehen. Es weiß ja niemand, wer mit dem neuen Reglement das beste Motorrad haben wird."

Yamaha-Stimmung am Tiefpunkt! Stinkefinger für MotoGP-Bike (08:42 Min.)

Wie wir spätestens jetzt wissen, hat sich Marquez für die Karte 'Risiko' entschieden. Ob er richtig gepokert hat und ihm KTM im kommenden Jahr unter völlig neuem Reglement ein siegfähiges Motorrad zur Verfügung stellen wird, werden wir wohl erst in einigen Monaten erfahren. Klar ist aber: Die Österreicher scheinen auf einem guten Weg. Als erster MotoGP-Hersteller schickten sie bereits Ende Dezember ein modifiziertes Motorrad mit dem neuen 850ccm-Motor auf die Strecke und hatten diesen mit Testfahrer Mika Kallio auch beim dreitägigen Shakedown in Sepang Ende Januar wieder im Einsatz. Sicher auch ein Grund, weshalb man Alex Marquez schon im Frühjahr 2026 von einem Wechsel überzeugen konnte. Beim ersten offiziellen Test in Brünn machte KTM ebenfalls keinen schlechten Eindruck. Mehr dazu hier.

Als Teamkollegen bekommt der 29-Jährige Spanier im kommenden Jahr einen alten Bekannten an die Seite gesetzt: Fabio Di Giannantonio. Die beiden fuhren 2023 schon gemeinsam bei Gresini, kennen sich also bestens und schätzen sich auch sehr. 'Diggias' Wechsel zu KTM wurde Mitte Mai eingetütet. Kurios: Ursprünglich hätte eigentlich Maverick Vinales aufrücken sollen, sein Aufstieg ins KTM-Werksteam war laut spanischen Medienberichten Ende Januar schon beschlossene Sache. Weil er aber weiterhin mit seiner Schulterverletzung aus dem Deutschland-GP 2025 zu kämpfen hat und leistungstechnisch kaum überzeugen konnte, entschied sich KTM dann doch, Di Giannantonio zu verpflichten. Die Bestätigung des Italieners wird ebenfalls kurz bevorstehen, denn am Montag verabschiedete ihn bereits VR46 mit einem emotionalen Video:

Vinales kämpft dieser Tage noch darum, zumindest mit Tech3 in der MotoGP verbleiben zu können. Dort sind beide Plätze für 2027 noch unbesetzt. Wollt ihr nicht verpassen, wer den Zuschlag bekommt, könnt ihr gerne unseren WhatsApp-Kanal abonnieren. Dort informieren wir euch sofort über alle 'Breaking News' aus der MotoGP-Welt und liefern euch auch spannende Insights von der Strecke. Hier erfahrt ihr, wie ihr schnell und einfach beitreten könnt: