Die Zukunft ist da! Am Montag nach dem Tschechien-Grand-Prix absolvierte die MotoGP im Automotodrom von Brünn ihren ersten gemeinschaftlich organisierten Test mit der neuen Motorrad-Generation, die ab 2027 zum Einsatz kommen wird. Der Testtag in Brünn fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, es waren weder Zuschauer noch Journalisten zugelassen. Einige Infos sickerten am Montag aber trotzdem durch. Motorsport-Magazin.com präsentiert euch in diesem Artikel alles, was wir zum Brünn-Test mit den 850er-Bikes in Erfahrung bringen konnten.
Welche Fahrer waren im MotoGP-Test in Brünn im Einsatz?
Weil viele Piloten im kommenden Jahr den Hersteller wechseln, war am Montag nur eine Handvoll MotoGP-Stars am Start. Honda und KTM schickten drei Fahrer in den Brünn-Test, die anderen drei Konstrukteure jeweils zwei. Für Ducati fuhren Marc Marquez und Fermin Aldeguer, Aprilia schickte Marco Bezzecchi und Raul Fernandez auf die Strecke. Bei Yamaha fuhren Toprak Razgatlioglu und Augusto Fernandez. KTM war mit Pedro Acosta, Pol Espargaro und Dani Pedrosa am Start und Honda setzte auf Joan Mir, Luca Marini und Takaaki Nakagami. Fahrer wie Francesco Bagnaia, Fabio Quartararo, Fabio Di Giannantonio oder Jorge Martin durften nicht mitmischen. Mehr Infos dazu auch in unserem Video:
Wie lange wurde in Brünn getestet?
Insgesamt acht Stunden wurde am Montag im Automotodrom gefahren, aufgeteilt in zwei jeweils vierstündige Sessions. Zunächst wurde Vormittags von 9 bis 13 Uhr getestet und nach einer einstündigen Mittagspause dann nochmal von 14 bis 18 Uhr.
Wie waren die Bedingungen beim Brünn-Test?
Wie schon am vergangenen Wochenende schien in Brünn den gesamten Montag über die Sonne, am Himmel waren nur wenige Wolken zu sehen. In Summe war es allerdings nicht mehr ganz so heiß wie beispielsweise im Sprint oder Grand Prix, die Temperaturen blieben knapp unter der 30-Grad-Marke. Insofern wurden die MotoGP-Stars also mit ziemlich guten Testbedingungen verwöhnt, ohne dabei zu sehr ins Schwitzen zu geraten. Der Grip im 5,4 Kilometer langen Automotodrom war durch das vorangegangene Rennwochenende ohnehin sehr gut, über Schmutz auf der Strecke mussten sich die Piloten keine Sorge machen.
Welche Rundenzeiten wurden gefahren?
Ein offizielles Test-Ergebnis oder eine offizielle Zeitnehmung gab es am Montag natürlich nicht. Dennoch wurden einige Rundenzeiten an die Öffentlichkeit getragen. So soll Bezzecchi die schnellste Zeit gefahren sein und das Automotodrom in 1:53.92 Minuten umrundet haben. Damit wäre er knapp 2,8 Sekunden langsamer als Polemann Ai Ogura im Qualifying am Samstag. Aldeguer soll mit der neuen Ducati eine 1:54.04 geschafft haben, Acosta mit der KTM eine 1:54.35 und Marini mit der Honda eine 1:55.07er-Zeit. Einzig von Yamaha konnten wir keine Rundenzeit in Erfahrung bringen, sie sollen aber hinter den anderen Hersteller zurückgelegen haben. Im Anschluss findet ihr ein potenzielles Klassement. Es sei an dieser Stelle aber nochmal betont, dass all die Rundenzeiten mit äußerster Vorsicht zu genießen sind.
MotoGP-Geheimtest in Brünn: Die kolportierten Rundenzeiten
| Position | Fahrer | Bike | Rundenzeit |
|---|---|---|---|
| 1. | Marco Bezzecchi | Aprilia | 1:53.92 |
| 2. | Raul Fernandez | Aprilia | 1:53.93 |
| 3. | Fermin Aldeguer | Ducati | 1:54.04 |
| 4. | Pedro Acosta | KTM | 1:54.35 |
| 5. | Marc Marquez | Ducati | 1:54.46 |
| 6. | Luca Marini | Honda | 1:55.07 |
| 7. | Joan Mir | Honda | 1:55.0 |
Was wurde in Brünn getestet?
Im Blickpunkt standen am Montag natürlich die Motorräder der neuen Generation mit 850cc-Motor und beschnittener Aero. Diese konnten in Brünn erstmals von den wenigen Stammfahrern ausprobiert werden, nachdem sie zuvor nur von den Testfahrern der fünf Hersteller um die Rennstrecken dieser Welt bewegt worden waren. Razgatlioglu kündigte am Sonntagabend an, dass bei Yamaha direkt eine Sprintsimulation auf dem Programm stehe, um möglichst viele Daten zu sammeln. Ebenso wichtig war am Montag aber auch der erste Berührungspunkt der Stammfahrer mit den neuen Pirelli-Reifen, die ab 2027 zum neuen Standard werden. Der italienische Hersteller brachte insgesamt 400 Reifen mit nach Brünn, aufgeteilt auf sieben verschiedene Front- und acht verschiedene Heck-Spezifikationen. Mit dem ersten Feedback der Stammfahrer wird Pirelli ihre Pneus nun rennbereit für die kommende Saison machen.
Weitere Infos zum Pirelli-Einstieg in die MotoGP gibt es in folgendem Artikel. Giorgio Barbier hat mit uns exklusiv über Tests, Fahrerfeedback, Reifendruck-Regel und mehr gesprochen:
Gab es irgendwelche Zwischenfälle, Stürze oder Ähnliches?
Über das tatsächliche Geschehen auf der Strecke wurde am Montag nicht viel bekannt. Spanische Journalisten berichten jedoch, dass Marc Marquez am Vormittag einmal mit der neuen Ducati gestürzt sei.

Wie geht es nach dem MotoGP-Geheimtest in Brünn weiter?
Am 21. September wartet im Anschluss an den Österreich-GP am Red Bull Ring ein zweiter, gemeinschaftlich organisierter Test mit den 850er-Motorrädern und Pirelli-Reifen. Auch dieser wird aber wieder hinter verschlossenen Türen und damit unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Erstmals öffentlich getestet wird erst im Spätherbst, nämlich nach dem Saisonfinale in Valencia. Dann werden wohl auch die restlichen Stammfahrer der Saison 2027 erstmals auf ihren neuen Arbeitsgeräten Platz nehmen. Einen bestätigten Termin gibt es für diesen Test allerdings noch nicht. Private Testfahrten mit ihren jeweiligen Testfahrern sind für die MotoGP-Hersteller weiterhin zu jeder Zeit möglich.
Eigentlich auch erst für 2027 geplant, wurden die Holeshot-Devices am Montag schon mit sofortiger Wirkung verboten. Alle Infos dazu - und welche zweite Änderung ab dem Sachsenring in Kraft treten wird - bekommt ihr hier:



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