Kimi Antonelli wurde in den letzten drei Formel-1-Rennen gleich zweimal ein Opfer der Technik.In Barcelona fiel er auf Platz 2 liegend aus, an diesem Wochenende in Silverstone ebenfalls. Dort hatte er sogar noch sehr gute Siegchancen. Umso bitterer, dass er beide Male mit null Punkten abreisen musste und sich sein WM-Vorsprung auf inzwischen nur noch 25 Punkte verringert hat.

Antonellis Ehrgeiz tut die Pechsträhne keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Nach dem Rennen in Silverstone gab er sich weiterhin kämpferisch. "Ich denke, wir haben Punkte verloren, aber das Momentum ist immer noch auf meiner Seite, denn wir haben an diesem Wochenende unseren Speed gezeigt und wir haben gezeigt, was für ein Potenzial in uns steckt", gab sich der Polesetter selbstsicher.

Kimi Antonelli vor dem Defekt auf Kurs zum Sieg

In Silverstone zeigte sich das vor allem nach dem Boxenstopp von Charles Leclerc. Obwohl der spätere Rennsieger 25 Runden frischere Reifen oben hatte, nahm er dem WM-Führenden nur vier Zehntel pro Runde ab. Andrea Kimi Antonelli auf der anderen Seite schloss nach seinem Stopp um durchschnittlich 1,3 Sekunden pro Runde auf und war nur noch 3,6 Sekunden vom Führungsmann entfernt. Dann ging in Runde 41 an seinem Auto links vorne der Wheel Shield kaputt, bei dem es sich um einen Teil der Bremsbelüftung für den Mercedes W17 handelt, und das Drama nahm seinen Lauf.

Dass er vor seinem Ausfall also die besten Karten hatte, das Rennen zu gewinnen, nimmt der Italiener als Ansporn mit. "Es lässt das Feuer nur stärker lodern, in Spa auf die Strecke zu gehen, und es noch besser zu machen", so Antonelli. Auch Teamchef Toto Wolff ist unbesorgt um seinen Goldjungen im sich zuspitzenden WM-Kampf: "Er ist im Moment sauschnell. Wenn er das weiter liefert, dann hat er gute Chancen, den Vorsprung weiter auszubauen", gab sich Teamchef Toto Wolff im ORF-Interview überzeugt.

Zusätzlich dazu erntete Antonelli auch viel Lob für seinen Kampfgeist in den letzten Runden. Als das mechanische Gebrechen an seinem Mercedes erstmals aufgetreten war, gingen Antonelli und das Team im Eifer des Gefechts von einem Frontflügel-Schaden aus und wechselten nur diesen. Es benötigte einen zweiten Boxenstopp, um das kaputte Carbonteil zu entfernen und auch danach glaubte Antonelli nach wie vor, ein Problem am Auto auszumachen. "Bei dem Verlust [an Downforce] fühlte es sich nach mehr an, als nur nach einem Wheel Shield", blieb er nach dem Rennen bei diesem Standpunkt.

Kimi Antonellis Kampf um den letzten Punkt bleibt unbelohnt

Dennoch versuchte der fünffache Grand-Prix-Sieger weiterhin, noch irgendetwas Zählbares mitzunehmen. Diese Moral imponierte Teamboss Toto Wolff: "Er hat Runde für Runde überlebt und gesagt, dass er das kann." Wolff gibt zu: "Wenn nur ich die Entscheidung getroffen hätte, dann hätte ich ihn schon zehn Runden vor Ende aus Sicherheitsgründen reingeholt."

Doch bis ins Ziel kämpfte Antonelli und überquerte die Linie schließlich auf der neunten Position. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich dieses Mindset habe. Dass ich jedes Mal, wenn ich auf die Strecke gehe, mein Bestes gebe, alles gebe, auch wenn alles gegen uns läuft", zeigte sich Antonelli zufrieden mit seinem auf den letzten Umläufen.

Dass er dennoch leer ausging, liegt daran, dass er in den Runden nach seinem mechanischen Gebrechen zu oft neben die Strecke geraten war, als er sein Auto kaum lenken konnte. Das hatte ihm eine 5-Sekunden-Strafe eingebracht, die Antonelli sauer aufstieß. Das Team wird entgegen erster Überlegungen aber nicht dagegen vorgehen.

Auch mit der Strafe hätte es aller Voraussicht nach für Punkte gereicht, da Antonelli über eine Sekunde schneller unterwegs war als sein direkter Gegner Franco Colapinto. Doch das Safety Car nach dem Unfall von Max Verstappen schob das Feld wieder eng zusammen und Antonelli musste hilflos dabei zusehen, wie er durch 5-Sekunden-Strafe weit aus den Top-10 geworfen wurde.

Saugefährlich! Verstappen sauer auf Red Bull - Antonelli-Drama! (10:07 Min.)