In der MotoGP und ihren Nachwuchsklassen gibt es in der Saison 2026 eine neue - und nicht zu unterschätzende - Regel. Wenn Fahrern bei Stürzen oder anderen Vorfällen der Motor ausgeht, dürfen sie das Motorrad nicht neu starten und weiterfahren. Stattdessen muss das Bike zuerst durch die Marshals hinter die Streckenbegrenzung gebracht werden. Erst dort kann es neu gestartet werden. Wer dagegen verstößt, wird belangt. Nun wurde die erste solche Strafe verhängt. Sie sollte den Fahrern eine Warnung sein.

Urteil der MotoGP-Stewards für Brasilien-Vorfall erst in Austin bekannt

Bekannt wurde die Strafe erst am Donnerstag vor dem Rennen in Austin, obwohl sich der Vorfall bereits in Brasilien ereignete. Dies hat mit dem üblichen Verfahren der Stewards zu tun. Diese wollen unter der Leitung von Simon Crafar oft erst persönlich mit dem Piloten sprechen, bevor das Urteil gesprochen wird. Da es in Goiania bereits gebuchte Abreisepläne gab, wurde dieses Gespräch auf den Donnerstag in den USA vertagt.

Geholfen hat es dem Betroffenen aber nichts. Es handelt sich um Moto2-Rookie Angel Piqueras. Der Spanier war im Brasilien GP in Kurve 11 über die Front zu Sturz gekommen. Dabei fiel er vom Motorrad und ließ somit den Gashebel los. Der Triumph-Motor seiner Kalex starb ab.

Klare Warnung an alle Fahrer: Angel Piqueras muss zweimal in die Longlap

Doch anstatt das Bike wie vorgesehen in die Hände der Marshals zu geben und in den Notausgang zu bringen, wollte Piqueras das Rennen sofort wieder aufnehmen. Es gelang ihm nicht, doch allein der Versuch bringt ihm den Zorn der Stewards ein. Diese setzten ein klares Zeichen. Im Grand Prix in Austin muss der MSi-Pilot nun zwei Longlaps fahren. Damit ist sein Rennen mit einer gewaltigen Hypothek belastet.

MSi-Pilot Angel Piqueras
Angel Piqueras wird sich die Regel nun hoffentlich merken, Foto: IMAGO / IPA Sport

Für alle Piloten im Paddock - auch für die Stars der MotoGP - ist dies eine klare Warnung: Mit solch einem Vergehen kann man sich sein nächstes Rennen ruinieren. Denn es ist auch klar, dass diese Regel immer gilt. "Während allen Sessions, inklusive Sichtungsrunden, Aufwärmrunden, Trainings, Rennen & Sprint, inklusive roter Flagge, muss jedes Motorrad, das aus irgendeinem Grund nicht läuft (z.B. ein Sturz oder technisches Problem) mit sofortigem Effekt von den Marshals hinter die Streckenbegrenzung gebracht werden", heißt es im Urteil der Stewards noch einmal zur Erinnerung an alle Fahrer. Angel Piqueras dürfte es sich nun hoffentlich gemerkt haben.

Was meint ihr? Haltet ihr diese Regel und das strenge Durchgreifen der Stewards für sinnvoll? Sagt es uns in den Kommentaren.