Mit dem siebten Königsklassen-Titel von 2025 hat es Marc Marquez nach schwierigen Jahren mit schweren Verletzungen noch einmal allen gezeigt. Keiner zweifelt an der Ausnahmestellung des Spaniers in der MotoGP. Warum macht er da angesichts seines von Narben gezeichneten Körpers nicht einfach Schluss? Sein langjähriger Weggefährte Stefan Bradl kennt einen der Gründe, warum die Nummer 93 weiterhin nach Erfolgen giert.
Stefan Bradl: MotoGP-Rekorde interessieren Marc Marquez sehr wohl
In der Sendung 'Sport und Talk aus dem Hangar 7' gab Bradl als ServusTV-Experte seine Einschätzung zur bevorstehenden Saison, welche am Wochenende mit dem Thailand GP beginnt. Dabei wurde er auch auf die Rekorde angesprochen, die Marc Marquez 2026 und darüber hinaus erreichen kann.

Der Bayer war jahrelang bei Honda als Test- und Ersatzfahrer an der Seite von Marquez und sieht die Rekordjagd als Motivation für den Champion an, auch wenn der Spanier selbst dies oft abstreitet. "Ich denke, es ist alles [an Rekorden, Anm. d. Red] möglich. Ich kenne ihn gut genug, um zu wissen, dass ihn das reizt. Ich will nicht behaupten, dass solche Rekorde auf seiner Prioritätenliste ganz oben stehen, aber sie sind dennoch interessant für ihn", meint Bradl.
Erzrivale Valentino Rossi ablösen: Marc will der King in der MotoGP sein!
Dabei dreht es nicht nur um die Rekorde selbst. Es geht in diesem speziellen Fall natürlich auch darum, wem Marquez diese abnehmen würde. "Wenn du als Sportler so weit bist, dass du zum Beispiel 20 Grand Slams im Tennis gewonnen hast, dann ist der 21. auch interessant. So ist es auch bei Marc Marquez. Natürlich will er der alleinige King sein in der MotoGP und Valentino Rossi überholen. Das ist der Anreiz", spricht Bradl den Namen des alten Erzrivalen aus.

Der 'Doctor' fährt schon seit Ende 2021 nicht mehr in der Königsklasse, sondern betätigt sich auf vier Rädern und als Teambesitzer von VR46. Der Italiener kann also nur zusehen, falls Marquez seine Bestmarken übertrifft. Welche bereits 2026 fallen könnten, habe wir hier für euch aufgezählt:
Rossi zu übertreffen ist für Stefan Bradl aber nur eine wichtige Motivation des Marc Marquez. Die andere hat sich im Verlauf der Saison 2025 erst so richtig entwickelt. "Meiner Meinung nach ist es für ihn extrem wertvoll, dass sein Bruder Alex Marquez so stark ist. Dass sie gemeinsam Podien einfahren und als Brüderpaar so erfolgreich sind. Das hatte auf Marc einen extrem positiven Einfluss", meint der Deutsche. Alex gelang im Vorjahr als Vizemeister der endgültige sportliche Durchbruch. Damit schrieben die Marquez-Brüder Geschichte. Diesem Buch wollen sie weitere Kapitel hinzufügen.
Stürze im Test für Bradl kein Thema: Weltmeister-Tipp heißt Marc Marquez
Doch wie stehen die sportlichen Voraussetzungen für eine Rekordjagd von Marc Marquez? Immerhin musste er sich vor der Saison erneut von einer Verletzung erholen und erlebte einige holprige Momente bei den Testfahrten. Darin sieht Stefan Bradl aber kein Problem: "Er ist beim Thailand-Test dreimal gestürzt. Das ist einfach typisch Marc Marquez. Er sucht den Grenzbereich. Wenn er diesen gefunden hat, das Limit ertastet hat, dann weiß er auch, wie er das einzuschätzen hat. Wie er die Bedingungen zu nehmen hat. Er kann das dann über das Rennwochenende managen. Das ist seine Herangehensweise."

Stürze der Nummer 93 sieht er demnach sogar als positives Signal: "Wenn man sieht, dass er stürzt, dass er das Risiko nimmt und solche kleinen Stürze in Kauf nimmt, dann ist der Mann wieder ganz gefährlich." Daher lehnt sich Bradl bei seiner Prognose auch nicht weit aus dem Fenster: "Ich tippe darauf, dass Marc Marquez seinen Titel verteidigt. Er ist einfach der intelligenteste und vom Rennmanagement her der Beste."
Nicht nur Stefan Bradl, sondern auch Tom Lüthi hat Marc Marquez für 2026 wieder ganz oben auf seiner Favoritenliste. In der ersten Folge unseres neuen Interwetten MotoGP-Magazins mit Ex-Rennfahrer Lüthi haben wir über den Weltmeister und die weiteren spannenden Themen der neuen Saison gesprochen:



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