"Ich glaube, ich träume!" Diese Worte wählte Alex Marquez in den frühen Morgenstunden des 2. März 2025. Während so mancher MotoGP-Fan aus Zentraleuropa zu dieser Zeit tatsächlich noch im Land der Träume verbracht haben dürfte, war der Gresini-Pilot hellwach. Er träumte nicht. Vielmehr hatte er gerade den zweiten Platz im Thailand-Grand-Prix hinter seinem Bruder Marc Marquez eingefahren und damit Geschichte geschrieben. Der erste Doppelsieg eines Brüderpaares in der langen Historie der Motorrad-Weltmeisterschaft war perfekt. Mehr als 75 Jahre hatte es gedauert. Die Marquez-Brüder schafften, woran andere Brüderpaare wie die Espargaros, die Aokis oder die Sarrons um Längen gescheitert waren.
Doch nicht nur das: Die Marquez-Brüder legten in Buriram auch gleich noch das perfekte Rennwochenende hin. Bereits einen Tag zuvor hatte sich Marc die Pole Position und den Sprintsieg geholt, während Alex jeweils auf Platz zwei gefahren war. Der Doppelsieg im Grand Prix setzte der Marquez-Show also nur noch die Krone auf. "Mehr kannst du nicht bekommen", strahlte auch Marc Marquez. Doch der 32-jährige Superstar aus Cervera sollte sich irren. Alex und er sollten im Verlauf der MotoGP-Saison 2025 noch viel mehr bekommen. Zahlreiche weitere Doppelsiege würden ins Haus stehen, dazu die ersten Grand-Prix-Erfolge für Alex Marquez und am Ende der langersehnte siebte WM-Gewinn von Marc Marquez in der Königsklasse. Das Ende einer sechsjährigen Leidenszeit, die Alex wenig später in Sepang mit der Vizeweltmeisterschaft krönte. Das Jahr 2025? Es ist zweifellos das Jahr der Familie Marquez!
Aber wie war das eigentlich möglich? Schließlich fahren Marc und Alex Marquez schon seit 2020 gemeinsam in der MotoGP und hatten es in den vorangegangenen fünf Jahren lediglich einmal geschafft, zusammen auf das Grand-Prix-Podium zu steigen. Beim Deutschland-GP 2024 war das gewesen. Die Marquez-Brüder flankierten Rennsieger Francesco Bagnaia mit den Plätzen zwei und drei und hatten dabei noch großes Glück, dass Jorge Martin kurz vor Schluss in Führung liegend gestürzt war. Anderenfalls wäre auch dieses erste Doppelpodium nicht zustande gekommen. Die Marquez-Brüder schossen 2025 also schon von (nahezu) Null auf Hundert.
Marc Marquez: Lange verletzt, dann ohne konkurrenzfähiges MotoGP-Material
Um diesen Prozess zu verstehen, müssen wir aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Entwicklung der Marquez-Brüder blicken. Einerseits ist da Superstar Marc, dem solche Erfolge schon immer zuzutrauen waren. Der inzwischen siebenmalige MotoGP-Weltmeister hatte die Königsklasse seit seinem Debüt im Jahr 2013 lange nach Belieben dominiert, fuhr bis zu Alex Marquez' Aufstieg in die MotoGP im Frühjahr 2020 nicht weniger als sechs WM-Titel, 56 Grand-Prix-Siege, 95 Podestplatzierungen und 62 Pole Positions ein. Doch ausgerechnet dann, als Alex ebenfalls mitmischte und auf dem Papier für die ersten Doppelerfolge der Marquez-Brüder hätte sorgen können, kam Jerez 2020. Was dort passierte, wissen wir alle. Marc stürzte schwer, brach sich den rechten Oberarm. Darüber im Unklaren, wie lange die Saison aufgrund der Covid-19-Pandemie noch andauern würde, erfolgte das verfrühte Comeback und eine lange Ausfallzeit.
Erst im Herbst 2022 war Marc Marquez nach einer vierten Operation wieder auf bestem Weg zu vollständiger Gesundheit, musste aber auch 2023 noch zahlreiche Wehwehchen wegstecken. Von 72 möglichen Grands Prix seit Saisonbeginn 2020 nahmen die Marquez-Brüder somit nur 39 gemeinsam in Angriff, lediglich 54 Prozent. Allein das reduziert die Chance auf gemeinsame Erfolge natürlich immens. Doch nicht nur das. Als Marc mit Saisonbeginn 2023 endlich wieder in körperlicher Bestform war, wollte sein Motorrad nicht mehr. Die Honda RC213V war ins Hintertreffen geraten, Spitzenresultate selbst mit dem Ausnahmekönner am Lenker nur noch in ganz besonderen Fällen wie dem Regenkrimi von Motegi möglich. Als Alex Marquez, inzwischen auf der Gresini-Ducati fahrend, in Silverstone oder Sepang seine ersten Sprintsiege holte, konnte Marc somit materialgeschuldet nicht vorne mitmischen. Bei Alex Marquez' Podiumspremiere auf der Ducati im verregneten Termas de Rio Hondo hätte er vielleicht eine Chance gehabt, fehlte dort aber abermals verletzt.
Diese Leidenszeit endete erst 2024, als auch Marc Marquez zu Gresini Ducati wechselte. Dort war die GP23 dem aktuellen Motorrad der Werksmannschaft und von Pramac Racing aber derart unterlegen, dass unter normalen Umständen weder Marc noch Alex eine Chance gegen Francesco Bagnaia, Jorge Martin und oftmals auch Enea Bastianini hatten. Marc war näher dran, stürzte aber speziell in der ersten Saisonhälfte noch zu viel. Das änderte sich erst 2025, als der mittlerweile 32-Jährige in das Ducati-Werksteam befördert wurde und sich selbst neu erfand. Der alte 'All-in-Zugang' funktionierte mit dem geschundenen Körper nicht mehr. "Nach meiner Verletzung musste ich meinen Fahrstil verändern. Ich kann es mir nicht mehr erlauben, über viele Runden hinweg aggressiv zu fahren. Ich musste meinen Fahrstil an meinen neuen physischen Zustand anpassen", verkündete Marquez vor dem Beginn der Sommerpause in Brünn. Er war nicht mehr der Alte, aber deswegen nicht weniger gefährlich. Im Gegenteil.
Der Ducati-Superstar agierte mit dem neuen Ansatz sogar fast noch dominanter als je zuvor, hatte beim Tschechien-GP gerade seinen zehnten Rennsieg in Serie geholt. Ein Erfolgslauf, den er später sogar noch auf 15 Rennsiege am Stück ausbauen sollte, ehe ihn in Barcelona ausgerechnet der eigene Bruder stoppte. "Ich fühle mich jetzt wieder richtig wohl auf dem Motorrad. Wenn ich mit dem Motorrad kämpfe, bin ich teilweise sogar langsamer. Je geschmeidiger ich fahre, desto schneller bin ich jetzt vielmehr. Das gefällt mir, denn dieser Ansatz ist weniger anstrengend für mich", beschrieb die Nummer 93 weiter, die damit den Grundstein für den anhaltenden Erfolg der Marquez-Brüder im Jahr 2025 gelegt hatte und sich in Motegi nur folgerichtig mit dem siebten WM-Titel in der MotoGP belohnte. Das Ende einer 2.184 Tage andauernden Leidenszeit. "Was ich durchgemacht habe, wünsche ich niemandem", kommentierte er nach seinem Titelgewinn und meinte euphorisch: "Ich habe heute meinen Frieden gefunden. Ich bin jetzt mit mir im Reinen. In den letzten Jahren musste ich schwierige Entscheidungen treffen. Mir war es egal, ob sie in einem Sieg oder einer Niederlage enden würden. Mir war nur klar: Wenn ich es nicht probiere, ist es auf jeden Fall eine Niederlage. Jetzt habe ich die größte Herausforderung meiner Karriere gemeistert. Ich habe alles erreicht." Anschließend dankte Marquez in der Stunde des Triumphs auch all seinen Wegbegleitern in den dunkelsten Stunden seiner Karriere. "Aus so einem Tief kannst du nicht allein herauskommen", unterstrich er und hielt fest: "Viele Leute haben mir geholfen. Ich werde keine Namen nennen, denn dann werde ich nicht mehr fertig. Diese Leute wissen es aber ohnehin."

Vom Mitläufer zum Spitzenfahrer: Alex Marquez beeindruckende Wandlung
Gemeint ist damit natürlich auch Bruder Alex, der den WM-Gewinn bereits in der Auslaufrunde ausführlich mit seinem älteren Bruder gefeiert hatte und anschließend einen rührenden Post in den sozialen Medien absetzte: "Nur wir wissen, was du in den letzten fünf Jahren durchgemacht hast. Du bist meine größte Inspiration und ich bin so stolz dein Bruder zu sein!" Schöner hätte diesen Sonntagnachmittag im Mobility Resort von Motegi wohl nur ein gemeinsames Podium machen können. Doch ausgerechnet an diesem Tag wollte das nicht klappen. "Ich hätte die WM-Entscheidung gerne nach Indonesien vertagt und genau das war mein Problem. Ich bin nicht so gefahren, wie ich das gemusst hätte und eigentlich auch kann. Ich habe den Flow verloren, war das ganze Wochenende über sehr steif", erklärte Alex Marquez, warum er im Japan-Grand-Prix nicht über P6 hinausgekommen war. Ein Moment der Schwäche, der 2025 aber nur ganz selten zu sehen war.
Denn für gemeinsame Erfolge braucht es natürlich zwei, ein Marquez allein reicht nicht. Und damit sind wir bei Alex Marquez angelangt, der in diesem Kalenderjahr ebenfalls eine beeindruckende Wandlung hinlegte. Von Bruder Marc waren die gemeinsamen Erfolge ja stets zu erwarten, von seinem drei Jahre jüngeren Bruder aber nicht. Trotz WM-Titeln in Moto3 (2014) und Moto2 (2019) erlebte Alex Marquez einen schleppenden Start in der Königsklasse, etablierte sich erst 2025 im Spitzenfeld. Zuvor konnte er zwar einzelne Erfolge feiern, aber eben nur selten und nur dann, wenn alles passte. Solche Tage wie 2023 in Silverstone und Sepang etwa, oder eben 2024 am Sachsenring. Passte es nicht, reichte es aber selbst auf der Gresini-Ducati oftmals nur mit Ach und Krach für die Top-Zehn. Zu wenig für einen Fahrer auf der Desmosedici, weshalb ihn zum Saisonstart 2025 wohl auch nur die Wenigsten auf dem Schirm hatten. Und wer könnte es ihnen verübeln, war Alex Marquez in seinen ersten fünf MotoGP-Jahren doch nie über die WM-Ränge 14, 16, 17, 9 und 8 hinausgekommen. Zweifellos nicht die Werte eines Topfahrers. Und doch zeichnete sich schon Ende 2024 ab, dass 2025 endlich das Jahr der Startnummer 73 werden könnte.
Im Barcelona-Test fuhr Alex Marquez nämlich die Bestzeit, schnappte Bruder Marc bei dessen Debüt in Rot damit die Schlagzeilen weg. Ja, das war nur ein Test. Aber das Gefühl mit der Ducati GP24 stimmte sofort. "Als ich das Motorrad im Barcelona-Test zum ersten Mal ausprobiert habe, dachte ich nur: 'Wow!'", blickte Alex zurück. Ein 'Match made in heaven', könnte man sagen. "Das Motorrad passt perfekt zu mir, ich genieße jede Runde und kann mit dem Bike spielen. Deshalb bin ich jetzt in der stärksten Phase meiner MotoGP-Karriere." Wo die entscheidenden Unterschiede zu früheren Maschinen liegen? "Ich kann jetzt fahren, wie ich will, wie es für meinen Stil notwendig ist. Ich muss mich nicht anpassen, um das volle Potenzial aus dem Motorrad herauszuholen. Vielmehr ist dieses Bike sehr natürlich und funktioniert mit allen Fahrstilen. Es ist ein sehr komplettes Bike. Du kannst auf der Bremse attackieren, aber auch etwas flüssiger durch die Kurven fahren. Das hilft extrem. Ich wusste schon nach dem ersten Tag, dass ich auf diesem Motorrad sehr schnell sein kann. Mir war nur noch nicht klar, ob ich das auch auf die Distanz sein könnte."
Wie wir heute wissen, konnte Alex Marquez mit der GP24 auch auf eine gesamte Renndistanz so richtig schnell sein. Und zwar überall, nicht nur auf seinen traditionell besseren Strecken. "Zu meinen Stärken zählt es, konstant zu sein und keine Fehler zu machen", erkannte der Gresini-Pilot auch selbst und schaffte es damit, selbst Bruder Marc (zumindest in der Frühphase der Saison) vor echte Probleme zu stellen. "Alex fährt fantastisch. Ich bin in einem der besten Momente meiner Karriere und Alex kann trotzdem mithalten. Er ist einer der härtesten Gegner, auf die ich in meiner Karriere je getroffen bin. Er ist superschnell und konstant, hat auf allen Strecken eine gute Balance gefunden", lobte der ältere Marquez-Bruder in höchsten Tönen. Doch nicht nur das, Marc fand auch noch einen weiteren Aspekt, der Alex inzwischen so stark macht: die Widerstandsfähigkeit. "Er trainiert schon sein ganzes Leben mit mir, obwohl ich drei Jahre älter bin und deshalb immer schneller war. Er hat immer mehr gelitten, weil er trotz jüngerem Alter das gleiche Training wie ich gemacht hat. Egal, ob im Gym oder auf dem Rad. Das macht ihn auf der mentalen Seite so stark", verriet der ältere Bruder.
MotoGP-Kritik an Alex Marquez: Im Duell mit Marc zu vorsichtig?
Genau diese psychische Stärke war 2025 auch gefragt, denn es war nicht immer alles Gold, was glänzte. Bereits beim zweiten Grand Prix des Jahres in Argentinien wurde Alex Marquez mit Vorwürfen konfrontiert, es seinem Bruder im direkten Zweikampf zu leicht zu machen. Er würde es quasi gar nicht richtig versuchen, die Nummer 93 zu bezwingen. "Ich werde das immer wieder gefragt. Wann verliere ich den Respekt vor Marc? Ich würde ihn zu sehr respektieren. Das ist respektlos gegenüber mir. Ich bin ein Rennfahrer, ich gebe immer 100 Prozent. Ich versuche alles für mein Team und meine Sponsoren. Ja, er ist mein Bruder und natürlich habe ich beim Überholen etwas mehr Respekt vor ihm. Aber ich bin auch der Erste, der ihn schlagen will", schäumte er daraufhin und erinnerte: "Das ist Marc. Er ist nicht grundlos ein achtmaliger Weltmeister. Was wollt ihr von mir? Ich gebe alles, um ihn zu schlagen. Aber momentan reicht das einfach nicht. Wir haben gekämpft, ich habe es probiert. Aber heute war er einfach schneller als ich." Daraufhin war es erstmal gut, doch beim Double-Header in Mugello und Assen kochten die Vorwürfe erneut hoch. "Ich werde ihn schon angreifen, wenn ich kann. Aber das geht nicht, wenn er schlicht schneller ist", musste sich Alex erneut verteidigen und Marc sah sich anschließend gezwungen, sich schützend vor den kleinen Bruder zu stellen. "Ich muss jetzt echt mal sagen, dass ihr den Fahrern gegenüber mehr Respekt zeigen müsst", schoss der Ducati-Superstar in Richtung der Medien und Fans. "Ihr sprecht darüber, dass mich Alex nicht angegriffen hätte, weil ich sein Bruder bin. Warum hat mich Marco [Bezzecchi] dann heute nicht angriffen? Wenn der Führende eine gewisse Pace hat, ist es einfach schwer, speziell auf engen Strecken. Ich habe mich einfach gut verteidigt. Nochmal: Ihr müsst die Fahrer mehr respektieren! Jeder von uns gibt alles für sein Team und seine Farben. Jeder will gewinnen, aber das kann nun mal nur einer schaffen."
Ein deutliches Matchwort der Nummer 93, das der Kritik dann auch ein berechtigtes Ende verschaffte. Denn spätestens in Barcelona zeigte sich sowieso, dass beide Piloten mit ihren Aussagen nicht gelogen hatten und Alex den älteren Bruder durchaus bezwingen kann, sofern er denn die Chance dazu bekommt. Sein zweiter Grand-Prix-Sieg und der erste Doppelsieg der Marquez-Brüder mit getauschter Reihenfolge. 73 vor 93, nicht 93 vor 73. Marc Marquez' Siegesserie war beendet, doch das tat den Feierlichkeiten keinen Abbruch. Im Gegenteil. Vor den eigenen Fantribünen zelebrierten Alex und Marc, als hätten sie sich gerade gemeinsam zum Weltmeister gekrönt. "Das war der speziellste Moment überhaupt für mich, Marc und Alex auf den ersten beiden Plätzen zu sehen", strahlte Mama Roser und Papa Julia schwärmte: "Das war sehr emotional. Eine Sensation, eine sehr besondere Emotion. Ich habe noch nie etwas Vergleichbares gefühlt." Was gibt es schließlich auch Größeres als einen Doppelsieg vor Heimpublikum? "Jerez war schon gigantisch, aber da hat mir Marc gefehlt. Jetzt bis zur letzten Runde mit dem eigenen Bruder um den Sieg zu kämpfen, und das vor all unserer Familie und unseren Freunden, das ist verrückt. Das ist nicht normal, das gab es noch nie. Das ist sehr speziell", stimmte Alex Marquez ein und ServusTV-Experte Stefan Bradl erkannte: "Das ist Wahnsinn. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Das Brüderpaar kämpft um den WM-Titel und ihr Verhältnis zueinander leidet darunter kein Bisschen. Sie leben zusammen in einem Haus in Madrid, sie teilen sich alles und trainieren zusammen. Da gibt es überhaupt keine Probleme. Das jetzt im Sport so auszutragen, das ist ja eine Lovestory vom Allerfeinsten."

Marquez-Dominanz in der MotoGP: Ausnahme oder neue Regel?
Kein Wunder also, dass Marc und Alex Marquez diese Erfolgsgeschichte noch so lange wie möglich weiterschreiben und jeden Moment bis zur allerletzten Sekunde auskosten wollen. Doch wie realistisch ist eine Wiederholung der Saison 2025 denn überhaupt? Ist die Marquez-Dominanz die neue Norm in der MotoGP oder bleibt das Kalenderjahr 2025 vielleicht doch eher als 'Freak-Saison' in Erinnerung? "Wir haben eine sehr enge Beziehung zueinander, enger als je zuvor. Wir wollen beide nur das Beste füreinander. Jetzt liegen wir auf den Plätzen eins und zwei in der Weltmeisterschaft. Das gab es noch nie zuvor und es wird sehr schwer, das in Zukunft nochmal zu wiederholen", zeigte sich Marc Marquez bereits in Barcelona skeptisch. Doch ist seine Angst berechtigt? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.
Einerseits darf nämlich schon erwartet werden, dass es 2026 schwerer für die Marquez-Brüder werden wird. Francesco Bagnaia zeigte in Motegi, dass der alte 'Pecco' noch in ihm schlummert. Kann er diese Topform im neuen Jahr wieder dauerhaft an den Tag legen, wird er eine Herausforderung für beide Marquez-Brüder darstellen. Gleiches gilt für Aprilia und Marco Bezzecchi, die Alex in den vergangenen Monaten bereits regelmäßig bezwingen und Marc mehrfach vor echte Probleme stellen konnten. Gelingt dem italienischen Duo über den Winter ein weiterer Schritt, werden auch sie selbst für Marc Marquez zu einer echten Gefahr. Potenziell gilt das 2026 auch für den verletzungsgebeutelten Jorge Martin, der dann mit einer vollen Saisonvorbereitung im Gepäck wieder angreifen könnte. Das Paket würde es jedenfalls hergeben, das zeigt Stallgefährte Bezzecchi. Dann ist auch KTM und Pedro Acosta ein weiterer Schritt zuzutrauen. Honda kommt in großen Schritten angeflogen und auch Yamaha lässt mit dem V4-Wechsel zumindest keinen Stein mehr umgedreht. Die Konkurrenz kommt, es wird nächste Saison also wahrlich nicht leichter.
Das Gute aus Marquez-Sicht: Auch Alex sitzt 2026 auf Werksmaterial. Ducati hat ihn als Belohnung für seine "beeindruckende" Saison auf die GP26 befördert, so zumindest die öffentliche Darstellung. Zur Wahrheit gehört wohl auch, dass der Gresini-Pilot nur deshalb befördert wurde, weil VR46 keine zweite Werksmaschine haben wollte, aber das spielt letztlich auch keine Rolle. Verdient ist die Beförderung allemal und sicherlich auch gerne gesehen, gilt die GP25 doch als eine Art Diva. Im Vorjahr tat sich Alex Marquez mit einer ähnlichen Zicke - der GP23 - schwer. Nicht undenkbar also, dass es ihm 2026 auf der GP25 ähnlich wie aktuell Bagnaia oder Fabio Di Giannantonio ergangen wäre. So aber entgeht er diesem potenziellen Schicksal und darf auf weitere Erfolge hoffen. Es gibt keine Ausreden mehr: "Ich bin sehr froh für mich und das Team. Wir haben fantastische Arbeit geleistet und das absolut verdient. Jetzt haben wir alle Voraussetzungen, um auch 2026 eine starke Saison zu fahren."
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