Fabio Quartararo ist wohl noch nie derartig niedergeschlagen zu einem Saisonauftakt angereist wie zu diesem Thailand GP von 2026. Der MotoGP-Weltmeister von 2021 erklärte frustriert, wie aussichtslos sich das Projekt V4-Motor bei Yamaha derzeit für ihn darstellt.

Fabio Quartararo: V4-Yamaha sieben Zehntel langsamer als 2025

"Ich habe keinerlei Erwartungen", stellte 'El Diablo' am Donnerstag vor dem Rennen in Buriram gleich einmal unmissverständlich klar. Für einen anerkannten Spitzenfahrer wie ihn ist die Aussicht auf Chancenlosigkeit kaum zu ertragen. "Es ist schwer, da gelassen zu bleiben, weil ich mir meines Potenzials bewusst bin", meint der Franzose. Beim Test ging es deshalb bereits emotionaler zu. Mehr dazu in unserem Video:

Yamaha-Stimmung am Tiefpunkt! Stinkefinger für MotoGP-Bike (08:42 Min.)

Mit dem neuen V4-Motor ist die M1 bisher eine Krücke und hängt dem Feld deutlich hinterher. Es fehlte in den Testfahrten an allem: Motorleistung, Setup-Basis, Topspeed und Zuverlässigkeit. "Das Renntempo bei den Tests war etwa sieben Zehntel langsamer als [mit dem Reihenmotor, Anm. d. Red.] im letzten Jahr", stellt Quartararo knallhart fest. Er selbst könne nichts dagegen tun: "Es sind die Ingenieure, die etwas finden müssen, das uns eine Basis gibt."

Der Glaube daran, dass Yamaha bald Fortschritte gelingen, verblasst immer mehr. "Yamaha weiß nicht, wann das Motorrad schnell sein wird, aber in sechs Monaten [seit den ersten Tests und Wildcards des V4-Motors 2025, Anm. d. Red] haben wir keine Verbesserung erzielt", berichtet der Ex-Weltmeister von seinen Eindrücken. Tatsächlich wurde die Lage vielleicht sogar noch schlimmer. Zum zweiten Testtag in Sepang musste ein Fahrverbot ausgesprochen werden. Zuletzt beim Test in Buriram gingen dann die Motoren aus. Mehr dazu hier:

Fabio Quartararo über geklärte Zukunft erleichtert: Die Honda läuft gut!

Wie lange Yamaha für die ersten spürbaren Verbesserungen brauchen wird, ist also derzeit nicht abzusehen. Eines steht jedoch fest: Quartararo wird höchstens noch ein Jahr lang die Probleme des V4-Motors aus Hamamatsu ertragen müssen. Sein Abschied für 2027 steht fest. "Ich kann nicht viel über meine Zukunft sagen, nur dass ich meine Entscheidung getroffen habe und dass mir das auch mental hilft", meint der Franzose zunächst. Und dann teilt er uns doch noch vielsagend das mit, was das Paddock ohnehin seit Wochen weiß: "Honda hat ein Motorrad, das gut läuft." Auf diesem wird der Franzose im kommenden Jahr sitzen. Es fehlt nurmehr die offizielle Bestätigung.

Auch wenn Fabio Quartararo kaum vorne mitmischen können wird, so erwarten wir uns dennoch einen spannenden Saisonauftakt der MotoGP in Thailand. Wie ihr diesen im TV und Stream verfolgen könnt, haben wir hier für euch zusammengefasst: