"Es wird wahrscheinlich nicht jeder Grand Prix so gut laufen wie dieser", hatte Pedro Acosta nach dem starken Auftakt in die MotoGP-Saison 2026 in Thailand gewarnt. Schon drei Wochen später darf sich der WM-Führende in seiner Prognose bestätigt fühlen: Am Samstag in Brasilien lief für KTM wenig bis nichts zusammen.
MotoGP-Klatsche in Brasilien: KTM erlebt schwachen Samstag in Goiania
Bereits das Qualifying ließ erahnen, dass da ein schwieriger Tag auf die Orangenen aus Mattighofen zukommen könnte. Maverick Vinales (20.), Brad Binder (21.) und Enea Bastianini (22.) landeten geschlossen am Ende des Feldes. Einzig Acosta verhinderte eine völlige Blamage, kam in Goiania aber auch nicht über Startplatz neun hinaus und verpasste damit erstmals seit Misano 2025 wieder die ersten beiden Reihen. Wer daraufhin im Sprint auf die KTM-übliche Aufholjagd hoffte, wurde enttäuscht: Wieder nur P9 für Acosta, P15 für Binder, P17 für Bastianini und ein vorzeitiges Aus nach Sturz für Vinales. Da schnitt dank Fabio Quartararo selbst Yamaha besser ab.
Was war am Samstag also derart schiefgelaufen? Eine direkte Erklärung gibt es nicht. "Das Problem ist, dass wir einfach langsam waren", haderte Acosta, auch wenn Platz neun wohl nicht das wahre Potenzial der RC16 im Autodromo Internacional Ayrton Senna widerspiegelte: "Mein Hinterrad hat beim Start durchgedreht. Unsere wahre Pace wäre wohl zwischen Platz vier und Platz sechs gelegen."
Selbst mit einem besseren Auftakt im Sprint wäre ein Kampf um den Sieg wie vor drei Wochen in Buriram aber unmöglich gewesen. "Ducati und Aprilia sind hier deutlich besser, während alle KTMs zu kämpfen hatten", lautete das eindeutige Fazit. So weit erstmal nichts Dramatisches, zumal schwächere Wochenenden ja eingeplant waren. Was aber schon besorgniserregend ist: Alle KTMs klagten am Samstag über unterschiedliche Probleme. Acosta fehlte es beispielsweise an Topspeed, Binder an Pace auf eine Runde, Vinales an Grip am Vorderrad und Bastianini an grundsätzlichem Gefühl für das Motorrad.
KTM sucht nach einheitlichem Weg: "Brauchen dringend mehr Grip!"
Womöglich eine Folge dessen, dass die vier KTM-Piloten aktuell nicht mehr am gleichen Strang ziehen und auf unterschiedliche Pakete setzen? Vinales wollte sich auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com nicht festlegen. "Letztes Jahr habe ich einen Weg eingeschlagen, der für mich gut funktioniert hat und dann haben die anderen Fahrer nachgezogen", rechtfertigte er sich zunächst und gestand dann: "Ich bin mir nicht sicher, ob wir dieses Jahr schon den richtigen Weg gefunden haben. Wir brauchen dringend mehr Grip, sonst wird das Endergebnis immer das gleiche bleiben."
Sicher nicht die Worte, die KTM-Fans aktuell hören wollen. Bei einem normalen Rennverlauf ist am Sonntag im Brasilien-GP also kaum mit Besserung zu rechnen. Die Top-Fünf könnten für Acosta mit einem besseren Start möglich sein, Podium und Sieg aber selbst dann außer Reichweite. Somit droht auch der Verlust der WM-Führung. Hoffnung macht einzig der Blick auf das Wetterradar, es könnte durchaus nass werden. Acosta würde sich jedenfalls freuen: "Ich hoffe, dass es morgen regnet. Sonst werden wir leiden."
Deutlich besser war die Stimmung am Samstag bei Jorge Martin. Der Aprilia-Pilot kehrte nach 17 Monaten Abstinenz auf das Podium zurück und schoss direkt gegen Teamkollege Marco Bezzecchi. Hier gibt's alle Infos:



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