Den ersten 'echten' MotoGP-Sieg wollte Pedro Acosta am Sonntag im Thailand-Grand-Prix holen, nachdem er bei seinem Premierenerfolg im Sprint 24 Stunden zuvor noch von einer strittigen Strafe gegen Marc Marquez profitiert hatte. Geklappt hat das allerdings nicht: Der KTM-Youngster musste sich hinter Marco Bezzecchi abermals mit dem zweiten Platz in einem Hauptrennen der Königsklasse begnügen. Damit rückt ein ungewollter Rekord nun immer näher, aber letztlich überwog dann doch die Freude über ein starkes Auftaktwochenende in Buriram.
Klare Steigerung gegenüber 2025: KTM startet eindrucksvoll in neue Saison
"Das ist ein tolle Art und Weise, in die neue Saison zu starten. Denn ich erinnere mich noch zu gut, dass wir hier letztes Jahr große Probleme hatten, überhaupt in die Top-Zehn zu kommen", erinnerte Acosta. Damals frisch aus der Insolvenz kommend, war für ihn und KTM in Buriram nicht mal im Ansatz an den Kampf um das Podium zu denken. Vielmehr stürzte er im Thailand-GP 2025 auf Platz neun liegend und hatte zu diesem Zeitpunkt - nach lediglich drei Runden - schon mehr als vier Sekunden Rückstand auf den späteren Rennsieger Marc Marquez angehäuft. Kein Vergleich mehr zum Rennen zwölf Monate später: "KTM hat exzellente Arbeit geleistet. Ich weiß, dass sie zu 100 Prozent pushen und mir jetzt ein besseres Motorrad zur Verfügung gestellt haben, mit dem ich speziell am Ende weniger leide."
Der Reifenverschleiß war 2025 noch eines der großen Probleme der RC16 im Renntrimm. In diesem Jahr könnte sich das Bild nun aber gewandelt haben. Während die Konkurrenz im Verlauf des Thailand-GPs langsam einging, machte Acosta bis zum Rennende nur Boden gut. Nachdem er sich nach und nach an Alex Marquez, Fabio Di Giannantonio, Jorge Martin sowie zweimal an Marc Marquez vorbeigekämpft hatte, schloss er in der zweiten Rennhälfte sogar noch eine Lücke von mehr als drei Sekunden zu Raul Fernandez, um noch auf Platz zwei zu klettern. Damit sicherte er sich den Verbleib an der Spitze der MotoGP-Weltmeisterschaft. Einziger Schönheitsfleck: Gegen Rennsieger Bezzecchi war der 'Hai von Mazarron' chancenlos, verlor bis zur Zielankunft happige 5,543 Sekunden Sekunden.
"Wir haben noch viel Arbeit vor uns", warnte Acosta daher auch sofort davor, jetzt abzuheben. Ohne Bezzecchis Patzer im Sprint - er stürzte auf Platz eins liegend - könnte die Welt auch ganz anders aussehen. "Aprilia und Ducati sind extrem schnell, speziell in der Timeattack. Da müssen wir uns noch verbessern, um uns das Leben selbst zu erleichtern. Wir sind nicht mehr so schlecht wie letztes Jahr, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns", lautete die klare Ansage der Nummer 37, sich vom starken Auftaktwochenende in Buriram nicht blenden zu lassen.

WM-Führung nach Thailand: WM-Kampf für Pedro Acosta machbar?
Ist ein längerfristiger Verbleib an der Spitze der Fahrer-WM also überhaupt möglich? "Das weiß ich nicht", gab Acosta offen und ehrlich zu. Er wolle noch gar nicht an die Weltmeisterschaft denken und in den nächsten Wochen erstmal einfach so weitermachen wie bisher: "Wir müssen ruhig bleiben und unsere Hausaufgaben erledigen. Wir müssen realistisch bleiben und nicht mehr erwarten, als wir tatsächlich auch leisten können." Genau damit hatte der 21-Jährige in den vergangenen Saisons schließlich auch zu kämpfen. Immer wieder versuchte er mit seinem Motorrad um Plätze zu kämpfen, um die er offensichtlich nicht kämpfen sollte und bezahlte dafür den Preis mit etlichen Stürzen.
Doch dieser Acosta gehört der Vergangenheit an: "Ich mache weniger Fehler als noch 2024 oder 2025. Früher wurde ich nervös, wenn ich nicht alles unter Kontrolle hatte. Ich habe aber gelernt, ruhiger zu bleiben. Ich nutze mein Gehirn jetzt auch in schwierigen Situationen." Zumindest der Spanier selbst scheint also bereit für einen Titelkampf. Ob das auch für sein Motorrad gilt, werden die nächsten Monate zeigen. Acosta gab sich realistisch: "Es wird wahrscheinlich nicht jeder Grand Prix so gut laufen wie dieser. Aber wir leisten in der Box zumindest gute Arbeit. So müssen wir einfach weitermachen." Was ihm Hoffnung machen könnte: Der erste Sprintsieger einer MotoGP-Saison wurde am Jahresende immer auch Weltmeister. 2023 Francesco Bagnaia, 2024 Jorge Martin und 2025 dann Marc Marquez. Vielleicht jetzt also Pedro Acosta?
Was meint ihr: Können KTM und Acosta in diesem Jahr ein ernsthaftes Wörtchen im Titelkampf mitreden? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!



diese MotoGP Nachricht