Gleich drei neue Grand-Prix-Sieger brachte die MotoGP-Saison 2025 zum Vorschein. Zunächst triumphierte Alex Marquez im Spanien-GP, später dann noch Rookie Fermin Aldeguer in Mandalika und Raul Fernandez auf Phillip Island. Mit Johann Zarco und Marco Bezzecchi kehrten zudem zwei Piloten auf die oberste Stufe des MotoGP-Podiums zurück, die dort schon länger nicht mehr gestanden hatten. Nur einer blieb 2025 mal wieder sieglos: Pedro Acosta.

Der Moto2-Weltmeister von 2023 schaffte in der zurückliegenden Saison zwar die erwartete Steigerung gegenüber seines bereits sehr überzeugenden Rookiejahres 2024, holte in Summe sieben Sprint- sowie fünf Grand-Prix-Podien und schnappte dem vermeintlichen Titelanwärter Francesco Bagnaia so auf den letzten Metern noch Rang vier in der Weltmeisterschaft weg, doch der erlösende erste MotoGP-Sieg blieb eben wie schon 2024 aus. Und genau deshalb droht Acosta nun ein ungeliebter Negativrekord.

Die meisten Podien in der Königsklasse ohne Grand-Prix-Sieg:

PlatzFahrerPodien ohne Sieg
1.Colin Edwards12
2.Pedro Acosta10
Graeme Crosby10
4.Bob Brown9
Peter Williams9
Raymond Roche9
Ron Haslam9
8.Paddy Driver8
Pol Espargaro8
10.Carlo Bandirola7
Steve Baker7
Niall Mackenzie7

Wie ihr obiger Tabelle entnehmen könnt, hat Acosta inzwischen nämlich schon zehn Grand-Prix-Podien in seiner noch jungen MotoGP-Karriere eingefahren, zuletzt beim vorletzten Saisonrennen 2025 in Portimao. Mehr Podestplätze ohne einen einzigen Grand-Prix-Sieg brachte in der 76-jährigen Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft nur der unglückliche Colin Edwards zustande, der mehrfach knapp an seinem Debütsieg vorbeischrammte. Das wohl bekannteste Missgeschick des US-Amerikaners: Als er 2006 bei der Dutch TT nach einem geglückten Überholmanöver gegen Nicky Hayden führend in die Schlussschikane einbog, auf das Gras kam, dort zu stark beschleunigte, das Heck seiner Camel-gelben Yamaha verlor und anschließend im Kiesbett liegend mit ansehen musste, wie Hayden als Erster über den Zielstrich fuhr.

Hier haben wir diesen legendären MotoGP-Moment nochmal für euch in Bildern zusammengefasst:

Foto: Milagro
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Foto: Milagro
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Pedro Acosta: Bald der MotoGP-Fahrer mit meisten Podien ohne Rennsieg?

Holt Acosta 2026 zwei weitere Podien an einem Sonntag, ohne dabei einmal ganz oben zu stehen, wird er zumindest temporär mit Edwards gleichziehen und im Falle eines dritten Grand-Prix-Podiums ohne Sieg sogar zum neuen Rekordhalter aufsteigen. Gar nicht mal unwahrscheinlich, denn der 21-Jährige aus Mazarron machte zuletzt keinen Hehl daraus, dass das Podium mit der RC16 gerade das Maximum sei und in der Fabrik noch ordentlich geackert werden müsse, ehe die KTM wieder siegfähig wäre. Einzig dicke Upgrades über den Winter könnten Acostas Chancen auf ein Umgehen der Rekordeinstellung wohl merklich reduzieren.

Doch selbst wenn Acosta im Verlauf der Saison 2026 mit Edwards gleichziehen oder gar vorbeiziehen sollte, muss er nicht auf ewig neuer Rekordhalter bleiben. Sobald der erste MotoGP-Sieg eingefahren wird, verschwindet sein Name wieder aus der Liste der meisten Grand-Prix-Podien ohne Rennsieg. Dass das möglich ist, zeigte Johann Zarco erst vor zwei Jahren. Der Franzose hatte beginnend mit seiner Rookie-Saison 2017 zwischenzeitlich sogar 19 Podestplatzierungen angehäuft, ehe er auf Phillip Island in einem Herzschlagfinale erstmals gewinnen und den ungeliebten Negativrekord wieder an Edwards zurückreichen konnte.

Einen anderen, deutlich erfreulicheren MotoGP-Rekord hat Pedro Acosta derweil schon seit geraumer Zeit inne. Um welchen beeindruckenden Bestwert es sich dabei genau handelt? Das erfahrt ihr in diesem Artikel: