Er war einer Topfavoriten beim Saisonfinale, doch um den Sieg beim Valencia-Grand-Prix konnte Pedro Acosta am Sonntag zu keiner Zeit mitreden. Fast fünf Sekunden verlor der 21-jährige Lokalmatador im letzten Rennen des MotoGP-Jahres 2025 auf die Aprilias von Marco Bezzecchi und Raul Fernandez. Als wäre das nicht schon Schelte genug, entriss ihm aber Fabio Di Giannantonio in der vorletzten Runde auch noch den letzten verfügbaren Podestplatz. Ein ziemlich gebrauchter Tag für Acosta also, anstelle des erhofften Durchbruchs an der Spitze.
Keine Pace am im Valencia-GP: Darum war Pedro Acosta chancenlos
Doch was war überhaupt so derart schiefgelaufen, dass der KTM-Youngster im Valencia-GP ganze 4,749 Sekunden auf jenen Piloten verlor, den er 24 Stunden zuvor im Sprint noch um 2,578 Sekunden distanziert hatte? "Reifenabbau, das ist unser Hauptproblem. Die anderen Hersteller machen da am Sonntag nochmal einen Schritt, während wir allenfalls stagnieren", erklärte Acosta und verriet, dass er zusätzlich noch von Problemen mit den Ride-Height-Devices ausgebremst wurde. "Das Front-Device hat sich nicht deaktiviert und dann hat sich in Kurve zwei auch noch das Heck abgesenkt. Keine Ahnung, warum. Ich konnte beides erst in Kurve vier deaktivieren, da hat mich Raul aber schon überholt. Sehr ärgerlich, aber wir haben immerhin unser Bestes versucht."
Letztlich reichte es eben zu Platz vier - nicht nur im Grand Prix, sondern auch in der Fahrer-WM. Francesco Bagnaia konnte durch seinen Ausfall nicht mehr vorbeiziehen. Freuen wollte sich Acosta darüber aber nur wenig. "Mit Blick darauf, wie wir die Saison gestartet haben - ich glaube, dass ich als Elftplatzierter nach Jerez gekommen bin - war das kein schlechtes Comeback. Wir sind konstanter geworden und hatten einige Top-Fünf-Ergebnisse", kommentierte er zunächst, ließ dann aber schnell durchblicken: "Letztlich fehlt uns noch viel. Ich bin mit dem Traum hierhergekommen, um eine Weltmeisterschaft zu kämpfen und das war nicht möglich. Wir hatten ein paar gute Resultate, aber das reicht nicht."
Auf einer Skala von eins bis zehn würde Acosta seine MotoGP-Saison 2025 daher auch nur mit einer "fünf" bewerten, bestenfalls Mittelmaß also - und das, obwohl er selbst auch einige positive Erkenntnisse ziehen konnte. "Ich denke, dass ich viel gelernt habe. Ich bin ein besserer Fahrer geworden. Ich bin jetzt viel konstanter", gab er an. Erfreulich, aber nur bedingt. Denn: "Ich will jetzt mehr. Ich mache jetzt alles im Rahmen meiner Möglichkeiten. Ich stürze nur noch selten, ich mache kaum noch Fehler. Du kannst aber nicht jedes Mal perfekte Rennen fahren und selbst mit einem perfekten Rennen ist das Podium aktuell unser Limit. Da müssen wir besser werden."
Pedro Acosta und die RC16? Das ist also noch keine Liebesbeziehung. Ganz anders sieht das bei Marco Bezzecchi und der RS-GP aus. Der Italiener machte seiner Aprilia am Sonntag sogar einen Antrag. Die kuriosen Hintergründe könnt ihr hier nachlesen:
Pedro Acosta macht Druck auf KTM: Wir kämpfen aktuell um Nichts!
Doch zurück zu Acosta und KTM. Dass der erste MotoGP-Sieg des 'Hai von Mazarron' noch immer auf sich warten lässt, liege also eindeutig am Motorrad und nicht mehr am Fahrer. Die Botschaft an den Arbeitgeber ist folglich klar, zumal Acosta anschließend noch deutlicher wurde: "Wir kämpfen aktuell um Nichts. Als ich bei KTM unterschrieben habe, habe ich klar gesagt, dass ich um die Weltmeisterschaft kämpfen will. Aktuell fahren wir aber um Nichts."
Es scheint also ein Winter von essentieller Bedeutung auf Mattighofen zuzukommen, will man den Ende 2026 auslaufenden MotoGP-Vertrag mit dem eigenen Goldjungen nochmal verlängern. "Wir brauchen ein besseres Motorrad", stellte Acosta die Marschrichtung unmissverständlich klar. Ob dieses vielleicht ja schon im Valencia-Test (18.11.) kommt? Die Startnummer 37 war vorsichtig optimistisch: "Es sieht zumindest so aus, als kämen am Dienstag einige bessere Teile. Drücken wir also die Daumen."
Ob KTM im Valencia-Test tatsächlich ein sichtbarer Fortschritt gelingt, erfahrt ihr bei uns sofort. Wir tickern den gesamten Dienstag durch und versorgen euch mit zahlreichen Nachberichten. Hier gibt’s alle Infos zum Test:



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