Weit mehr als ein Jahrzehnt lang war Marcel Schrötter fester Bestandteil der Motorrad-WM. In der Moto2 gehörte er zu den Stammgästen unter den Top-10. Nachdem dort 2023 Schluss war, begab er sich noch für zwei Jahre in der Supersport-WM auf Punktejagd. Für das Jahr 2026 kehrt der 32-Jährige neben einer neuen Weltmeisterschaft auch überraschend zu seinen Wurzeln zurück.

Marcel Schrötter ruft selbst an: IDM-Start bei GERT56

"Zuerst dachte ich, Marcel hätte sich verwählt. _Doch schnell wurde mir klar, dass dieser sympathische und freundliche Bayer gut in unser Teamgefüge passt", berichtete GERT56-Teamchef Karsten Wolf vom Anruf Schrötters. Wenn ein Fahrer von solchem Format anklopft, sagt ein IDM-Team natürlich nicht nein. Marcel Schrötter wird daher 2026 als Teamkollege von Toni Finsterbusch und Jan-Ole Jähnig in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft antreten.

Das Team von GERT56 für die IDM-Saison 2026
Marcel Schrötter (m.) mit seinen neuen Teamkollegen, Foto: Team GERT56

"Dieses Umfeld werde ich nach den vielen WM-Jahren genießen und mich bestmöglich in die Entwicklung des Gesamtprojekts einbringen", sagt Schrötter zu seiner Rückkehr. In der IDM hatte er 2008 und 2009 den Titel in der 125er-Klasse geholt, ehe es in die Motorrad-WM weiterging. Nun sitzt er selbstverständlich auf einer größeren Maschine als damals. In der Kategorie Superbike Euro Moto pilotiert Schrötter - wie es sich für einen Bayern gehört - eine BMW.

Nähe zu den Fans gesucht, doch Siege erscheinen Pflicht

"Auf die IDM freue ich mich besonders, weil mir diese Heimatnähe wieder mehr die Möglichkeit gibt, mit Fans und Partnern direkt in Kontakt zu kommen. Ich hoffe, sie machen regen Gebrauch von den Besuchsmöglichkeiten, dem offenen Fahrerlager und den spannenden Rennen", gibt er seine Beweggründe an. Vorfreude herrscht auch aufgrund seiner Teamkollegen: "Mit Toni Finsterbusch habe ich jemanden mit einer ähnlich langen Vita an meiner Seite und im gleichen Alter – da stimmt die Basis sowieso. Und Jan-Ole Jähnig hat in jungen Jahren wesentlich mehr Superbike Erfahrung als ich."

Jonas Folger dominierte in der IDM, Foto: Bonovo action powered by MGM Racing
Jonas Folger dominierte in der IDM, Foto: Bonovo action powered by MGM Racing

Die Erwartungshaltung dürfte groß sein, wenn ein Ex-Fahrer aus der WM antritt. Jonas Folger trat 2020 in der IDM an und dominierte die Serie sofort. Ex-Moto2-Fahrer Lucas Tulovic tat es ihm bei seiner Rückkehr 2025 mit dem Meistertitel nach. "Obwohl ich alle Strecken kenne, bin ich aber doch auf einigen länger schon nicht mehr gewesen und benötige da noch den einen oder anderen Testkilometer", mahnte Schrötter jedoch an. Am technischen Paket sollte es laut Crewchief Ronny Schlieder aber nicht liegen: "Mit unserem neuen Suspension-Partner Öhlins verfügen wir über topaktuelles Material auf höchstem Niveau. Elektronisch sind wir durch die BMW-Kit-Elektronik MRCK bestens aufgestellt."

Nicht nur IDM: Langstrecken-WM hat im Fall der Fälle Vorrang bei Marcel Schrötter

Die IDM ist übrigens nicht das einzige Engagement von Marcel Schrötter für das Jahr 2026. Der Bayer tritt auch für das Team ERC Endurance in der Langstrecken-WM an. Sollte sich die EWC mit der IDM terminlich überschneiden, so ist bereits abgemacht, dass die Weltmeisterschaft Vorrang hat. Es kann also sein, dass Schrötter nicht bei allen IDM-Rennen teilnehmen wird. Nach den aktuellen Planungen der Kalender für 2026 ist dies allerdings nicht der Fall.

Fahrerneuigkeiten könnte es auch bald in der MotoGP geben. In unserem Video widmen wir uns dem bevorstehenden neuen Vertrag von Superstar Marc Marquez und dessen Folgen:

Marc Marquez vor neuem Ducati-Vertrag! Was wird aus Bagnaia? (07:41 Min.)