Langsam scheint das fast zur Gewohnheit zu werden. Nach den beiden letzten Rennen der Saison 2025 gewinnt Marco Bezzecchi auch den MotoGP-Auftakt 2026. Beim Thailand GP machte der Italiener erfolgreich seinen Sturz vom Samstag wieder gut. Wie sehr ihn dieser beschäftigt hatte, wurde auch im Jubel einer dominanten Siegfahrt noch einmal deutlich.
Marco Bezzecchi schlägt zurück: Stürze vom Samstag nagten
"Nach gestern war es sehr wichtig, mich neu zu ordnen und im Rennen zurückzuschlagen", betonte der Aprilia-Pilot seine Erleichterung. Nach dominantem Auftritt im Test, im Training und im Qualifying erwartete alle Welt den Durchmarsch. Was im Sprint noch schiefging, wurde diesmal Realität: "Ich wusste, dass meine Pace gut ist. Falls ich gut starten würde, müsste ich gelassen bleiben und dann wäre es möglich, eine kleine Lücke zu reißen. Zum Glück ging dieser Plan auf. Ich konnte die Lücke kontrollieren. Das war nicht einfach, denn der Reifenverschleiß war kritisch. Aber wir haben gut gearbeitet. Das ganze Team hat Wunderbares geleistet. Ich kann ihnen nicht genug danken."
Wie sehr ihn seine Nullnummer des Vortages beschäftigt hatte, wurde auch im Moment des Triumphes noch einmal klar. 'Bezz' zählte jeden einzelnen Sturz des Samstags auf: "Gestern war ein Tag, wo ich zu viel wollte. Am Morgen war ich schnell und machte einen Fehler in Kurve 3, denn ich wollte das Bike auf Kurs halten. Da habe ich nicht nachgedacht. Diese kleinen Fehler kosten dich Vertrauen. Der Sturz im Qualifying ist der Einzige, der verständlich ist. Wenn du so ans Limit pushst, dann müssen dir solche Fehler erlaubt sein. Im Sprint hingegen war ich zu nervös und habe die Kurve abgekürzt. Dabei habe ich die weiße Linie leicht berührt. Ich habe einfach zu viel Geschwindigkeit in die Kurve nehmen wollen und das resultierte im Sturz. Das war kein leichter Moment für mich."
Reifen streicheln und Konzentration halten: Marco Bezzecchi meistert Hitzeschlacht in Thailand
Der Start-Ziel-Sieg im Grand Prix war also nicht nur 25 Punkte wert. Der Italiener musste sich selbst einen Leistungsbeweis liefern. In der Reifenschlacht von Buriram sah dieser wohl wesentlich einfacher aus, als er war. "Es war nicht leicht, denn wenn du auf dieser Strecke einmal den Reifen zu sehr aufheizt, dann ist es sehr schwierig, die Temperatur wieder runterzubekommen. Eigentlich ist es fast unmöglich, zu pushen ohne den Hinterreifen zu sehr zu fordern", meint der erste Saisonsieger. Ein Blick auf seinen abgefahrenen Michelin am Heck bestätigte das. Nur sahen die Gummis der Konkurrenz eben auch nicht besser aus.

Doch nicht nur das nötige Gespür für den Reifen war nötig, auch mental mussten 26 Runden bei großer Hitze durchgehalten werden. "In so einer Situation ist es auch leicht, einen Fehler zu machen, falls du die Konzentration verlierst, wenn du da allein fährst", meint 'Bezz'. Mit der Führungsposition ist er mittlerweile allerdings vertraut. In den letzten drei Grand Prix der Königsklasse war im Prinzip nur der Mann mit der Nummer 72 auf Platz Eins zu finden.
Bezzecchi und Aprilia Kandidaten für den MotoGP-Titel? "Rennen für Rennen"
Angesichts dieser Leistungen und einer im Kollektiv überzeugenden neuen Aprilia wird Bezzecchi zwangsläufig als Titelkandidat gehandelt. Doch für Kampfansagen in dieser Hinsicht ist der 27-Jährige nicht der Typ. Fast schon manisch will er nichts davon wissen.
"Die Jungs haben über den Winter einen wunderbaren Job erledigt, aber das ist erst das erste Rennen. Da sollten wir ruhig und fokussiert bleiben. An irgendeinem Punkt werden wir auch einmal Probleme haben. Das ist ganz normal, das geht allen so. Wir sollten es Rennen für Rennen angehen", antwortet er auch an diesem Sonntag, als ein möglicher WM-Kampf zur Sprache kommt. Wenn er mit dieser Einstellung auch weiter Rennen für Rennen gewinnt, wird das Thema aber nur noch größer werden. Es gibt wohl schlimmere 'Probleme' für einen Rennfahrer.
Die Führung in der Weltmeisterschaft hat aber aufgrund des Sturzes im Sprint nicht Bezzecchi, sondern KTM-Star Pedro Acosta inne. Auch er will von Titelträumen erstmal nichts wissen:



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