Die Launch-Season der MotoGP im Jahr 2026 ist offiziell eröffnet! 2024 noch Fahrer-Weltmeister mit Jorge Martin, erlebte Pramac Racing in der vergangenen Saison ein schwieriges Debütjahr mit dem neuen Partner Yamaha. In der Team-WM musste man sich erstmals seit 2006 gar mit der roten Laterne abfinden, die man nun wieder abgeben will. Dazu wurde mit Toprak Razgatlioglu ein absoluter Starfahrer an die Seite von Jack Miller geholt. Mit welchen Motorrädern das türkisch-australische Duo 2026 an den Start gehen wird? Das enthüllte das italienische Team am Dienstagabend in der Musikakademie von Siena.
Wer eine dramatische Veränderung gegenüber dem Vorjahr erwartete oder erhoffte, der wurde enttäuscht. Vielmehr behält Pramac Racing das Design aus 2025 auch 2026 weitestgehend bei. Es dominiert auch in der neuen Saison die Farbe lila von Hauptsponsor Prima. Hinzu kommen blaue Yamaha-Akzente, rote Elemente von Öl- und Schmierstoffpartner Motul und auch das Logo von Formel-1-Team Alpine ist weiterhin auf der Pramac-Yamaha präsent. Neu sind lediglich einige weiße Striche an Front, Seite und Heck.
Toprak Razgatlioglu vor MotoGP-Debütsaison: Raketen- oder Stolperstart?
Als eines von nur zwei MotoGP-Teams setzt Pramac 2026 auf eine veränderte Fahrerpaarung. Miguel Oliveira musste trotz gültigen Vertrages aufgrund einer Klausel weichen, für ihn kommt Toprak Razgatlioglu neu hinzu. Der dreimalige Superbike-Weltmeister hat im letzten Frühsommer endlich 'Ja' zur Königsklasse gesagt und sich nach zwei Jahren bei BMW zur Rückkehr zu Yamaha entschieden. Seine erste MotoGP-Saison kann er kaum erwarten, rechnet aber mit keinem leichten Debütjahr: "Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Ich weiß jetzt schon, dass es die richtige Entscheidung war, weil ich sehr warm und herzlich im Team empfangen wurde. Ich werde jedes Wochenende einfach mein Bestes geben und dann werden wir sehen, was dieses Jahr möglich ist."
Michelin-Reifen, Ride-Height-Devices und Karbon-Bremsen dürften Razgatlioglu 2026 die größten Probleme bereiten, kennt er diese aus der Superbike-WM schließlich noch nicht. Da die ersten Testfahrten in Aragon und Valencia aber überraschend positiv verliefen, gibt es auch genügend Grund zum Optimismus für alle Fans von 'Stoprak': "Auf mich wartet eine große Herausforderung, ich muss mich an das Bike anpassen und neue Strecken lernen. Aber wir haben dafür auch viel Zeit, mit vielen Tests. Ich hoffe, den richtigen Weg zu finden. Dafür brauche ich einfach nur Zeit. Ich werde immer mein Bestes geben und vielleicht können wir spätestens nächstes Jahr nach dem Regel-Reset um das Podium kämpfen."
Teambesitzer Paolo Campinoti traut seinem neuen Schützling jedenfalls alles zu: "Er hat in der Superbike-WM mehrfach bewiesen, dass er dort der beste Fahrer im Grid war. Ich habe keine Zweifel, dass er diese Leistungen auch auf einem MotoGP-Bike erbringen kann." Und auch Teammanager Gino Borsoi schwärmt von 'El Turco': "Jeder weiß, wie talentiert er ist. Ich bin mir sicher, dass er in unserem Paddock in kurzer Zeit große Fortschritte machen wird. Ich bin sehr froh, ihn jetzt bei uns zu haben. Wartet bitte ein Bisschen, aber [im Verlauf der Saison, Anm.] werden wir sicher tolle Resultate erzielen können."
Nicht nur V4-Entwicklung: Jack Miller auch 2026 wieder im Existenzkampf
Weiterhin Teil des Teams ist Jack Miller, der schon 2018 bis 2020 für Pramac fuhr [damals noch auf Ducati, Anm.] und 2025 zurückkehrte. Der Australier soll mit seiner Erfahrung von inzwischen elf Jahren Königsklasse dabei helfen, das neue V4-Motorrad von Yamaha auf Vordermann zu bringen. Gleichzeitig fährt der bald 31-Jährige aus Townsville aber (wieder einmal) auch um seine Zukunft, denn sein Vertrag läuft Ende 2026 aus. Wahrlich keine unbekannte Situation für ihn: "Es ist noch immer eine Ehre, für Yamaha fahren zu dürfen. Das Bike zu verbessern ist eine große Herausforderung, die letztes Jahr nicht immer einfach war. Aber ich bin sicher, dass dieses Jahr nicht mehr die schwierigen, sondern die schönen Momente überwiegen werden."
Es wäre für 'Thriller Miller' zu hoffen, denn einen möglichen Nachfolger hat Teammanager Gino Borsoi bereits im Auge. Um wen es sich dabei handelt und wieso der entsprechende Fahrer Borsoi an Valentino Rossi erinnert, erfahrt ihr in diesem Artikel:



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