Bis zu vier Monate Ausfallzeit prognostizierten die Ärzte MotoGP-Superstar Marc Marquez, als sich dieser im Indonesien-Grand-Prix 2025 an der rechten Schulter verletzt hatte. Das war Anfang Oktober, also fast genau vier Monate vor dem Start der Wintertestfahrten 2026. Ob Marquez im Sepang-Test fahren könnte? Das war damals nicht vollkommen gesichert. Nun gab Ducati-Teammanager Davide Tardozzi aber Entwarnung.
"Ich habe gesehen, dass er sich sehr gut macht", berichtete der Italiener im Interview mit 'GPOne.com', nachdem er sich selbst ein Bild von Marquez' aktuellem Trainingszustand gemacht hatte. Vom Streckenrand beobachtete Tardozzi, wie die Nummer 93 auf dem Aspar Circuit in Spanien etliche Runden mit einer Ducati Panigale V2 und V4 abspulte. Und was er dort sah, gefiel ihm offensichtlich: "Marc wollte trainieren und Spaß haben und das ist ihm gelungen. Natürlich saß er nicht auf einem MotoGP-Bike und das war auch keine Grand-Prix-Strecke, aber ich bin sehr zuversichtlich."
Ducati-Boss sicher: Marc Marquez zum MotoGP-Saisonstart vollständig fit
"Ich glaube, dass ich für 2026 in einer guten Verfassung sein werde", hatte Marquez selbst bereits Mitte November beim Saisonfinale 2025 in Valencia verlautbaren lassen. Damals war seine Schulter noch ruhiggestellt, erst kurz vor Weihnachten saß der 32-Jährige wieder auf einem Motorrad. Seither wird fleißig am Comeback geschuftet, offenbar erfolgreich. Ob Marquez in guter Verfassung zum Sepang-Test (3. bis 5. Februar) reisen werde? "Wenn er nicht schon bei 100 Prozent sein wird, dann wird er zumindest sehr nahe dran sein", räumte Tardozzi sämtliche Zweifel aus dem Weg. Der Ducati-Teammanager weiter: "Das Ziel ist, bis zum ersten Rennen bereit zu sein und bis dahin haben wir noch anderthalb Monate. Wir machen uns keinerlei Sorgen."
Davide Tardozzi glaubt: Francesco Bagnaia 2026 wieder in Topform unterwegs
Alle Marquez-Fans können also aufatmen, und vielleicht auch alle Anhänger von Francesco Bagnaia. Denn über den Stallgefährten der Nummer 93 verlor Tardozzi ebenfalls positive Worte. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir beginnend mit den Tests in Malaysia wieder einen anderen Pecco sehen werden", meinte er.
Der zweimalige MotoGP-Weltmeister war 2025 in eine tiefe Formkrise gestürzt und speziell zum Saisonende hin vom einen Debakel in das nächste gefahren. Doch damit soll im neuen Jahr Schluss sein. "Ich bin überzeugt, dass Pecco 2025 auf eine positive Art und Weise verarbeitet hat. Er wird nur stärker aus seinen Problemen zurückkommen. Denn er ist eine mental sehr starke Person und ich glaube nicht, dass wir [2026, Anm.] eine 2025er-Version von Pecco vorfinden werden, sondern vielmehr eine Version wie 2024."
Damals gewann Bagnaia elf der 20 Grand Prix, holte zudem sieben Sprintsiege und sechs Pole Positions. Im dramatischen Titelkampf mit dem damaligen Pramac-Star Jorge Martin verlor er nur knapp. Sollte der 28-Jährige aus Turin in der neuen Saison tatsächlich wieder an diese Leistungen anknüpfen können, wäre das wohl eine Freude für die ganze MotoGP-Welt. Auch für ihn persönlich wäre das aber sehr wichtig, denn sein Vertrag läuft Ende 2026 aus. Will er bei Ducati bleiben, darf sich eine Saison wie 2025 nicht wiederholen.
Positiv für Bagnaia: Ein potenzieller Rivale im Kampf um seinen Ducati-Platz könnte sich vergangene Woche selbst aus dem Rennen genommen haben. Wie es Gresini-Youngster Fermin Aldeguer nach seiner Verletzung aktuell geht, erfahrt ihr hier:



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