Nicky Hayden. Aleix Espargaro. Alvaro Bautista. Johann Zarco. Jorge Martin. Francesco Bagnaia. Während seiner inzwischen schon 15-jährigen Amtszeit als Teammanager in der Motorrad-Weltmeisterschaft hat Gino Borsoi schon mit so manchem Topfahrer zusammen. Nicht weniger als neun WM-Titel hat das genannte Sextett zusammen eingefahren. Bleibenden Eindruck scheint aber vor allem ein anderer Pilot beim aktuellen MotoGP-Teammanager von Pramac Racing gelassen zu haben.

Gino Borsoi lobt Moto2-Talent: Er ist eine Kopie von Valentino Rossi

"Er hat brutales Talent", schwärmt Borsoi im Interview mit der spanischen Tageszeitung 'Marca'. Welchen Fahrer er damit meint? Keinen geringeren als Izan Guevara! Richtig gelesen. Auf den aktuellen Moto2-Piloten hält Borsoi große Stücke, zieht sogar den Vergleich zu der MotoGP-Legende schlechthin: "In Japan wurde ich gefragt, wem [Guevara] am ehesten entspricht und mich persönlich erinnert er sehr an Valentino Rossi wegen seines unglaublichen Verlangens Rennen zu fahren und zu siegen, aber auch, weil er die gesamte Paddock-Atmosphäre erleben will. Er lacht, macht viele Scherze und arbeitet genauso, wie Vale das getan hat. Er ist eine Kopie von ihm."

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Die größtmögliche Wertschätzung also, die Borsoi da offenbart. Gänzlich überraschend kommt sie allerdings nicht. Denn der Italiener trat 1997 in der 125ccm-Klasse nicht nur selbst gegen Valentino Rossi an, er ist auch ein langjähriger Förderer von Guevara. Damals noch für das Aspar-Team arbeitend, verhalf er dem jungen Spanier aus Palma de Mallorca 2021 zum Debüt in der Motorrad-WM, in der Folgesaison wurde man gemeinsam Moto3-Weltmeister. Nachdem Borsoi 2023 zu Pramac wechselte, trennten sich die Wege für zwei Jahre, doch zur Saison 2025 dann die Wiedervereinigung. Guevara wurde Teamkollege von Tony Arbolino im neu gegründeten Moto2-Team von Pramac und Yamaha.

Dort gelang dem 21-Jährigen seine bislang beste Saison in der mittleren WM-Klasse, nachdem er die hohen Erwartungen in seinen ersten beiden Moto2-Jahren beim Aspar-Team nicht erfüllen konnte. 134 Punkte brachten Guevara WM-Rang elf ein, nur Jake Dixon (5.) und Celestino Vietti (7.) schnitten auf der Boscoscuro besser ab. Neben einem Podestplatz in Mandalika war das große Highlight zweifellos das Saisonfinale, wo Guevara im Schatten der WM-Entscheidung zwischen Diogo Moreira und Manuel Gonzalez endlich seinen ersten Moto2-Sieg einfahren konnte.

MotoGP-Aufstieg mit Pramac Yamaha für Izan Guevara?

Zwei Tage später dann die Überraschung: Als 'kleines Geschenk' für den Premierenerfolg ließ Yamaha das Nachwuchstalent, das auch 2026 wieder für Blu Cru Pramac Yamaha in der Moto2 fahren wird, im Rahmen des Privattests am Mittwoch nach dem Valencia-Test einige Runden auf der YZR-M1 drehen. Das MotoGP-Debüt für Guevara also. Zehnmal durfte er den Circuit Ricardo Tormo umrunden, Jack Miller lieh ihm dazu freundlicherweise seine Crew.

Izan Guevara durfte in Valencia erstmals auf die Yamaha-M1 springen, Foto: Yamaha Motor Racing Srl
Izan Guevara durfte in Valencia erstmals auf die Yamaha-M1 springen, Foto: Yamaha Motor Racing Srl

Vielleicht ein richtungsweisender Moment in Guevaras Karriere. Denn Borsoi schaute natürlich genau zu und war beeindruckt: "Sein Test war sehr gut. Er war nach ein paar Runden schon auf einem Niveau mit den MotoGP-Fahrern. Seine Fähigkeit, schon nach kurzer Zeit zu verstehen, was man auf dem Motorrad machen muss, ist bemerkenswert." So sehr sogar, dass der Pramac-Teammanager offen zugab, eine MotoGP-Beförderung Guevaras nicht mehr auszuschließen: "Ich hoffe, dass sich diese Fähigkeit von ihm schon für 2027 als Schlüssel für den Aufstieg in die Königsklasse erweisen wird."

Sollte Guevara 2026 den Schritt zum Moto2-Spitzenfahrer machen und vielleicht sogar um den WM-Titel kämpfen können, wäre der Weg in die MotoGP aufgrund seiner Pramac-Beziehungen jedenfalls kurz. Und Platz wäre beim Team von Borsoi ebenfalls. Innerhalb des aktuellen Yamaha-Quartetts verfügt nur Toprak Razgatlioglu schon über einen Vertrag für die Saison 2027. Die Kontrakte von Fabio Quartararo, Alex Rins und Jack Miller laufen dagegen aus und bei allen Dreien ist ein Abschied respektive eine Trennung auch durchaus denkbar.

Um ernsthaft für das MotoGP-Team von Pramac in Erwägung gezogen zu werden, muss Izan Guevara aber erstmal die Leistung aus Valencia bestätigen. Welche Nachwuchstalente 2026 ebenfalls durchbrechen könnten, verraten wir euch in diesem Artikel: