Herzlich Willkommen im Jahr 2026! Die Vorfreude auf die neue MotoGP-Saison wird in den kommenden Wochen mit Teampräsentationen und Testfahrten steigen. Marc Marquez, Fabio Quartararo, Marco Bezzecchi und Co. werden uns hoffentlich spannende Rennaction liefern. Heute widmen wir uns aber ein paar Namen, die den Fans vielleicht noch nicht so leicht über die Zunge gehen. In der Vorschau auf die neue Motorrad-Saison stellt euch Motorsport-Magazin.com einige Nachwuchstalente vor, die den Weg in das Konzert der Großen finden könnten.

Moto2 machte es 2025 vor: Diogo Moreira und Barry Baltus nicht auf dem Zettel

Dabei wollen wir dezidiert nicht auf die offensichtlichsten Kandidaten eingehen. Dass die Moto2-Superrookies David Alonso und Dani Holgado oder auch Vizemeister Manuel Gonzalez Anwärter auf MotoGP-Plätze werden könnten, wird niemanden mehr überraschen. Ebenso sollte mittlerweile fast jeder von Supertalent Max Quiles gehört haben, der als klarer Favorit auf den WM-Titel der Moto3 in die Saison 2026 geht.

Die Aspar-Teamkollegen David Alonso und Dani Holgado
David Alonso (l.) und Dani Holgado (r.) sind offensichtliche MotoGP-Kandidaten, Foto: Aspar Team

Vielmehr geht es heute um Namen, die vielleicht noch ein wenig unter dem Radar fliegen, aber überraschend schnell auf der Bildfläche auftauchen könnten. 2025 haben wir solche Geschichten erlebt, denn mit Diogo Moreira als Moto2-Weltmeister und MotoGP-Aufsteiger hatten trotz offensichtlichem Talent wohl nur die Wenigsten gerechnet. Auch Barry Baltus wird kaum jemand auf den dritten Platz der Gesamtwertung getippt haben. Wer könnte für die nächste Überraschung sorgen?

Izan Guevara: Die Verbindung zu Yamaha steht bereits

Wir beginnen mit der Moto2 und einem alten Bekannten, der ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Izan Guevara fuhr 2022 in souveräner Manier zum Moto3-Titel und galt als der nächste Star aus der schier endlos wirkenden spanischen Produktionslinie an Talenten. In der Moto2 versandete dieser Ruf jedoch in zwei fahrigen ersten Jahren. Abgesehen von durchweg großartigen Startrunden fiel der Spanier selten auf, bis zum Saisonfinale 2025.

Gino Borsoi und Izan Guevara auf dem Moto2-Podium in Valencia
MotoGP-Teammanager Gino Borsoi kann Izan Guevara hautnah beobachten, Foto: IMAGO / PsnewZ

In Valencia sahen wir wieder den Guevara, der die Moto3 im Sturm erobert hatte. Der Sieg rundete eine Verdopplung der Punktzahl im Vergleich zum Vorjahr ab. Dabei ist besonders wichtig zu betonen, in welchem Team er diesen ersten Moto2-Triumph holte. Pramac gründete die neue Nachwuchsabteilung für Yamaha. Dazu gab es auch eine Umstellung von Kalex auf Boscoscuro für Guevara zu bewältigen. Wenn er den Trend der letzten Saisonrennen aufrechterhalten kann, dann sind die Drähte in Richtung Königsklasse kurz.

Collin Veijer: Im Schatten von Alonso und Holgado, aber keineswegs langsam

Für Kandidat Nummer zwei werfen wir einen Blick über die deutsche Grenze in die Niederlande. Dort liegt nicht nur die Kult-Rennstrecke von Assen, nein. Dort wurde auch Collin Veijer geboren. Hinter den siegreichen Rookies Holgado und Alonso ist 2025 ein wenig untergegangen, dass ihr alter Moto3-Rivale keineswegs eine schlechte Debütsaison in der mittleren Klasse hingelegt hat.

Zwar stockte es zu Saisonbeginn noch ein wenig und eine Verletzung zwang ihn zwei Rennen lang auf die Zuschauerplätze, doch zum Saisonende bewies uns der Ajo-Pilot mit etwas mehr Erfahrung auf der Habenseite sein Können. Platz zwei auf der Fahrerstrecke in Portimao war das große Highlight, dem er gleich noch einen guten vierten Rang in Valencia folgen ließ. Mit 97 Punkten sammelte er auch mehr als Weltmeister Moreira in seiner damaligen Debütsaison 2024 (80 Punkte waren es damals für den Brasilianer). Veijer hat also sein Potential bewiesen, es wurde einfach nur von zwei Ausnahmeerscheinungen überstrahlt.

Collin Veijer im Moto2-Training
Collin Veijer will im zweiten Jahr überzeugen, Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

Von Rueda gebügelt, aber nicht zu unterschätzen: Angel Piqueras

Da Holgado und Alonso derart in die Moto2 einschlugen, wollen wir auch noch einen Rookie ins Spiel bringen. Als logische Wahl erschien auf den ersten Blick wohl Moto3-Weltmeister Jose Rueda. Doch nach dem furchtbaren Unfall in Malaysia und dem Verpassen erster Testfahrten wäre es mit Sicherheit falsch, ihm eine hohe Erwartungshaltung aufzubürden. Er muss erst wieder ins Rennfahrerleben zurückfinden, bevor sich sein großes Potential erneut entfalten kann.

Angel Piqueras zeigt einen Wheelie
Angel Piqueras ist ein großes Talent, Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

Stattdessen blicken wir auf den Mann, der es 2025 nicht vermochte, Rueda zu gefährden. Eigentlich hatten alle den WM-Angriff von Angel Piqueras erwartet, doch es wurde am Ende 'nur' eine gute Saison als der Vize im Schatten des Weltmeisters. Parallelen zu Dani Holgado und David Alonso im Jahr 2024 können durchaus gezogen werden. Das gewaltige Talent Piqueras' bestreitet aber weiterhin niemand. Dazu hat er mit dem internen Aufstieg bei Top-Team MSi ein gutes Umfeld. Sein Teamkollege Ivan Ortola - der ebenfalls zu beachten sein wird - kann eine gute, aber eben nicht demoralisierende, Messlatte darstellen. Unter den Moto2-Neulingen dürfte Piqueras also die besten Voraussetzungen genießen.

Valentin Perrone: Nur der Pass ist hier eine Mogelpackung

Zum Abschluss wollen wir natürlich auch noch auf die kleinste Klasse blicken. In der Moto3 ist der Weg in die MotoGP noch ein weiter und wesentlich mehr ein Blick in die Glaskugel, doch an Talent mangelt es derzeit wirklich nicht im Geringsten. Da war es schwierig, eine Auswahl zu treffen.

Max Quiles und Valentin Perrone im Fotofinish in Ungarn
Valentin Perrone(l.) scheiterte in Ungarn nur hauchdünn am ersten Sieg, Foto: Red Bull Content Pool

Im zweiten Jahr trauen wir Valentin Perrone einen Schritt nach vorne zu. Der unter argentinischer Flagge startende Mann aus Barcelona sorgte in seiner Rookie-Saison bereits mit zwei Pole-Positions, zwei Podien und einem unglaublichen Save in Spielberg für Aufsehen. Leider wurde er durch einen heftigen Unfall in Indonesien gebeutelt, woraufhin in den letzten Rennen ein wenig die Luft raus war. Über die Winterpause sollte er sich erholen und wieder angreifen können. Mit Tech3 hat er ohnehin ein gutes Team an seiner Seite.

Die Moto3 hat nicht nur Spanier zu bieten: Achtung auf Danish und Pratama

Das gilt auch für Hakim Danish. Der junge Malaie kommt mit der Empfehlung von Rang drei im Red Bull Rookies Cup in die Motorrad-WM. Bei Top-Team MSi ist er bereits ein Rennen als Wildcard und zwei weitere als Ersatzpilot gefahren. Sofort drang er ins Q2 vor und hielt sich im Grand Prix problemlos in den Punkterängen. Das Heimrennen in Malaysia endete leider im Defekt, doch vieles spricht dafür, dass er 2026 häufiger jubeln darf als solche Enttäuschungen zu erleben.

Das Red-Bull-Rookies-Cup-Podium 2025
Danish (l.) und Pratama (r.) überzeugten im Rookies Cup, Foto: Gold & Goose / Red Bull Content Pool

Der letzte junge Mann unserer Vorschau hat keine so guten technischen Voraussetzungen wie Danish, aber nicht weniger Talent. Der erst 17-jährige Indonesier Veda Pratama wurde gar Zweiter im Rookies Cup. Honda hatte da sofort die Hand drauf und holte ihn ins hauseigene Nachwuchsprogramm. Im Honda Team Asia wird er dann logischerweise auch eine Maschine der Japaner pilotieren und diese war den KTMs zuletzt recht deutlich unterlegen. Dennoch sind mit diesem Motorrad Achtungserfolge möglich und genau diese sollten wir ihm zutrauen, denn niemand nimmt es zufällig in so jungen Jahren mit den Spaniern in den Nachwuchsserien auf. Ai Ogura muss mittelfristig also nicht der einzige Vertreter Asiens auf Spitzenniveau bleiben.

Hättet ihr jemand anderen herausgehoben? Welche Talente habt ihr für die Saison 2026 auf dem Zettel? Sagt es uns in den Kommentaren.