Jack Miller (3.), Fabio Quartararo (5.) und Alex Rins (10.) - Yamaha brachte am MotoGP-Freitag zum Malaysia-Grand-Prix gleich drei Fahrer in die Top-Zehn und damit direkt ins Q2. Das gelang in diesem Jahr zuvor erst zweimal. Rein auf dem Papier sollte der Hersteller aus Iwata also jeglichen Grund zur Freude haben. Tatsächlich war am Freitagnachmittag aber das Gegenteil der Fall, Ernüchterung machte sich bei den Blauen breit.
"Das war kein guter Tag. Wir wissen, dass wir über eine Runde schnell sein können. Aber in Summe ist die [Renn-]Pace überhaupt nicht vorhanden und ich fühle mich nicht gut auf dem Bike", klagte ein sichtlich angefressener Fabio Quartararo stellvertretend für seine Markenkollegen und war sich sicher: "Diese Platzierung ist für das Rennen überhaupt nicht realistisch, weil wir keinerlei Pace haben."
Fabio Quartararo: Augusto Fernandez' Gesichtsausdruck sagt alles
Es droht also ein ähnlicher Rückfall wie zuletzt auf Phillip Island. Doch das dürfte am Freitag nicht die Hauptsorge von 'El Diablo' gewesen sein. Denn zusätzlich zur eigenen Leistung gefiel Quartararo auch die Performance von Yamaha-Wildcard-Pilot Augusto Fernandez mit dem V4-Motorrad überhaupt nicht. Ob er schon mit dem Spanier gesprochen habe, wurde Quartararo in seiner Medienrunde gefragt. Die Antwort war mehr als vielsagend: "Ich habe nicht gefragt, weil ich sehe, wie es läuft. Ich kann es an den Ergebnissen und seinem Gesicht ablesen."
Fernandez beendete das Training auf dem 23. und letzten Platz, verlor 2,415 Sekunden auf die Bestzeit von Pedro Acosta. "Ich hatte einen schwierigen Tag erwartet, aber nicht so", bestätigte die Startnummer 7 dann auch genau das, was Quartararo ohnehin schon erkannt hatte. Das große Problem: "Ich fühle mich nicht allzu schlecht auf dem Motorrad, aber wir verlieren mit jeder Beschleunigung Zeit. Ich weiß, dass sie [die Yamaha-Ingenieure, Anm.] noch sehr vorsichtig mit der Motorleistung sind. Aber es war schon hart für mich zuzusehen, wie ich auf jeder Geraden überholt werde."

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 326,2 km/h wurde Fernandez am Freitag geblitzt, war damit ganze zehn km/h langsamer als Spitzenreiter Enea Bastianini (336,4 km/h) und acht km/h langsamer als die besten Yamahas von Rins und Miller (334,3 km/h). Dahingehend nicht überraschend, weil die Japaner schon vor dem Wochenende angekündigt hatten, erneut nicht mit voller Power fahren zu wollen. Aber Fernandez zeigte nach dem Freitag dafür nur wenig Verständnis. "Wir sollten mehr Leistung freischalten. Auch wenn sich der Motor aktuell ganz angenehm anfühlt, müssen wir herausfinden, wie er sich mit voller Leistung anfühlt", haderte er und warnte: "Wir haben noch viel Arbeit vor uns und nicht mehr viel Zeit."
Yamaha seit Misano ohne V4-Test: Muss dringend besser werden!
Den dritten und letzten Wildcard-Einsatz mit dem V4-Motorrad wird Fernandez bereits in drei Wochen beim Valencia-GP (14. - 16.11.) abhalten, ehe die Stammfahrer zwei Tage später im Valencia-Test (18.11.) nochmal darauf Platz nehmen werden. Die Zeit drängt also, doch bei Yamaha scheint sich aktuell wenig zu bewegen. Wie Quartararo am Freitag verriet, gab es seit Misano keinen Privattest mehr mit dem V4-Motorrad - sehr zum Unverständnis der Piloten. "Ich würde gerne mehr fahren. Speziell auch, weil ich mit null Pace hier ankomme. Ich fahre gerade nicht an meinem persönlichen Leistungslimit, ich werde frühestens am Sonntag auf der Höhe sein", schimpfte auch Fernandez auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com , der sich am Freitag quasi erst wieder 'in den Flow' fahren musste.
Ohne weitere V4-Tests in den letzten sechs Wochen dürfte es aber auch nicht von Ungefähr gekommen sein, dass sich die Yamaha-Testmannschaft am Freitag etwas auf dem verlorenen Posten präsentierte. "Wir haben wieder bei Null angefangen, wir suchen immer noch nach dem Basis-Setup", klagte Fernandez weiter und nahm seinen Arbeitgeber daher in die Pflicht: "Wir müssen unser [V4-]Programm für nächstes Jahr dringend verbessern."
Was meint ihr: Gelingt Yamaha bis Valencia noch eine Trendwende? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren! Beim Grand Prix und den Testfahrten in Valencia nicht dabei sein wird derweil Marc Marquez. Für den MotoGP-Weltmeister ist die Saison 2025 bereits gelaufen. Alle Infos dazu findet ihr hier:



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