Es ist jedes Jahr eine entscheidende Frage auf dem MotoGP-Fahrermarkt: Welcher Moto2-Fahrer scheint für einen Aufstieg in die Königsklasse bereit? Die Saison 2025 liefert bisher einen eindeutigen Kandidaten: Manuel Gonzalez. Der schnellste Mann im Nachwuchs spricht nun erstmals über seine Königsklassenambition.
Beeindruckende Moto2-Bilanz: Manuel Gonzalez gelingt der Sprung nach ganz vorn
"Seit ich das erste Mal auf dem Motorrad saß, habe ich mich mit dem neuen Chassis, dem Vorderrad und der Aufhängung, die sich von denen des letzten Jahres unterscheiden, sehr wohl gefühlt", berichtet er im Interview mit der 'Mundo Deportivo'. Seit seinem Einstieg in die Moto2 in der Saison 2022 hat er in jedem Jahr Fortschritte gezeigt. Mit dem Wechsel zum deutschen Team von Intact-GP und dem neuesten Kalex-Modell erfolgte in dieser Saison der Größte: Aus einem Außenseiter auf den Titel ist der absolute Top-Favorit geworden.

Nur eine Kollision im Rennen in Silverstone und eine falsche Reifenwahl in Austin verhindern, dass Gonzalez die Fahrer-WM nicht deutlicher anführt. Der Spanier ist eindeutig der schnellste Mann. In sieben Rennen gab es fünfmal die Pole-Position. In den anderen beiden Qualifyings belegte 'ManuGAS', wie sein Spitzname seit Kindheitstagen lautet, jeweils Rang zwei. Und auch im Rennen liefert er ab: Abgesehen von den beiden Problemtagen stehen da nur Podestplätze in der Bilanz, darunter drei Siege.
Wie er das macht? Nun, indem er in der Garage nicht viel macht. "Es ist eine Kategorie, in der man sehr leidet, wenn man keine sehr gute Basis auf dem Motorrad hat. Ich bin an diesem Punkt angelangt, und der Beweis dafür ist, dass wir das Motorrad seit dem Vorsaisontest in Jerez nur wenig verändert haben. Wir machen die notwendigen Anpassungen je nach Strecke, aber wir haben zu keinem Zeitpunkt große Änderungen vorgenommen", erklärt der 22-Jährige. Das Vertrauen in das im Winter erarbeitete Basis-Setup zahlt sich bisher aus. Gonzalez ist überall sofort schnell.
Gonzalez träumt von der MotoGP: Welche Chancen bieten sich?
Längst stellt sich die Frage: Wäre er das auch in der MotoGP? Der Blick ist darauf gerichtet: "Ich kann Ihnen sagen, dass mein Manager anfängt, sich umzuhören, wo immer er kann. Er ist viel unterwegs und fragt die Teams, welche Ideen sie haben. Es stimmt, dass es noch früh ist, denn ich komme aus der Moto2 und die MotoGP-Teams müssen sich erst bewegen. Wir warten ab, welche Möglichkeiten sich uns bieten und welche Chancen wir bekommen können."
Eine Präferenz oder gar ein Wunschszenario für einen Aufstieg in die Königsklasse äußert er bewusst nicht. "Zuerst müssen wir sehen, welche Möglichkeiten es gibt, aber im Moment würde ich keine Marke ablehnen. Abgesehen von Ducati sind sie alle auf dem gleichen Level. Wenn ich aus der Moto2 komme, kann ich nur sehr wenig verlangen, also werden wir sehr aufmerksam sein, welche Optionen sich ergeben und wir werden die beste nehmen, wenn sich die Gelegenheit ergibt", lautet die Devise.
Moto2-Titel bisher immer Garant für MotoGP-Aufstieg
Momentan wartet der Transfermarkt noch auf einige Schlüsselentscheidungen. Wo landet Jorge Martin? Wechselt Pedro Acosta wirklich? Dazu steht bei einigen Fahrern die MotoGP-Zukunft in Frage. Für Gonzalez ist es also eine kluge Entscheidung, sich nicht auf ein Wunschszenario zu versteifen. Seine beste Möglichkeit bleibt es, sich weiterhin als schnellster Mann im Nachwuchs zu empfehlen. Und eine Statistik sollte dabei als Motivation dienen: Seit Beginn der Moto2-Klasse 2010 stieg der Weltmeister nur ein einziges Mal nicht in die Königsklasse auf. Aber auch diese Karriere war ein Erfolg. Johann Zarco verteidigte den Moto2-Titel und begann dann seine MotoGP-Karriere ein Jahr später.
Wie Zarco derzeit mit Honda zum Höhenflug ansetzt, das könnt ihr hier erfahren:



diese MotoGP Nachricht