Das zweite Formel-1-Wochenende von Audi beginnt erst einmal ohne Top-10-Ergebnis. Sowohl Nico Hülkenberg als auch Gabriel Bortoleto bleiben im Sprint-Qualifying in SQ2 hängen und müssen den Sprint von den Plätzen 11 und 14 aufnehmen. Zu viele kleine Probleme summieren sich, auch wenn es am Ende knapp war.

15 Tausendstel hätte Hülkenberg bloß noch finden müssen, dann hätte er Isack Hadjars Red Bull ausgeknockt und wäre in SQ3 aufgestiegen. Doch es reichte nicht knapp. 15 Tausendstel kann man letztendlich überall mit einer minimalen Verbesserung finden, doch vielleicht hätte es Hülkenberg schon gereicht, wenn ein ungewöhnlicher Defekt ihm in SQ2 nicht auf die Nerven gegangen wäre.

Nico Hülkenberg im Taktik-Blindflug: Audi-Funk fällt aus

"Ich hatte keinen Funk mehr, dann bist du im Auto blind und musst die Dinge selbst managen, ohne Feedback, das hat nicht geholfen", ärgert sich Hülkenberg. In den brandneuen 2026er-Autos, bei denen jede Ausfahrt auch eine Lernerfahrung ist, stört das den Fahrer noch mehr als sonst.

Hülkenberg brachte trotzdem den Fahrplan für SQ2 sauber über die Linie, fuhr wie beabsichtigt eine zusätzliche Vorbereitungsrunde, dann eine Push-Runde, eine Kühl-Runde, und dann noch eine Push-Runde. Auf dem zweiten Versuch konnte er sich allerdings nicht verbessern. Vielmehr fuhr er fast die identische Zeit. Genau hier hätte Funk-Feedback ohne Zweifel geholfen.

Sein Renningenieur hätte Hülkenberg im Detail mitteilen können, wo er basierend auf dem ersten Versuch noch Potenzial gehabt hätte. So aber musste Hülkenberg sich das selbst zusammenreimen. Natürlich, der Nachteil der gebrauchten Reifen im zweiten Versuch ist immer da, aber es waren eben nur 15 Tausendstel, die er finden hätte müssen, und dass die Reifen noch was hergaben, zeigt eben die Tatsache, dass er noch einmal die gleiche Zeit fahren konnte.

"Schade, es so knapp zu verpassen", ärgert sich Hülkenberg etwas, aber insgesamt will er sich deshalb nicht aufregen. "Es fühlt sich solide an, vom Vormittag an schon schienen wir in keiner schlechten Lage. Scheinbar sind wir wieder mittendrin im Mittelfeld-Fight."

Der Funk-Ausfall ist nun schon der zweite ungewöhnliche Systemschaden, den Audi zu Saisonbeginn erlitten hat. In Australien war Hülkenbergs Telemetrie auf dem Weg in die Startaufstellung ausgefallen, wodurch das Team anfangs nicht einen gleichzeitig auftretenden Defekt live diagnostizieren konnte. Letztendlich musste man Hülkenberg dort vor dem Start in die Box schieben und aufgeben.

Technische Audi-Gebrechen in China alle bei Gabriel Bortoleto?

Das Auto selbst lief aber für Hülkenberg in China reibungslos. Das kann Teamkollege Gabriel Bortoleto nach P14 nicht behaupten: "Seit FP1 hatten wir ein paar Probleme mit der Power Unit. Dinge, die wir zum ersten Mal entdecken. Natürlich ist das hier ein neuer Streckentyp, du hast andere Kurvenarten und Dinge, die wir davor noch nie gesehen haben."

War es in Australien noch Hülkenberg gewesen, der alle technischen Gremlins abbekam, scheint es in China jetzt seinen Teamkollegen zu erwischen. "Deshalb schienen wir stets einen Schritt hinterherzuhinken", erklärt Bortoleto seine eineinhalb Zehntel Rückstand auf Hülkenberg damit. Im Sprint wird es nun wohl schwierig für Audi, ein Auto in die Top-8 und damit in die Punkteränge zu bekommen.

"Wir werden im Hintergrund da unsere Probleme versuchen zu lösen, und dann im Qualifying wieder unser Bestes geben", meint Bortoleto daher. Hülkenberg setzt sich keine großen Ziele: "Wir nehmen mit, was wir heute gelernt haben, und zielen morgen drauf ab, weiter nach vorn zu kommen."

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