Mercedes dominiert den Auftakt der Formel 1 in China. Die Bestzeit beim einzigen Freien Training am Sprint-Wochenende ging an WM-Leader George Russell. Der Brite benötigte für eine Runde des Shanghai International Circuits 1:32,741 Minuten und ließ damit Teamkollege Kimi Antonelli knapp hinter sich. Der Rest der Welt war deutlich abgeschlagen.

Das Ergebnis: Wie üblich trainierten die Piloten auf Medium- und Soft-Reifen für das Sprint-Qualifying. Die Bestzeiten wurden am Ende der Session auf den weichen Pirellis erzielt. Darauf war Russell eine Zehntelsekunde schneller als Antonelli. Lando Norris fehlte im McLaren als erstem Mercedes-Verfolger schon mehr als eine halbe Sekunde. Weitere zwei Zehntel dahinter reihte sich Osacar Piastri im zweiten McLaren ein.

Für Ferrari war das Training ein bitterer Rückschlag. Charles Leclerc fehlten auf Rang fünf schon acht Zehntelsekunden. Der Monegasse kam auf seinem letzten Versuch in der Zielkurve leicht ins Kiesbett, viel mehr wäre aber auch ohne den Fehler nicht drinnen gewesen. Lewis Hamilton hatte auf Rang fünf sogar schon 1,3 Sekunden Rückstand.

Max Verstappen musste sich noch hinter Ollie Bearman im Haas auf Rang acht einsortieren. Dem Red-Bull-Piloten fehlten 1,8 Sekunden. Nico Hülkenberg und Pierre Gasly komplettierten die Top-10. Gabriel Bortoleto im zweiten Audi landete auf Rang zwölf.

Die Zwischenfälle: Schon am Ende der Outlap kamen sich Lewis Hamilton und Lando Norris in die Quere. Hamilton fuhr auffällig langsam, bog aber nicht in die Boxengasse ab - was Norris aber offenbar vermutete. Deshalb stach der Weltmeister in der Zielkurve innen rein. Hamilton blieb aber auf der Strecke, sodass der McLaren den Ferrari leicht touchierte. Beide konnten ohne Probleme weiterfahren, die Stewards schauten sich den Fall an, legten ihn aber schnell ad acta.

Kurz darauf gab es die nächste Schrecksekunde für Hamilton. Beim Anbremsen auf Kurve sechs brach plötzlich das Heck aus, der Rekordsieger der Formel 1 drehte sich in die asphaltierte Auslaufzone. "Die Bremsen haben blockiert", funkte der Brite. Sein Medium-Reifensatz hatte damit das beste schon hinter sich.

Die Technik: Nach der kurzen Ausfahrt beim Wintertest fuhr Ferrari erstmals wieder mit dem Heckflügel, der sich im SM um 180 Grad nach hinten dreht. Beide Fahrer hatten die Macarena- oder Flip-Flop-Flügel genannte Konstruktion am Auto. Eine weitere Ferrari-Innovation des Jahres 2026 fand den Weg an den Haas. Auch der Ferrari-Kunde hat nun ein kleines Winglet auf der Crash-Struktur hinter dem Auspuff.

Technik-Probleme gab es bei den Racing Bulls. Arvid Lindblad musste seinen Boliden früh in der Session am Streckenrand abstellen. Aus dem Cockpit war zuvor Rauch aufgestiegen. Probleme mit dem Red-Bull-Antriebsstrang hatte Isack Hadjar schon in Melbourne. Der Franzose fährt deshalb mit einem neuen Verbrennungsmotor inklusive neuem Turbolader und MGU-K.

Eine neue Komponente gab es auch für Fernando Alonso. Honda hat es offenbar geschafft, eine weitere Batterie zu produzieren. Der Altmeister durfte die neue Komponente fahren. Immerhin 18 Runden kam er damit, auch bei Teamkollege Lance Stroll gab es keine gravierenden Zuverlässigkeitsprobleme.

Das Wetter: Unter strahlend blauem Himmel stieg das Quecksilber auf lediglich 13,5 Grad Celsius. Der Asphalt erhitzte sich auf immerhin 25 Grad. Für das Sprint-Qualifying heute werden ähnliche Bedingungen erwartet. Am Samstag prognostizieren die Meteorologen ähnliches Wetter, am Sonntag ziehen Wolken auf.