Flavio Briatore machte in China seinem Ruf, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wieder einmal Ehre. Als wäre es keine große Sache, bestätigte er in der offiziellen FIA-Pressekonferenz die Gerüchte, dass sich Mercedes in Verhandlungen um einen Einstieg beim Formel-1-Team von Alpine befindet. Ebenso schonungslos ehrlich zeigte er sich, als er die Leistung von Alpine beim Saisonauftakt in Australien bewerten sollte.

Briatore nennt Alpin-Leistung "schwach"

"Unsere Leistung war schwach. Wir sind überhaupt nicht zufrieden", lautete sein Urteil. Auf den Grund wollte er nicht eingehen, betonte lediglich, dass man "wisse, wo das Hauptproblem liege, und versuche, es so schnell wie möglich zu lösen." Kurzer Rückblick: Nach einem soliden Wintertest in Bahrain dümpelten Pierre Gasly und Franco Colapinto in den Freitagstrainings außerhalb der Top-15 herum. Im Qualifying lief es mit den Rängen 14 und 16 nur eine Spur besser.

Immerhin holte Gasly im Rennen als Zehnter den letzten WM-Zähler, wenn auch mit einer Runde Rückstand auf Sieger George Russell. Dass Mercedes das Feld wie schon 2014 zu dominieren scheint – im Sprint-Qualifying hatten die Gegner nicht den Hauch einer Chance -, ist für Briatore keine Überraschung. "Ehrlich gesagt: Glückwunsch! Sie haben einfach einen besseren Job gemacht. Das ist die Realität. Das war viele Jahre lang bei Red Bull so, und jetzt ist es bei Mercedes passiert", so Briatore.

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Briatore nennt klares Ziel: Platz sechs bis acht

Angesichts der Tatsache, dass seit dieser Saison eine Mercedes Power Unit den A526 befeuert, verwundert dieses Lob nicht wirklich – anders als Briatores Aussage, wonach er es Mercedes gleichtun will. "Das ist unsere Motivation. Wir müssen von diesen Leuten lernen - sie haben einen großartigen Job gemacht", so Briatore. Der Italiener ist seit 2024 beim französischen Rennstall als Executive Advisor und Director am Ruder. De facto hält er aber die Position als Teamchef.

Nach Jahren des Misserfolgs und einem abgeschlagenen letzten Platz in der Konstrukteurs-WM 2025 erwartet Briatore, dass Alpine 2026 wieder voll im Kampf dabei ist. "Wir haben vier Top-Teams, die sehr, sehr stark sind. Und danach kommt der Rest. Also kämpfen wir darum, vor dem Rest zu sein. Wir wollen auf den Plätzen sieben, acht, vielleicht sechs landen - in diesem Bereich des Feldes", stellte Briatore klar. So gesagt, so getan. Im Sprint-Qualifying sorgte Gasly mit Platz sieben für eine faustdicke Überraschung. Der Alpine-Pilot ließ sogar beide Red Bulls hinter sich.