Mercedes dominierte bereits den Formel-1-Saisonauftakt in Australien nach Belieben und geriet nur in den ersten Runden in Gefahr. Beim zweiten Rennwochenende in China schicken sich die Silberpfeile nun dazu an, der Konkurrenz erneut eines überzubraten. Im Sprint-Qualifying gab es niemanden, der auch nur ansatzweise ihre Pace mitgehen konnte.

George Russell fuhr ungefährdet zur Pole Position, seiner ersten überhaupt in einem Sprint. Das gelang ihm auch so einfach, weil Teamkollege Andrea Kimi Antonelli sich jeweils einen klaren Schritt hinter ihm einreihte. In SQ3 waren es in beiden Runs etwa drei Zehntelsekunden. 0,621 Sekunden betrug der Rückstand des Drittplatzierten, Lando Norris im McLaren, am Ende der Session auf dem Shanghai International Circuit. Anders ausgedrückt: 0,68 Prozent. Das ist immerhin eine klare Senkung im Vergleich zu Australien, als die Differenz zum ersten Verfolger noch ein Prozent betrug.

Auch der Wind rüttelt nicht an der Pole von George Russell

An der drückenden Überlegenheit, die die Silbernen von Beginn bis zum Ende des Sprint-Qualifyings an den Tag legten, ändert diese Zahl kaum etwas. "Das Auto war wirklich den ganzen Tag großartig", feierte Russell zum wiederholten Mal seine Ingenieure. Einige letztlich unbegründete Sorgen kamen bei ihm nur im entscheidenden Segment auf. "Es war ein bisschen schwierig, denn in SQ3 nahm der Wind zu und sowohl wir als auch die McLarens verloren etwas Speed auf den Geraden", so Russell. Das sind Sorgen auf hohem Niveau. Vor dem zweiten Run war ihm die Pole kaum mehr zu nehmen.

Den Unterschied im teaminternen Duell machte Russell im letzten Sektor. Denn bis zur langen Gerade war Antonelli auf Augenhöhe mit dem WM-Führenden, erst dort verlor er jeweils etwa zwei bis drei Zehntelsekunden. Beim ersten Anlauf vor der letzten Kurve, beim zweiten vor der Haarnadel. "Die Pace ist sehr stark. Ich habe nur meine Runde am Ende auf den Softs nicht zusammenbekommen", bilanzierte der Italiener seinen Auftritt am Freitagnachmittag.

Mercedes geht mit breiter Brust in den Formel-1-Sprint: Auch Starts sind jetzt besser

Doch komplett unbesorgt geht Mercedes trotzdem nicht in den ersten Formel-1-Sprint des Jahres. Denn der Start war schon beim Australien-GP der große Knackpunkt. Ferrari verfügt über einen kleineren Turbo und kam schon seit den Testfahrten deutlich besser aus den Startlöchern, ein Bild, das sich in Melbourne fortsetzte. Mercedes hingegen hinterließ in dieser Disziplin den schwächsten Eindruck. Deshalb könnte Lewis Hamilton auf Startplatz 4 im Sprint die größte Hürde für ein Mercedes-Schaulaufen werden.

"Hoffentlich fliegt keiner der schnell startenden Ferraris an mir vorbei", fürchtet Russell. Der Brite gelobt aber, dass man seit letzter Woche deutliche Verbesserungen an der Start-Performance hinbekommen habe. "Der volle Fokus seit Melbourne lag darauf, wie wir diese Starts verbessern können", erklärte er und führte zufrieden an: "Mein Trainingsstart am Morgen war schon viel besser. Es war mein bester in dieser Saison."

Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin stimmte dem zu: "Wir haben in den letzten Tagen viel Arbeit auf die Starts und auf das Energiemanagement auf der Formationsrunde gelegt. Morgen ist eine gute Gelegenheit, das in der Praxis umzusetzen."

Überhaupt keine Rolle im Sprint-Qualifying spielte auf den vorderen Positionen Red Bull. Max Verstappen holte sich nur Startplatz 8 und sprach von einem Desaster. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen: