McLaren sieht Mercedes und Ferrari vorne. Für Ferrari sind Red Bull und Mercedes die Teams, die es zu schlagen gilt. Mercedes erklärte Red Bull zur Messlatte und Red Bull sieht sich als vierte Kraft hinter ihnen allen. Bis zum Start der Formel-1-Saison 2026 dauert es noch drei Wochen und die Top-Teams schieben sich den Schwarzen Peter der Favoritenrolle weiter gegenseitig zu. Bei den zweiten Testfahrten in Bahrain steigt nun auch Red Bulls Teamchef Laurent Mekies in die Diskussion der Tiefstapler ein, obwohl er das eigentlich gar nicht möchte.
6.000 (fast) problemlose Kilometer, aber: "Können uns nicht zufriedengeben"
"Es ist ein Ratespiel. Ich habe die Tipps meiner Kollegen hinterfragt und möchte eigentlich nicht mitspielen. Aber wir denken, dass Mercedes, Ferrari und McLaren derzeit um einiges schneller sind als wir", schätzte der Franzose und vertrat damit die gleiche Meinung wie sein Technik-Chef Pierre Wachè. Wie viel schneller die Konkurrenz ist, könne Mekies nicht sagen. Auch eine Reihung der drei traue er sich nicht zu, nur bei Platz eins ist er sich sicher: "Mercedes ist das schnellste Team."
Im Gegensatz zu seinen Kontrahenten ist Mekies noch nicht völlig überzeugt von der ersten hauseigenen Power Unit. Der DM01 zeigte in den ersten zwei Wintertests eine überraschende Zuverlässigkeit: Die Bullen legten allein über 3.000 Kilometer hin, das Schwesternteam der Racing Bulls fast genau so viel. "Wir hatten einen sehr guten Start. Sind wir in einer Position, in der wir uns damit zufriedengeben können? Nein", sagte Mekies ganz klar. "Wir kennen die Größe der Konkurrenz. Wir wissen, wie hoch der Berg ist, den wir noch erklimmen müssen. Wir sind leider nicht die Messlatte."
"Wir werden noch viele unangenehme Momente haben, in denen der Abstand zur Konkurrenz zu groß sein wird, in denen das Auto auf der Strecke stoppen wird und nicht aus der Garage kommen wird", prophezeite der Teamchef am Mittwochmittag. Mekies sprach zu diesem Zeitpunkt bereits aus Erfahrung. Am ersten Vormittag des Bahrain-Tests konnte Red Bull lediglich 13 Runden abspulen, weil ein Problem Isack Hadjar in der Garage hielt. Am Nachmittag konnte er wieder auf der Strecke mitmischen. Später stellte sich heraus, dass die lange Standzeit einem Druckverlust in einem der Kühlflüssigkeitssysteme geschuldet war.
Trotz Lob für Motor: "Brauchen noch Zeit, um gewünschtes Level zu erreichen"
Seit dem Start der Testfahrten gab es aus allen Ecken des Fahrerlagers Lob für den Ford-Antrieb. Ein komplett neues Motorenprojekt aus dem Boden zu stampfen und diese Anzahl an Runden ohne größere Zuverlässigkeitsprobleme abzuspulen, ist schließlich kein leichtes Unterfangen. Das weiß auch Mekies: "Wir dürfen nicht vergessen, dass vor drei Jahren noch ein Feld dort war, wo unsere PU-Fabrik heute steht. Unsere Leute in Milton Keynes können stolz auf sich sein."
Das Lob dürfe man sich jetzt aber nicht zu Kopf wachsen lassen. "Wir versuchen den Lärm niedrig zu halten und uns auf uns selbst zu konzentrieren. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Wir sind uns sehr sicher, dass wir zurzeit den anderen Top-Teams nachlaufen. Der Kampf nach vorne wird massiv sein und wir brauchen noch viel Zeit, bis wir das Level erreicht haben, das wir möchten", stapelte der Red-Bull-Teamchef weiter tief.
Auch wenn Mekies sein Team in der Hackordnung auf Rang vier sieht, kann sich diese Einschätzung noch ändern. Denn wir befinden uns erst in den ersten Wochen des Reglements und der ehemalige Ingenieur weiß genau, dass auf technischer Seite noch viel passieren wird: "Es wird ein großes Entwicklungsrennen auf Chassis-Seite sowie auf PU-Seite geben. Wir alle werden unsere Autos noch weiterentwickeln und optimieren. Dann werden sich die Dinge wieder verändern. Aber das ist, was wir alle lieben."
Dinge könnten sich viel schneller ändern, als Laurent Mekies sich das vielleicht gedacht hat. Denn im Streit um den Mercedes-Motor gibt es nun eine Deadline! Die Details dazu gibt es im Artikel:



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