Knapp, aber doch schaffte George Russell es am Mittwochabend einmal mehr an die Spitze der Formel-1-Testfahrten. Mit 1:33,459 drückte er die bisherige Mercedes-Bestmarke von Bahrain noch einmal nach unten. Das für die letzte Test-Woche angekündigte Update fällt äußerlich dafür bescheiden aus.

Da waren die Updates auf jeden Fall, als der Mercedes W17 am Mittwoch wieder aus der Garage rollte. "Wir haben mehrere Updates diese Woche, also war unser Programm heute darauf fokussiert, diese zu evaluieren und sicherzustellen, dass wir keine bösen Überraschungen erleben", bestätigte Russell.

"Sie scheinen zu tun, was wir erhofft haben", bestätigt Chefingenieur Andrew Shovlin schließlich am Abend. Äußerlich muss man aber schon die Lupe auspacken, um Updates zu finden. Verkleidung und Kühl-Setup im hinteren Bereich von Motorabdeckung und Seitenkasten wurden adaptiert, es fehlen die vorgezogenen Auslassschlitze. Der Seitenkasten ist jetzt eine kompakte Einheit.

Technik-Details am Mercedes W17 beim zweiten Test in Bahrain
Der neue Seitenkasten am Mercedes, Foto: IMAGO / Nordphoto / Ricardo Larreina Amador
Technik-Details am Mercedes W17 beim zweiten Test in Bahrain
Der neue Seitenkasten am Mercedes - gut sichtbar die fehlende hintere Öffnung, dafür gibt es vorne Kiemen, Foto: IMAGO / NurPhoto / Ricardo Larreina Amador
Technik-Details am Mercedes W17 beim zweiten Test in Bahrain
Ein Frontflügel mit Zusatz-Element auf der Endplate-Außenflanke wurde getestet, Foto: IMAGO / Nordphoto

Am Vormittag testete Mercedes außerdem einen Frontflügel mit einem außen an der Endplatte angebrachten oberen Zusatz-Element, wie es auch die Flügel von Aston Martin und McLaren etwa haben. Dieser Frontflügel war aber nicht im Einsatz, als Russell in der letzten Stunde der Abend-Session die Bestzeit fuhr - nur 0,010 Sekunden schneller als die beste Zeit des McLaren von Oscar Piastri.

Mercedes nach Mittwoch zuversichtlich: Alles läuft bei den Testfahrten

In welchem Umfang weiters noch ein wahrscheinliches Update am Unterboden am Mittwoch eingesetzt wurde, lässt sich von außen kaum nachvollziehen, und natürlich bemüht sich das Team - wie jeder im F1-Feld - um Geheimhaltung. Am Ende des Tages versuchte am Mittwoch aber ohnehin auch noch niemand, wirklich aufzudrehen.

"Wir haben uns durch ein Setup-Programm durchgearbeitet, um mehr über das Auto und die Reifen zu lernen", unterstreicht Chefingenieur Shovlin. Das förderte Positives zutage: "Die Strecke ändert sich hier über den Tag hinweg stark, wenn sie sich aufheizt und abkühlt, also ist das Analysieren des Ergebnisses schwer, aber wir scheinen in der Lage, das Auto in einem guten Fenster zu halten. Es stimmt zuversichtlich, dass wir die Abnutzung unter Kontrolle hatten."

Einen Komplett-Umbau des Autos dürfte Mercedes allerdings sowieso lieber nicht mehr wagen wollen. Damit hatte das Team 2022 zuletzt sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Damals hatte man in der letzten Testwoche das neue Auto komplett umgebaut. Auf das berüchtigte "Zeropod"-Konzept, mit dem die vier schmerzhaften letzten Jahre der Ground-Effect-Ära begonnen hatten.