Bis 45 Minuten vor dem Ende des zweiten Formel-1-Testtags lief der Shakedown in Barcelona wunderbar für Red Bull. Dann verlor Neuzugang Isack Hadjar auf nasser Strecke die Kontrolle über seinen RB22 und schlug in der Zielkurve in die Streckenbegrenzung ein.

Dass er dadurch die letzten Trainingsminuten des Testtags verpasste, war das kleinere Übel. Beim Einschlag gingen jede Menge Teile kaputt. Bilder zeigten einen abgeknickten Heckflügel, die Spuren an der Tecpro-Barriere deuteten darauf hin, dass er bereits einige Meter zuvor mit der rechten Fahrzeugseite eingeschlagen war.

Neben dem Heckflügel dürfte es zumindest auch den Unterboden und die rechte Hinterradaufhängung erwischt haben, möglicherweise auch die komplette rechte Fahrzeugseite und den Frontflügel.

Aufgrund der üblich angespannten Ersatzteilsituation in dieser Phase der Saison ist noch unklar, ob Red Bull noch einmal auf die Strecke gehen kann. Erst am Donnerstagabend soll sich nach Informationen von Motorsport-Magazin.com final entscheiden, ob das Auto für den letzten Shakedown-Tag fahrbereit ist.

Glück im Unglück für Red Bull: Im schlimmsten Falle verpasst man somit nur einen Testtag. Der Shakedown geht zwar insgesamt über fünf Tage, jedes Team darf davon aber maximal an drei Tagen auf die Strecke gehen. Red Bull fuhr schon an Tag eins und zwei.

Bei Red Bull dürfte der Unfall trotzdem ein kleines Déjà-vu hervorrufen. 2019 flog der damalige Neuzugang Pierre Gasly beim Test in Barcelona gleich zweimal ab. Der Franzose war von diesem Zeitpunkt an angezählt, weil Max Verstappen aufgrund der Ersatzteillage den letzten Testtag kaum nutzen konnte.

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Auch diesmal wäre Verstappen der Leidtragende. Hadjar absolvierte bereits sein Testpensum. Der Franzose fuhr den kompletten ersten Tag und übernahm an Tag zwei in der Mittagspause. Verstappen steht derzeit bei lediglich 27 Runden. Allerdings gibt es in Bahrain noch zwei offizielle Tests mit je drei Tagen vor dem Saisonstart in Melbourne.

Red Bull überrascht mit Pace und Zuverlässigkeit

Abgesehen vom Unfall lief der Test für Red Bull aber erstaunlich gut. Hadjar fuhr an Tag eins nicht nur Bestzeit, sondern konnte auch 107 Runden absolvieren. Die Bullen fahren 2026 erstmals mit einer eigenen Power Unit, die von Red Bull Powertrains in Milton Keynes entwickelt und gebaut wurde.

An Tag zwei drehte Verstappen am Vormittag nur wenige Runden, weil schon nach 90 Minuten Regen einsetzte. Hadjar kam bis zu seinem Unfall immerhin auf 51 Runden. Dabei war er eine Sekunde schneller als Lewis Hamilton, der im Ferrari als einziger Pilot neben Hadjar am Nachmittag auf der Strecke war.

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