Auch wenn der Formel-1-Shakedown unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, darf jedes Team bis zu sechs Fotos pro Tag vom eigenen Auto veröffentlichen. Obwohl natürlich keine Spionage-verdächtigen Fotos freigegeben werden, gibt es schon einige interessante Details zu sehen - vor allem am Red Bull.
Als Red Bull 30 Minuten vor Beginn der F1-Testfahrten am Montag erste echte Fotos vom RB22 veröffentlichte, konnte man schon ein paar Unterschiede zu den Computer-generierten Renderings erkennen: Allen voran die obere seitliche Crash-Struktur, die aus dem Seitenkasten ragt.
Am Dienstag, als Red Bull als eins von nur zwei Teams im Regen von Barcelona auf die Strecke ging, gab es neue Details zu erkennen. Einerseits scheinen die Red-Bull-Ingenieure den Diffusor-Trick, den man schon bei Ferrari und Mercedes erkennen konnte, auf die Spitze getrieben zu haben.
In der Seitenwand des RB22-Diffusors scheint keine Öffnung zu sein, es scheint gar keine Seitenwand zu geben. Stattdessen wirkt es so, als würde der Diffusor lediglich von den Deflektoren der Bremsbelüftung vor den ungeliebten Luftverwirbelungen der Hinterreifen geschützt.
So bringt Red Bull die Luft ins Diffusor-Loch
Auch der Weg der Luft in den Spalt zwischen Hinterreifen und Diffusor ist interessant. Mercedes und Ferrari setzen hier auf unterschnittene Seitenkästen. Bei Red Bull sind die Seitenkästen so schmal und verjüngen sich so früh in die Motorabdeckung, dass es keine Unterschneidung gibt oder braucht.

Der Blick von schräg hinten zeigt, wie klein die Seitenkästen tatsächlich sind. An der Stelle, an der die Seitenaufprallstruktur herauswächst, führt der Seitenkasten senkrecht auf den Unterboden. Dahinter fällt er sofort nach unten ab und zieht sich in feinster Silhouette der vielzitierten Colaflasche zusammen.
Diese Perspektive eröffnet auch einen guten Blick auf die Vorderradaufhängung. Dort fällt auf, dass Red Bull die immer extremeren Spielchen in Richtung Anti-Dive-Geometrie mit dem oberen hinteren Querlenker nicht mehr mitmacht.
Warum Red Bull bei den extremen Aufhängungsgeometrien nicht mehr mitgeht, das erklärt Technik-Chef Pierre Wache in der nächsten Print-Ausgabe des Motorsport-Magazins. Weil die aktuelle Ausgabe schon ausverkauft ist, lohnt es sich, Ausgabe 107 schon zeitig hier vorzubestellen.
Für alle, die auf die Technik-Geschichten im nächsten Magazin nicht warten wollen, gibt es hier im Video reichlich Technik:



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