Haas bildete für die Saison 2025 eine vollkommen neue Fahrerpaarung. 2024 fuhren noch Kevin Magnussen und Nico Hülkenberg für das Team, für 2025 verpflichtete das Team Esteban Ocon von Alpine und Ferrari-Junior Oliver Bearman. Nach einem Jahr mit den beiden weiß Haas-Teamchef Ayao Komatsu, wo die Stärken und Schwächen der Formel-1-Piloten liegen. In manchen Bereichen könnten sie nicht unterschiedlicher sein.
Komatsu: Oliver Bearman kann alle Autos fahren
Der bessere Allrounder von beiden ist Oliver Bearman, ist Komatsu überzeugt. Der Brite hat ein erfolgreiches erstes Jahr in der Königsklasse hinter sich. Teamkollege Esteban Ocon schlug er über die Saison hinweg mit 41 zu 38 Punkten.
Lewis Hamiltons Saison verlief schwieriger als die von Oliver Bearman. Auf ein paar Highlights will er dennoch zurückblicken.
"Er ist unglaublich schnell und vor allem bei hoher Geschwindigkeit, wenn Stabilität beim Einfahren gebraucht wird, ist er sehr, sehr gut", lobte Komatsu. Doch auch eine andere Eigenschaft an Bearman hebt er hervor: seine Vielseitigkeit.
"Was an Ollie wirklich beeindruckend ist, ist, dass er viele verschiedene Autos fahren kann. Er beherrscht viele verschiedene Eigenschaften der Autos", so Komatsu. Dadurch kann Bearman auch mit schwieriger zu fahrenden Autos schnell gut umgehen. Das zeigte sich 2025 bei Haas, aber auch 2024 in Saudi-Arabien bei Ferrari, als er Carlos Sainz ersetzte und prompt Siebter wurde.
Doch die Vielseitigkeit hat auch Nachteile. Bearman hat Probleme bei der Genauigkeit seines Feedbacks für die Ingenieure, da er sich zu schnell an verschiedene Eigenschaften gewöhnt. So erkennt er Probleme des Autos teilweise nicht.
"Wenn er sich dessen nicht bewusst ist, weil er jedes Auto fahren kann, kann er auf der einen Seite aus den meisten Autos das Beste herausholen. Aber damit wir das Auto weiterentwickeln können, mussten wir ihn dazu bringen, kritischer zu sein", berichtet Komatsu.
Ayao Komatsu: Esteban Ocon ist genau das Gegenteil von Bearman
Auf der anderen Seite der Haas-Garage herrscht paradoxerweise genau das gegenteilige Problem. Esteban Ocon braucht ein Auto ganz nach seinen Vorstellungen. "Wenn er nicht das richtige Auto hat, ist er nicht zufrieden. In diesem Fall kann er nicht so viel aus dem Auto herausholen wie Ollie. Das ist ein Problem für ihn", sagt Komatsu.
Besonders in der 2025 so engen Königsklasse war das für Ocon ein Problem. Die Piloten trennten über mehrere Plätze hinweg oft nur wenige Zehntel, teilweise Hundertstel. Die verlor Ocon im Qualifying, wenn er mit dem Auto nicht zufrieden war – und verpasste unter Umständen den Einzug in die nächste Qualifying-Session.
"Esteban ist sehr sensibel", so Komatsu. "Wenn er bei bestimmten Dingen nicht 100 Prozent sicher ist, schafft er es einfach nicht. Das ist nicht ungewöhnlich." 2026 könnte sich das Problem unter Umständen etwas lösen. Mit dem neuen Reglement dürften die Abstände etwas größer werden und Haas wird ab 2026 mit Toyota als Titelsponsor fahren.
Nächstes Jahr nicht mehr dabei sein wird Dr. Helmut Marko bei Red Bull erstmals seit 20 Jahren. Wir sprechen im Video darüber.



diese Formel 1 Nachricht