Mit der viertbesten Zeit im FP1 in Brasilien überraschte Fernando Alonso alle im Formel 1-Fahrerlager. Im Sprint-Qualifying bestätigte der Aston-Martin-Pilot seine starke Form. Im SQ2 auf Medium-Reifen blieb Alonso bis zum Schluss auf dem ersten Platz der Rangliste stehen. Nicht einmal McLaren konnte ihn von der Spitze verdrängen. Doch im Verlauf des Wochenendes musste man im Zeitentableau immer weiter nach unten schauen, um Alonso zu finden.

Den Großen Preis von São Paulo beendete Fernando Alonso als 14. außerhalb der Punkte. "Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würden wir über das Wochenende hinweg schlechter werden, aber das ist nicht der Fall. Wir werden nicht schlechter, die anderen starten schlecht ins Wochenende und werden immer besser", brachte Alonso die Misere auf den Punkt. Entsprechend war Aston Martin gezwungen, im Rennen auf eine zur Konkurrenz konträre Strategie zu setzen. Alonso startete als Einziger in den Top-10 auf dem harten Reifen und blieb 29 Runden auf diesem Reifensatz draußen.

Aston Martin in Brasilien: Zu riskanter Strategie gezwungen

Teamkollege Lance Stroll war der Einzige, der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls auf dem weißen Reifen auf der Strecke war – Verstappen und Ocon, die ebenfalls auf Hard gestartet waren, hatten sich dem Reifen schnellstmöglich entledigt. Verstappen wechselte nach sieben Runden auf Medium, Ocon stoppte in Runde 8. "Der harte Reifen war keine gute Entscheidung", räumte Alonso nach dem Rennen ein. Gleichzeitig verteidigte er die Strategie des Teams. "Wenn wir das Gleiche machen wie alle anderen, dann landen wir automatisch hinter ihnen. Es war sicherlich eine riskante Strategie, aber wir waren der Ansicht, dass es sich lohnt, etwas anderes auszuprobieren", sagte Alonso.

Im besten Fall hätte er im Rennen Punkte geholt, im Worst Case – der auch eintraf – ging er leer aus. "Trotzdem gehe ich in solchen Situationen lieber ein Risiko ein", betonte der zweifache F1-Weltmeister. Zumindest reiste er nicht mit komplett leeren Händen aus Brasilien ab, als Sechster holte er drei Punkte im Sprint. Im Kampf um den sechsten Platz in der Konstrukteurswertung zählt für Aston Martin jeder Punkt. Bei noch drei ausstehenden Rennen plus einem Sprint liegt das Team zehn Punkte hinter den Racing Bulls zurück. Alonso rechnet mit einem spannenden Kampf bis zum Saisonfinale in Abu Dhabi Anfang Dezember.

Alonso trauert verpassten Punkten nach

"Ich würde mir wünschen, dass wir zu diesem Zeitpunkt der WM ein paar Punkte mehr auf dem Konto hätten, aber wir haben 12 bis 15 Punkte über die Saison hinweg liegen gelassen", erklärte Alonso und spielte dabei auf die technischen Defekte an. In China musste er aufgrund eines Defekts an den Bremsen das Rennen vorzeitig beenden. In Monaco verhinderte ein Problem an der Power Unit, dass Alonso seinen sechsten Startplatz in ein Top-Ergebnis verwandeln konnte. In Italien brach an seinem Aston Martin die Aufhängung und kostete ihn gute Punkte.

Doch statt aufzugeben gibt Alonso in den verbleibenden Rennen lieber noch mehr Gas. "Natürlich ist es schade, dass wir diese Punkte liegengelassen haben. Wir werden einfach versuchen, in den noch verbleibenden Rennen das wiedergutzumachen und die Konkurrenz zu übertreffen", zeigte sich der Aston-Martin-Pilot kampfbereit. Und das muss er auch, denn 2024 holte er in Las Vegas, Katar (inklusive Sprint) und Abu Dhabi insgesamt acht WM-Zähler.

    Ergebnisse Fernando Alonso 2024:
  • Las Vegas GP: 11. Platz
  • Katar Sprint: 11. Platz
  • Katar GP: 7. Platz
  • Abu Dhabi GP: 9. Platz

Vier Teams haben noch die Chance auf den sechsten Platz in der Konstrukteurswertung. Wer hat die Konstanz und kann sich durchsetzen?