Lando Norris hat beim Formel-1-Rennen in Brasilien den nächsten Big Point für die Weltmeisterschaft eingefahren. Der McLaren-Fahrer feierte nach souveräner Fahrt seinen siebten Saisonsieg und den elften seiner Karriere. Für die Action sorgten Oscar Piastri und Max Verstappen. Der Australier löste früh einen Unfall aus und fuhr danach mit einer Strafe im Nacken zu Platz fünf. Max Verstappen brannte nach dem Qualifying-Debakel am Sonntag ein Feuerwerk ab. Aus der Boxengasse gestartet fuhr er mit einer aggressiven Strategie und einer denkwürdigen Fahrt zu Platz drei. Kimi Antonelli konnte seinen zweiten Platz hauchdünn vor dem Champion retten.
Der Grand Prix auf dem Autodromo Jose Carlos Pace begann turbulent. In der ersten Runde gab es mehrere Kollisionen. Gabriel Bortoleto flog im Kampf mit Lance Stroll ab. Das Heimrennen des Local Hero endete schon nach neun Kurven. Lewis Hamilton geriet mit Franco Colapinto aneinander und beschädigte seinen Ferrari. Das Safety Car neutralisierte das Rennen. Beim Restart in Runde sechs war Oscar Piastri zu optimistisch und kollidierte mit Kimi Antonelli. Leidtragender der Aktion war Charles Leclerc, dessen Auto dabei stark beschädigt wurde und der sein Rennen an Ort und Stelle beenden musste.
Die Stewards sahen die Verantwortung für den Unfall bei Piastri und sprachen daraufhin eine 10-Sekunden-Strafe aus. Die Reifen-Strategien bestimmten in der Folge das Geschehen. Max Verstappen hatte Glück im Unglück. Er erlitt einen Reifenschaden und konnte die VSC-Phase nach dem Piastri-Crash für einen ersten Boxenstopp nutzen. Der Weltmeister war dadurch auf einer aggressiven Dreistopp-Strategie, während Piastri nach seiner Strafe ebenfalls unter Druck stand.
An der Spitze ließen Lando Norris und die McLaren-Strategen derweil nichts anbrennen. Boxenstopp-bereinigt hatte er stets eine komfortable Führung. Nach 71 Runden siegte er mit einem Vorsprung von zehn Sekunden auf Kimi Antonelli. Mit nur drei Zehntelsekunden Rückstand auf den Italiener wurde Max Verstappen Dritter. Damit schaffte er es nach dem Start aus der Boxengasse aufs Podium.
Oscar Piastri konnte sich von seiner Strafe nicht vollständig erholen. Er wurde hinter George Russell noch Fünfter. Die Top-10 komplettierten Olvier Bearman, Liam Lawson, Isack Hadjar, Nico Hülkenberg und Pierre Gasly. Für Ferrari gab es nach Unfällen von Lewis Hamilton und Charles Leclerc eine bittere Nullnummer.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Brasilien
- Siebter Saisonsieg für Lando Norris
- Max Verstappen fährt nach Boxengassen-Start aufs Podium
- Oscar Piastri für Unfall bestraft
- Big Point für Mercedes in der Konstrukteursweltmeisterschaft
- Ferrari-Debakel am Sonntag perfekt
- Horror-Heimspiel für Gabriel Bortoleto
Formel 1, WM-Stand 2025: Lando Norris schenkt Oscar Piastri ein
Der WM-Stand: Der nächste Sieg, der nächste Big Point im WM-Kampf. Mit seinem Erfolg im 21. Rennen der Saison 2025 hat Lando Norris den Vorsprung auf Oscar Piastri in der Weltmeisterschaft auf 24 Punkte ausgebaut. Max Verstappen hat hingegen an Boden verloren und liegt nun 40 Zähler hinter dem WM-Leader.
In der Konstrukteursweltmeisterschaft war Mercedes am Sonntag in Interlagos der große Gewinner. Die Plätze zwei und vier für Kimi Antonelli und George Russell bescheren den Silberpfeilen 43 WM-Punkte. Das Team belegt mit 398 Punkten den zweiten Platz hinter Weltmeister McLaren. Red Bull hat Ferrari für P3 überholt und hält bei 366 Punkten. Die Scuderia hat vier Zähler weniger auf dem Konto.
Das Wetter: Die Bedingungen waren am Rennsonntag vor den Toren Sao Paulos stabil. Zum Start um 14:00 Uhr Ortszeit herrschten 18 Grad Celsius bei dichter Bewölkung. Der Asphalt wurde mit 31 Grad Celsius gemessen. Es blieb das gesamte Rennen über trocken.
Max Verstappen startet Formel-1-Rennen in Brasilien aus der Boxengasse
Die Startaufstellung: Lando Norris ging zum sechsten Mal in der Saison 2025 von der Pole Position ins Rennen. Wie schon im Sprint stand Kimi Antonelli neben ihm in Reihe eins, dahinter Charles Leclerc und Oscar Piastri im zweiten McLaren. Aus dem Verfolgerfeld hatten die Racing Bulls mit Isack Hadjar und Liam Lawson auf den Startplätzen fünf und sieben die beste Ausgangslage. Hinter dem Neuseeländer starteten auch Olvier Bearman, Pierre Gasly und Nico Hülkenberg in den Top-10.
Lewis Hamilton ging nach einem weiteren enttäuschenden Qualifying im Ferrari als 13. ins Rennen. Max Verstappen entschied sich nach einem ebenfalls desaströsen Zeittraining für radikale Setup-Änderungen. Statt vom 16. Startplatz nahm er den Grand Prix aus der Boxengasse in Angriff. Dabei hatte er immerhin noch Esteban Ocon hinter sich, dessen Haas-Team ebenfalls die Parc-Ferme-Regeln gebrochen hatte, um am Auto zu arbeiten.
Gabriel Bortoletos Horror-Heimspiel erreicht seinen Höhepunkt
Der Start: Für den ersten Stint waren alle drei Reifenmischungen von Pirelli vertreten. Alonso, Stroll, Tsunoda und Verstappen entschieden sich für Hard (C2), Norris, Leclerc, Piastri, Russell, Hülkenberg, Albon, Colapinto und Ocon fuhren Medium (C3). Alle anderen wählten den Soft-Compound (C4). Wie schon im Sprint am Samstag setzte sich Norris von der Pole durch und kam als Führender aus dem Senna-S. Dahinter folgten Antonelli und Leclerc. Im Kampf um Platz vier musste Piastri die Attacke von Hadjar abwehren und blieb vor dem Franzosen. Lawson, Russell, Bearman, Gasly und Alonso komplettierten die Top-10.
Im Mittelfeld gab es mehrere Rangeleien, unter anderem zwischen Stroll und Bortoleto. Der Brasilianer griff den Aston-Martin-Fahrer vor Kurve zehn außen an, wurde dabei auf die Wiese abgedrängt und touchierte die Streckenbegrenzung. Das Horror-Heimspiel des Sauber-Rookies endete mit dem Aus in Runde eins. Auf der Start-und-Zielgeraden touchierte gleich darauf Lewis Hamilton das Heck von Franco Colapinto und zerstörte den Frontflügel seines Ferraris. Die Rennleitung rief das Safety Car auf den Plan, um Bortoletos Auto und die Wrackteile zu räumen.
Oscar Piastri löst Chaos beim Formel-1-Restart in Sao Paulo aus
Der Restart: In Runde sechs wurde das Rennen wieder freigegeben. Hamilton hatte beim Reparaturstopp auf Hard gewechselt, Tsunoda hatte die Neutralisierung für einen Reifenwechsel auf Medium genutzt. Norris behielt beim Neustart wieder die Oberhand, doch dahinter ging es diesmal noch wilder zur Sache. Piastri attackierte bei der Anfahrt auf Turn 1 Antonelli und Leclerc. Der Australier verbremste sich, touchierte Antonelli und drehte den Mercedes dabei in den Ferrari von Leclerc.
Die linke Vorderradaufhängung des Monegasse wurde dabei massiv beschädigt. Er fuhr noch einige Meter Dreirad, bevor er seinen Ferrari abstellen musste. Antonelli hatte Glück im Unglück und verlor nur eine Position an Piastri. Die Rennleitung reagierte diesmal mit dem Virtual Safety Car. Diesmal nutzte Verstappen die Gelegenheit und kam zum Switch von Hard auf Medium an die Box. Er fiel dadurch von P13 auf P16 zurück. Das Rennen wurde in Runde neun wieder freigegeben. Norris führte daraufhin vor Piastri, Antonelli, Hadjar, Russell, Lawson, Bearman, Gasly, Albon und Sainz.
Formel-1-Stewards bestrafen Oscar Piastri
Der weitere Rennverlauf: Nach 14 Runden hatte Norris bereits einen Gap von über zwei Sekunden auf Piastri geöffnet. Der wurde indessen von der Rennleitung für die Kollision beim Restart untersucht und erhielt dafür eine 10-Sekunden-Strafe. Für Tsunoda gab es eine identische Zeitstrafe, weil er beim Safety-Car-Restart Lance Stroll in Kurve acht gedreht hatte. Für Hamilton ging die Irrfahrt in Rot weiter. Er klagte über ein unfahrbares Auto und kam in Runde 16 erneut an die Box, um auf Medium zu wechseln.
Im Mittelfeld zogen mehrere Fahrer für den ersten Reifenwechsel nach. Hadjar, Bearman, Ocon, Gasly und Sainz leisteten allesamt ihren ersten Boxenstopp ab. Für Verstappen ging es dadurch immer weiter nach vorne. Der Red-Bull-Fahrer befand sich in Runde 20 bereits auf Platz sieben. In der 22. Runde kam Antonelli von P3 an die Box. Er griff mit dem Medium-Reifen als Elfter wieder ins Geschehen ein. In Runde 26 war Verstappen schon Vierter, lag aber sieben Sekunden hinter Russell. Norris fuhr an der Spitze sechs Sekunden vor Piastri.

Strafe wirft Oscar Piastri zurück
Der Leader kam in Runde 31 zum Boxenstopp und tauschte Medium gegen Soft. Als Vierter sortierte sich Norris wieder ein, rund zwei Sekunden hinter Verstappen. Auf dem frischen Reifen fand der Brite schnell einen Weg an seinem WM-Rivalen vorbei. Mit DRS übernahm er in der 33. Runde auf der Start-und-Zielgeraden die dritte Position. Verstappen kam in der 35. Runde zum zweiten Pitstop und holt sich neue Medium-Reifen ab. Er fiel dadurch auf die zwölfte Position zurück. George Russell steuerte ebenfalls die Box an und entschied sich für Soft. Der Mercedes-Fahrer war danach Sechster.
Yuki Tsunoda kassierte derweil eine zweite 10-Sekunden-Strafe, weil er seine erste beim Boxenstopp nicht ordnungsgemäß abgesessen hatte. Nachdem auch Hülkenberg von P4 an der Box war, hatten bis auf den in Führung liegenden Piastri in Runde 38 alle Fahrer mindestens einen Reifenwechsel absolviert. Der Australier führte zu diesem Zeitpunkt acht Sekunden vor Piastri, der in großen Schritten aufholte. In Runde 39 kam Piastri zum Wechsel von Medium auf Soft und leistete dabei seine Strafe ab. Als Achter kehrte er auf die Strecke zurück. Lewis Hamilton stellte seinen Ferrari zeitgleich an letzter Stelle liegend ab.
Strategie bestimmt das Formel-1-Rennen in Sao Paulo
Piastri machte in der zweiten Rennhälfte unermüdlich Druck nach vorne und reizte die Performance des Soft-Reifens mit schnellen Rundenzeiten aus. An der Spitze war Norris über eine Sekunde langsamer und geriet dadurch in Gefahr, seine Führung bei einem weiteren Boxenstopp zu verlieren. In der 48. Runde kam Antonelli von P2 zum zweiten Mal an die Box und holte sich Medium-Reifen ab. Russell zog gleich darauf nach. Dadurch war Verstappen Zweiter und lag 15 Sekunden hinter Norris. Drei Sekunden hinter dem Niederländer befand sich Piastri.
In der 51. Runde reagierte McLaren auf Mercedes und holte Norris rein. Der Brite ging von Soft zurück auf Medium und rutschte dadurch auf Rang drei ab, vier Sekunden hinter Piastri. Bei Piastri war noch ein zweiter Stopp zu erwarten, den er in Runde 52 ableistete. Verstappen hatte auf P1 ein Polster von sieben Sekunden auf Norris, war aber auf 18 Runden alten Medium-Reifen unterwegs. Red Bull entschied sich in Runde 55 für einen dritten Pitstop. Auf Soft-Reifen nahm Verstappen sein Rennen als Vierter wieder auf.

Max Verstappen macht das Unmögliche möglich
Die Schlussphase: Mit sechs Sekunden auf Antonelli managte Norris die Pace an der Spitze. Verstappen und Piastri waren hingegen gefordert und machten in großen Schritten Boden auf die Mercedes-Teamkollegen gut. In der 63. Runde hatte Russell ihm nicht viel entgegenzusetzen und musste dem viermaligen Weltmeister P3 überlassen. Drei Runden vor Schluss hatte er auch Antonelli im Visier. Der Italiener konnte sich nach 71 Runden hauchdünn vor Verstappen retten und wurde hinter Norris Zweiter.


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