Oscar Piastri war am Formel-1-Sonntag in Brasilien erneut neben der Spur. Der McLaren-Fahrer kollidierte früh im Rennen mit Kimi Antonelli, was Charles Leclerc das Rennen kostete. Die WM-Chancen des Australiers schwinden mit jedem Fehlschlag. McLaren-Teamchef Andrea Stella will Panik vermeiden. Piastri gab sich nach dem Zwischenfall gewohnt unemotional. Er akzeptierte die Strafe, sieht den Fehler aber nicht ausschließlich bei sich. Die Entscheidung der Stewards sorgt dennoch für Diskussionen. Ausgerechnet Unfallopfer Charles Leclerc stellt sich vor Oscar Piastri.
"Ich hatte eine klare Chance und habe es versucht", empfindet Oscar Piastri für den Zwischenfall in Runde sechs keine Reue. "Nein, ich denke nicht", fügt er gegenüber Sky Uk an. Nach dem Safety-Car-Restart hatte er einen Run auf Charles Leclerc und Kimi Antonelli. Bei der Anfahrt auf Kurve eins kam er nicht ganz auf gleiche Höhe mit dem Mercedes-Fahrer und musste beim Einlenken zurückstecken. Ihm ging der Platz aus und er touchierte Antonelli, der sich daraufhin in Leclerc drehte und dessen Ferrari beschädigte.
Charles Leclerc nimmt Oscar Piastri für Brasilien-Crash in Schutz
"Die anderen beiden waren außen und haben ziemlich spät gebremst. Klar, ich habe mich in die Kurve hinein verbremst. Aber das war, weil ich sehen konnte, dass Kimi mir keinen Platz lässt", rechtfertigt sich der 24-Jährige, der dafür eine 10-Sekunden-Zeitstrafe erhielt. Zur Entscheidung der Stewards wollte er sich nicht äußern. "Ich kann mich nicht in Luft auflösen, aber die Entscheidung ist, was sie ist."
Die Rennleitung empfand Piastris Überholversuch nicht als konsequent genug. "Beim Neustart hinter dem Safety Car in Runde 6 versuchte das Auto mit der Nummer 81 (Oscar Piastri), das Auto mit der Nummer 12 (Kimi Antonelli) auf der Innenseite von Kurve 1 zu überholen. Dabei stellte Piastri nicht den erforderlichen Overlap her, da sich seine Vorderachse am Scheitelpunkt nicht auf Höhe des Spiegels von Auto 12 befand, wie es in den Driving Standard Guidelines für das Überholen auf der Innenseite einer Kurve festgelegt ist", so das Urteil der Stewards. "Piastri verbremste sich, als er versuchte, durch Verzögern eine Berührung zu vermeiden, konnte dies jedoch nicht und geriet mit Antonelli in Kontakt."
Charles Leclerc hingegen sah die Hauptschuld nicht einmal bei Oscar Piastri. "Oscar war optimistisch, aber ich denke, dass Kimi wusste, dass Oscar innen ist und er hat die Kurve genommen, als wäre Oscar gar nicht da", so der Ferrari-Pilot. "Für mich liegt nicht die gesamte Schuld bei Oscar. Kimi Antonelli widerspricht: "Ich habe versucht spät zu bremsen, ohne mich zu verbremsen und Charles dabei den Platz zu geben, und innen nicht zu sehr die Tür zuzumachen. Als ich gebremst habe, konnte ich Piastri nicht mehr sehen. Dann hat er sich verbremst und den Scheitelpunkt verpasst, und mich getroffen."
McLaren-Teamchef will Oscar Piastri wieder in die Spur bringen
Für Piastri reichte es nach der Strafe nur noch zu Platz fünf. Dadurch verlor er im WM-Kampf weitere Punkte auf Teamkollege Lando Norris, der seinen siebten Saisonsieg feierte. "Ich muss einfach versuchen, das Maximum für mich herauszuholen", so Piastri mit Blick auf die Gesamtwertung. "Ich denke, die Strafe heute war eine Sache, aber ich denke auch nicht, dass die Pace auf dem Level war, auf dem ich sie gerne hätte", kritisiert er abermals seine eigene Leistung. "Ich muss die Dinge einfach wieder in den Griff bekommen und versuchen, für mich die bestmöglichen Wochenenden zu haben."
Bis zur WM-Entscheidung stehen noch drei Rennen in Las Vegas, Katar und Abu Dhabi aus, dazu ein Sprint in Katar. McLaren-Teamchef Andrea Stella ist nach Piastris Serie von Fehlschlägen alarmiert. "Er hatte den Crash im Sprint, heute die Strafe. Wir müssen uns einige Dinge anschauen, aber nicht verzweifeln sondern rational bleiben", so der Italiener gegenüber Sky. "Oscar hat viele Stärken und die wollen wir nutzen."


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