Franco Colapinto fährt bei Alpine immer noch um seine Formel-1-Zukunft. Der Argentinier hat 2025 zwar noch keinen WM-Punkt geholt, ist von seiner positiven Entwicklung jedoch überzeugt. Der direkte Vergleich mit Teamkollege Pierre Gasly stimmt ihn optimistisch. Über seine Zukunft spricht er vier Rennen vor dem Ende der Saison trotzdem nur ungern. Ein Umstand dürfte seine Position für einen neuen Vertrag dieser Tage allerdings stärken. Sein Alpine-Vorgänger Jack Doohan steht laut japanischen Medienberichten vor einem Wechsel in die Super Formula.
"Was meine Zukunft angeht, will ich eigentlich nicht allzu viel darüber sprechen. Ich will mich darauf fokussieren, die Saison besser zu beenden, als wir aktuell dastehen", so Colapinto im Vorfeld des Brasilien GP an diesem Wochenende. Das Rennen in Interlagos wird bereits sein 14. für Alpine. Nachdem er 2024 mit Williams gleich beim Debüt in die Punkte fuhr, gelang ihm das mit den Franzosen bisher noch nicht. Dementsprechend erpicht ist er darauf, die Saison nicht ohne zählbares Resultat zu beenden. "Ich will mich noch auf dieses Jahr konzentrieren. Wir sind momentan in keiner guten Position, denn wir performen nicht so, wie wir uns das an diesem Punkt des Jahres erhofft hatten."
Franco Colapinto mit Pierre Gasly auf Augenhöhe
Seit der Sommerpause zeigt sich beim 22-Jährigen aus Buenos Aires dennoch ein Aufwärtstrend. Im Qualifying war er mit Teamkollege Pierre Gasly zuletzt auf Augenhöhe. An den vergangenen sechs Rennwochenenden hielt sich das teaminterne Duell zwischen den beiden mit 3:3 die Waage. Aufs gesamte Jahr gesehen liegt der erfahrene Franzose am Samstag noch mit 9:5 vorne, im Rennen sogar nur mit 8:6.
"Ich habe mit den Ingenieuren viel daran gearbeitet, um einen Weg zu finden, besser zurechtzukommen. Ich denke, wir haben unsere Probleme besser verstanden. Ich fühle mich mit dem Auto jetzt einfach besser und wir arbeiten auch als Team besser zusammen", erklärt er. "Aber natürlich hat das Auto über das Jahr viel Pace verloren. Es ist schwierig für mich, dass wir momentan nicht einmal in der Nähe der Punkte sind, obwohl ich fühle, dass ich persönlich große Schritte gemacht habe, was meine Performance angeht."
Franco Colapinto beschwört Team-Spirit mit Pierre Gasly
Nach dem holprigen Start fühlt sich Colapinto mittlerweile als fester Teil des Teams. An der Entwicklung des Autos für 2026 wirkte er von Beginn an mit. "Obwohl es für uns momentan so schwer ist, sind alle an der Rennstrecke und in der Fabrik in Enstone motiviert und geben alles. Das ist für mich das Größte an diesem Team", erklärt der 22-fache Grand-Prix-Teilnehmer, der dabei auch die Beziehung zum Teamkollegen hervorhebt. Zwischen Pierre Gasly und Esteban Ocon flogen im Kampf um die Vorherrschaft bei Alpine wiederholt die Funken.
Derartige Reibungen soll es zwischen Colapinto und Gasly nicht geben, obwohl sich beide kürzlich in Austin auf der Rennstrecke nicht ganz einig waren. "Ich denke, wir sind ziemlich gute Kumpels, auch abseits der Rennstrecke. Wir haben uns schon vergangenes Jahr gut verstanden, als ich noch für Williams fuhr", so Colapinto. "Ich arbeite sehr gerne mit ihm und es ist schön, dass wir untereinander im Wettbewerb stehen. Es hilft dem Team und es will auch zwei Fahrer, die sich gegenseitig Druck machen können. Wir arbeiten gut zusammen."
Jack Doohan: Super Formula statt Formel 1 2026?
Die Chance, sich im Team derart zu etablieren, hatte sein Vorgänger nicht. Nachdem er am siebten Rennwochenende in Imola den Alpine von Jack Doohan übernommen hatte, war von diesem bald keine Rede mehr - obwohl die Performance von Colapinto in der ersten Saisonhälfte kaum besser als die des Australiers war. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass der Sohn von MotoGP-Legende Mick Doohan im Rennen um das zweite Alpine-Cockpit 2026 wohl keine Gefahr mehr darstellt.
Das japanische Nachrichtenportal as-web.jp berichtete vor wenigen Tagen, dass Vater und Sohn Doohan sich am vergangenen Wochenende beim Finale der Super GT in Motegi im Fahrerlager umgeschaut haben. Jack Doohan wird seither mit einem Wechsel zum Toyota-Team Kondo Racing in der Super Formula in Verbindung gebracht.


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