Yuki Tsunoda und der Circuit of the Americas ist eine Mischung, die passt. Beim Großen Preis der USA 2025 holte er sein viertes Punkteergebnis auf der texanischen Formel-1-Strecke – auf keinem anderen Kurs war er punktemäßig so erfolgreich. Den siebten Platz sicherte er sich wieder mit einem starken Start.

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Schon im Sprint am Samstag platzierte er sich aggressiv in Kurve eins, überlebte das Start-Chaos und machte elf Plätze gut. Im Grand Prix am Sonntag war es nicht so eine bärenstarke Leistung, aber trotzdem gut. Von Platz dreizehn kam er gut durch das Mittelfeld-Getümmel und hatte sich bereits nach einer Kurve in die Top-10 vorgearbeitet. Zwei Runden später knöpfte er sich noch Oliver Bearman vor, die Kollision zwischen Carlos Sainz und Kimi Antonelli spülte ihn schließlich auf Platz sieben. Nach den ersten Runden war die Performance auf den Medium-Reifen gut genug, um die Position zu halten.

"Der Start war wieder gut, besonders die ersten paar Runden hatte ich eine gute Pace und konnte ein paar Plätze gewinnen. Ich bin froh, dass ich ein paar Punkte sammeln konnte", freute sich Tsunoda. Oliver Bearman hängte ihm für mehr als die Hälfte des Rennens im Heck, vorbeigehen konnte er aber nicht. Bei einem versuchten Überholmanöver drehte sich der Haas-Pilot von der Strecke. Warum er dafür Tsunoda die Schuld zuschiebt und ihm sogar illegales Verhalten vorwirft, erfahrt ihr hier:

Helmut Marko: Tsunodas bestes Rennen bisher

Warum es ihm in Austin so gut gegangen ist, weiß Tsunoda selbst nicht so genau: "Ich habe keine Ahnung, warum ich hier extra Selbstvertrauen habe. Ich hatte schon im Sprint ein gutes Gefühl und im Rennen war ich zwar auf der anderen Seite des Grids, aber ich konnte meinen Start wiederholen. Sehr positiv", resümierte der Red-Bull-Fahrer. Beim letzten Grand Prix in Singapur verlor er noch sechs Plätze in der ersten Runde.

Auch Dr. Helmut Marko war zufrieden mit der Leistung seines Nummer-2-Fahrers. "Es war sein bestes Rennen [bei Red Bull, Anm. d. Red.]. Der Start war gut und bei freier Fahrt waren die Rundenzeiten wettbewerbsfähig", lobte der Red-Bull-Berater im ORF. Dabei ist Tsunoda nicht ganz zufrieden mit seinem zweiten Stint auf den roten Reifen: "Ich habe meine Reifen übermäßig geschont, da hätte ich schneller sein können. Aber ich habe mich mit jeder Runde verbessert."

Das Limit der weichsten Reifenmischung zu finden, ist noch ein Problem Tsunodas. Hier fehlt ihm auch die meiste Zeit auf seinen Teamkollegen Max Verstappen. "Ich muss mich auf Qualifying-Runden konzentrieren. Ich fühle diesen zusätzlichen Grip einfach nicht. Im ersten Freien Training bin ich mit harten Reifen gefahren und war auf den Longruns nahe an Max dran. Doch dann switche ich auf Softs und plötzlich bin ich sieben, acht Zehntelsekunden hinten", erklärte der Japaner, der in Austin 52 Sekunden hinter Verstappen über die Ziellinie fuhr.

Tsunodas Leistung ist zumindest ein gutes Empfehlungsschreiben für das heiß umkämpfte zweite Red-Bull-Cockpit. Seine Konkurrenten für die Position, Isack Hadjar und Liam Lawson, scheiterten beim Rennen an den Top-10. Die acht Punkte, die Tsunoda am USA-Wochenende holte, helfen Red Bull in bei der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. McLaren ist zwar bereits uneinholbar, doch der zweite Platz ist noch weit offen. Nur zehn Punkte trennen Mercedes, Ferrari und Red Bull voneinander.