Für Nico Hülkenberg war das Formel-1-Rennen in Austin ein bitter nötiger Befreiungsschlag. Seit Monaten wartete der Sauber-Pilot auf Punkte, seit dem sensationellen dritten Platz in Silverstone um genau zu sein. Und dann auch noch der Sprint am Samstag, als Hülkenberg nach einem Start aus der zweiten Reihe schon in Kurve 1 in einen Rennunfall verwickelt wurde.
"Gestern war eine verpasste Möglichkeit. Ich bin überzeugt, falls wir durch die erste Runde durchgekommen wären, dann hätten wir auch gestern Punkte geholt", nagte noch die verpasst Sprint-Chance etwas an ihm. Da war der achte Platz am Sonntag Balsam für die Seele und ein verdienter Lohn für eines seiner pacemäßig stärksten Wochenenden seit seinem Sauber-Comeback. "Von Anfang an fühlte ich mich happy und befand mich in einer guten Lage", bilanzierte der Deutsche den USA-GP.
Nico Hülkenberg zurück an der Mittelfeld-Spitze: So kam es dazu
Sauber-Teamboss Jonathan Wheatley zeigte sich auch voll des Lobes für den zukünftigen Audi-Fahrer: "Er hat ein unglaubliches Wochenende zusammengebracht. Er war von der ersten Runde in FP1 an makellos." Zu dem perfekten Rennsonntag verhalf ihm eine Kombination aus einem vorbildhaft exekutierten Rennen seines Formel-1-Teams, einer guten Pace, sowie Fehler der Konkurrenz.
Hülkenberg sagte: "[Die Pace, d. Red] hat geholfen. Es ist ein Luxus, der dir ein bisschen Puffer gibt. In den letzten Wochenenden wurden wir nicht damit verwöhnt. Wir waren im Mittelfeld meistens das zweit- oder drittschnellste Auto." Eine Position, die Risiken erforderlich macht, sowohl für den Fahrer als auch für die Strategie.
Nicht so in Austin. "Ich denke an diesem Wochenende waren wir das schnellste Mittelfeld-Auto, vielleicht auf Augenhöhe mit Williams." Eine Mutmaßung, denn dem Grove-Team leisteten die Fahrer einen Bärendienst und lösten beide schon in der Startphase Unfälle aus. Dadurch fiel Sainz aus und Albon nach einer ohnehin schlechten Startposition aussichtslos weit zurück. Hülkenberg profitierte, indem er durch die Kollision von Sainz und Antonelli gleich zwei Plätze geschenkt bekam.
Eine weiterer Rang wurde ihm im späteren Rennverlauf von Oliver Bearman offeriert, als sich der Haas-Fahrer in einem Duell mit Yuki Tsunoda rausdrehte und so zu einem gefundenen Fressen für den Emmericher wurde. "Er hatte den Dreher und ich dachte mir schon, dass seine Reifen in keinem guten Zustand waren. Das war ein Jetzt-oder-Nie-Moment", erklärte Hülkenberg. Dazu kam noch, dass Bearman seine Batterie zuvor im Zweikampf mit dem Red-Bull-Pilot aufgezehrt hatte.
Nur ein Sauber war beim Formel-1-GP in Austin schnell
Der einzige Makel am Rennsonntag von Hülkenberg kam durch Tsunoda selbst. Denn der Japaner überholte ihn schon in Kurve 1 mit einem späten Bremsmanöver. Hülkenberg glaubt, dass er ihn ansonsten im weiteren Rennverlauf hinter sich hätte halten können: "Wir hatten eine ähnliche Pace". Doch dieser Bonus blieb 'Hülk' verwehrt. Dennoch legte Hülkenberg einen wichtigen Sprung in der Meisterschaft hin und übernahm wieder die neunte Position, um die sich fast das halbe Feld matcht – Yuki Tsunoda auf P16 liegt nur 13 Zähler hinter Hülkenberg.
Formel 1 Tabelle: F1 WM Stand 2025
Wenn Hülkenberg in Bezug auf seine gute Performance in Austin von 'wir' spricht, dann bezieht sich das auf seine Garagenseite, jedoch weniger auf Teamkollege Gabriel Bortoleto. Der Brasilianer fand bei seinem ersten Rennen auf dem Circuit of the Americas nicht in die Gänge und sprach nach dem Rennen von seinem "schwierigsten Wochenende" in seiner Formel-1-Karriere.



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