Dicke Luft bei Alpine! Formel-1-Rookie Franco Colapinto handelte sich beim Großen Preis der USA ausgerechnet auf der letzten Runde mächtig viel Ärger ein. Beide Alpine-Piloten hatten kein besonders starkes Rennwochenende in Austin. Das Qualifying beendeten Colapinto und Pierre Gasly auf den Plätzen 14 und 15. Im Rennen reichte es schlussendlich nur für die Ränge 17 und 19. Erneut blieb Alpine an einem Rennwochenende punktelos - aber obendrauf kam ein Teamorder-Eklat, der Colapinto eine teaminterne Rüge einbrachte.

Die Anweisung von Alpine an ihre Piloten kam in der letzten Runde: Positionen halten. Für Colapinto komplett unverständlich - was er direkt darauf per Funk deutlich machte. "Was? Position halten? Aber er [Gasly] ist so langsam", beschwerte er sich. Sein trotziges Verhalten in Kurve 1, als er genau diese Teamorder ignorierte und Gasly trotzdem überholte, könnte ihm jetzt große Schwierigkeiten einbringen.

Ist Colapinto's Formel-1-Zukunft in Gefahr?

"Wir haben die Anweisungen gegeben, weil wir den Sprit im Auto managen mussten", erklärte Steve Nielsen, Managing Director des Teams. "Als Team ist jede Anweisung der Pit-Wall endgültig und heute sind wir mehr als enttäuscht, dass dies nicht der Fall war. Wir werden uns das genau ansehen und teamintern eine Entscheidung fällen." Wie genau diese Entscheidung aussehen könnte, wurde offengelassen. Fest steht jedoch, dass Colapinto noch keinen Vertrag für die Saison 2026 besitzt. Die Chance auf eine Verlängerung könnte er sich womöglich heute selbst genommen haben. Übrigens: Wie schnell ein Cockpit bei Alpine umbesetzt werden kann, erlebte Colapinto 2025 schon am eigenen Leib – immerhin ersetzt er seit Imola seinen glück- und mitgiftlosen Vorgänger Jack Doohan.

Colapinto selbst sieht in seinem Vorgehen kein großes Problem. Er begründet das Überholmanöver damit, einen Reifenvorteil gegenüber Gasly gehabt zu haben. "Ich hatte am Ende frischere Reifen und habe Gabriel im Rückspiegel immer näherkommen gesehen", sagte er. "Ich wollte ihn [Bortoleto] mit dem Überholmanöver gegen Pierre hinter uns halten. Aber ja, wir werden das mit dem Team ausdiskutieren und daraus lernen."

Pierre Gasly rätselt: Alpine ohne Pace in Austin

Für Pierre Gasly lief der Grand Prix in Austin ebenfalls nicht nach Plan. Der Franzose kassierte zwar keine Rüge vom Team, musste sich neben seinem Teamkollegen in der letzten Runde aber auch noch Gabriel Bortoleto im Sauber geschlagen geben und landete schlussendlich nur auf dem 19. und damit letzten gewerteten Platz - Carlos Sainz musste seinen Williams nach einer Kollision mit Andrea Kimi Antonelli abstellen und schied aus dem Rennen aus.

"Wir hatten einfach gar keine Pace", begründet Gasly sein schlechtes Ergebnis. "Der erste Stint hat sich gut angefühlt, aber dann haben wir auf die weichen Reifen gewechselt und von da an ging es nur noch bergab. Wir müssen uns das genau ansehen und versuchen, besser zu werden."