Nach dem Formel-1-Qualifying in Monza herrscht Jubelstimmung bei Red Bull. Hauptsächlich, weil Max Verstappen die Pole Position holte. Aber auch, weil Yuki Tsunoda den Italien Grand Prix vom neunten Platz aus startet. Seine letzte Qualifying-Runde platzierte ihn auf P10, doch aufgrund Lewis Hamiltons Strafversetzung rutscht er in der Startaufstellung einen Platz nach vorne.
"Ich bin zufrieden mit der Performance, Q3 war mein Ziel. Ich bin froh, dass ich das Maximum aus meinem Auto holen konnte", sagte Tsunoda. Es ist sein fünfter Q3-Auftritt, seit er zu Red Bull befördert wurde. Nach einem 15. Platz im dritten Freien Training und sechs Zehntelsekunden Rückstand auf Verstappen ist das Qualifying-Ergebnis ein Erfolg für das ganze Team.
Auch Dr. Helmut Marko freute sich für seinen Fahrer: "Platz 10 ist ja schon einmal etwas." Tsunoda hat noch keine Vertragsverlängerung für 2026 und der Motorsportberater weigert sich seit Wochen, etwas über den zweiten Fahrer bei Red Bull preiszugeben. Samstage wie dieser sind wichtig für Tsunoda, dem bereits das ganze Wochenende nicht viel auf Verstappen fehlte.
Kein Windschatten und fehlende Updates
Dabei hätte das Ergebnis sogar noch besser ausfallen können. Denn auf seiner finalen Runde im dritten Qualifying-Segment war Tsunoda der Erste auf der Strecke. Auf dem schnellsten Kurs im F1-Kalender, auf dem Windschatten eine entscheidende Rolle spielt, ist das die undankbarste Position. "Das Feld anzuführen, war das Gegenteil von dem, was ich wollte. Es war schade, weil meine Runde gut war", lamentierte Tsunoda.
Der Windschatten-Effekt zeigt sich im Zeitvergleich. Im ersten Qualifying-Segment trennten Tsunoda nur knapp eineinhalb Zehntel von seinem Teamkollegen. Auch im Q2 war der Abstand nicht klaffend, Tsunoda fehlten 0,3 Sekunden auf Verstappens Bestzeit. Im finalen Qualifyingsegment wuchs der Unterschied auf ganze sieben Zehntel an.
| Runde | Verstappen | Tsunoda | Abstand |
|---|---|---|---|
| Q1 - Runde 1 | 1:19.812 | 1:20.039 | +0,227 |
| Q1 - Runde 2 | 1:19.455 | 1:19.619 | +0,164 |
| Q2 - Runde 1 | 1:19.140 | 1:19.433 | +0,293 |
| Q2 - Runde 2 | 1:19.422 | 1:19.528 | +0,106 |
| Q3 - Runde 1 | 1:18.923 | 1:19.728 | +0,805 |
| Q3 - Runde 2 | 1:18.792 | 1:19.519 | +0,727 |
"Ich habe das Gefühl, dass ich Zeit liegen gelassen habe, sicherlich drei oder vier Zehntel", schätzte der Japaner. Das hätte Tsunoda in die Nähe der Top-5 gebracht. Der fehlende Windschatten ist aber nicht der einzige Unterschied zu seinem Teamkollegen: Der neue Unterboden ist nur beim RB21 mit der Nummer 1 verbaut.
Dass Updates an nur einem Red Bull angebracht werden, ist nichts Neues in dieser Saison. Tsunoda musste nach seinem Crash in Imola lange mit alten Teilen fahren und hatte damit große Probleme. Erst in Spa waren beide Autos auf dem gleichen Stand. Dort qualifizierte sich Tsunoda auf dem siebten Platz, sein bisher bestes Qualifying-Ergebnis im RB21. Letzte Woche in Zandvoort holte Tsunoda seine ersten WM-Punkte seit Imola.
Jetzt sei die Situation aber anders, wie er beteuerte: "Das jetzt kann ich leicht akzeptieren. Ich möchte mich auf das konzentrieren, was ich habe. Ich weiß nicht, welchen Unterschied die Updates machen, jedenfalls keinen massiven. Es sind ein paar Details," meinte er, fügte jedoch hinzu: "Aber die Details machen den Unterschied in diesem engen Feld."
Auch bei Charles Leclerc wäre ein Windschatten hilfreich gewesen, doch Lewis Hamilton half seinem Teamkollegen nicht. Warum gab es kein Teamwork bei Ferrari? Die Antwort gibt es hier:



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