"From-Hero-to-Zero"-Geschichten schreibt keine so gut wie die Formel 1: Nur sechs Tage nach seinem ersten Podium in der Königsklasse erlebte Isack Hadjar das bitterste Qualifying seiner bisherigen Rookie-Saison. Ein Wimpernschlag von 80 Tausendstel sorgte im 16. Qualifying für sein erstes Q1-Aus. Entsprechend frustriert zeigte er sich direkt nach der Session – und den musste Carlos Sainz ausbaden. "Er war in der Auslaufrunde super nervig. Ich weiß immer noch nicht, was er vorhatte", kritisierte Hadjar den Williams-Piloten.
Für ihren letzten Run in Q1 gingen beide direkt hintereinander auf die Strecke. Während der Outlap drängte Sainz von hinten, was laut Isack Hadjar das Aufwärmen seiner Reifen negativ beeinträchtigte. Was der Racing Bulls-Pilot nicht wusste: Sainz fuhr eine Outlap-Prep-Lap-Push-Lap-Strategie, und sein Renningenieur wies ihn darauf hin, dass es zeitlich kritisch wurde. Am Ende waren wohl weder Sainz noch sein Fehler in der zweiten Lesmo ausschlaggebend für seine schlechte Laune.
Denn an seinem VCARB 02 wird der Motor ausgewechselt, was für ihn eine Strafversetzung bedeutet. Zu diesem Zeitpunkt war das aber offiziell nicht bekannt. Hadjar selbst verriet es den Journalisten, als er nach der Session betonte: "Ich hasse es, ins Qualifying zu gehen und zu wissen, dass ich im Rennen als Letzter starte. Ich mag den Druck, den man verspürt, bevor man ins Qualifying geht. Der hat heute gefehlt - daher war meine Einstellung wahrscheinlich auch nicht die beste."
Neuer Unterboden bei Lawson
Der Motorwechsel könnte erklären, warum in Monza nur Liam Lawson den modifizierten Unterboden fährt. Racing Bulls brachte neben Mercedes und Red Bull einen neuen Unterboden nach Italien. Die Form des Unterbodens ist modifiziert, und mit ihr die des Edge Wings, um effizienter mehr Last zu generieren. Allerdings reichte das Update nicht aus, damit beide Piloten den Aufstieg ins Q2 schafften. Lawson startet als Letzter, Hadjar aus der Box.
"Wir wussten, dass es schwer würde, ins Q2 zu kommen. Auf meiner schnellen Runde hatte ich in der Mitte von Turn 6 mit der Dirty Air [eines vor mir fahrenden Autos] zu kämpfen. Das Auto begann zu untersteuern, wodurch ich von der Strecke abkam., erklärte Lawson und fügte hinzu: "Es ist schade, wie das Qualifying verlaufen ist, denn wir hatten gestern eine gute Pace auf den Long Runs. Ich denke, dass wir das Auto auch verbessert haben. Leider konnten wir das heute nicht zeigen."
Hinzu kommt, dass in Italien Überholen extrem schwierig wird. Wenn nicht etwas Unvorhergesehenes passiert, wird es für Racing Bulls schwierig, in Monza Punkte zu holen. "Wir wissen, dass wir über Nacht keine fünf Zehntel finden, und uns im Rennen vom Ende des Feldes nach vorne in die Top-10 kämpfen können. Trotzdem werden wir unser Bestes geben, um nach vorne zu kommen", so Lawson.
Max Verstappen sticht McLaren und Ferrari im Qualifying für den Italien GP aus. Weltmeister mit Rekord-Runde auf Pole Position. Favorit Lando Norris knapp geschlagen. Mehr dazu hier:



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