Nach einem starken Formel-1-Wochenende in Austin und einem passablen Rennergebnis in Mexiko-Stadt kommt Yuki Tsunoda in São Paulo wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein Crash zu Beginn der Trainingssession kostet den Japaner wertvolle Zeit, die an einem Sprint-Wochenende ohnehin knapp bemessen ist. Das Ergebnis des Sprint-Qualifyings war somit keine Überraschung: Tsunodas Runde reichte nur für den enttäuschenden 18. Platz.

Der Red-Bull-Pilot ist jedoch nicht der Meinung, dass ihm die fast 30-minütige Standzeit während des Trainings einen Nachteil verschafft habe. "Nein, das würde ich nicht sagen. Es hat sicher nicht geholfen, aber ich habe FP1 ziemlich gut beendet", so Tsunoda, der in der einzigen Trainingssession Letzter wurde. Die Zeit hätte noch für Renn- und Qualifying-Simulationen gereicht. Tatsächlich war Tsunoda der einzige Fahrer im Feld, der Rundenzeiten auf dem Soft-Reifen absolvierte.

Sein erster Run auf dem harten Reifen war nach vier Runden vorbei. In Kurve vier räuberte er zu stark über den Kerb und verlor das Heck seines RB21. Bei seinem Einschlag in die Bande beschädigte er seinen Frontflügel, auch seine linke Vorderradaufhängung dürfte einen Schlag abbekommen haben. Als er wieder aus der Box kam, fuhr er einen 14 Runden langen Longrun auf dem roten Reifen, konnte aber keine konkurrenzfähige Zeit erzielen.

Tsunoda ratlos über "mysteriöses" SQ1-Aus

Auch im Sprint-Qualifying fehlte ihm die Pace. Warum? Das kann sich Tsunoda selbst nicht erklären. "Es ist etwas mysteriös. Meine Runde war ganz in Ordnung. Ich weiß nicht, warum ich plötzlich so weit abgeschlagen war", rätselte er. Ihm fehlte es an Grip, was sich als generelles Problem von Red Bull in Interlagos abzeichnet. "In Sektor zwei mit den meisten Kurven fehlt uns die nötige Haftung und Downforce", erklärte Dr. Helmut Marko im ORF. "Mit dem Medium-Reifen ist es besser, aber da scheint irgendetwas nicht richtig zu funktionieren."

Der Red-Bull-Berater war nicht zufrieden mit der Leistung seines Nummer-2-Fahrers, zeigte sich aber verständnisvoll: "Es war etwas enttäuschend, wir hatten uns mehr erwartet. Aber wir haben das in dieser Saison immer gesehen. Wenn das Auto schwieriger zu fahren ist, ist der Abstand zu Max entsprechend größer." Im ersten Qualifying-Segment fehlten Tsunoda mehr als sieben Zehntelsekunden auf seinen Teamkollegen.

Auch Max Verstappen war nicht glücklich mit dem Setup des Autos. Um im Sprint Chancen auf Punkte zu haben, müssen die Bullen wohl auf den vorhergesagten Regen hoffen. Tsunoda möchte sich nicht aufs Wetter verlassen. "Ich weiß nicht, ob ich für nasse oder trockene Bedingungen beten soll. Ich muss zuerst etwas im Auto finden, denn ich verstehe es wirklich nicht", erklärte Tsunoda.

Zu lahm: Ferrari patzt in São Paulo, Rückschlag für Verstappen (15:28 Min.)