Lewis Hamiltons Formel-1-Wochenende endete in Zandvoort am Sonntag im Chaos. Nach positiven Ansätzen mit seinem Ferrari, verabschiedete er sich nach seinem Aufwärtstrend mit einem Unfall aus dem Rennen. Doch der unrühmliche Abgang war noch nicht das Ende der Fahnenstange. Für ein Vergehen auf dem Weg ins Grid, erhielt er für das bevorstehende Rennen in Monza an diesem Wochenende eine Strafe. Die gegen ihn verhängten Sanktionen findet der siebenmalige Weltmeister unverhältnismäßig.

"Die Strafe und dazu noch Strafpunkte zu erhalten, ist ziemlich Hardcore!", so Lewis Hamilton im Vorfeld des Grand Prix von Italien. Ereignet hatte sich die Szene noch vor dem Rennen, als der 40-jährige Brite seinen Ferrari in die Startaufstellung fuhr. In der vorletzten Kurve missachtete er die doppelt geschwenkten gelben Flaggen. Untersucht wurde die Angelegenheit allerdings erst nach dem Zieleinlauf. Die Stewards entschieden auf eine Gridstrafe von fünf Positionen für Monza sowie zwei Strafpunkte.

Lewis Hamilton sieht kein Fehlverhalten, das Strafe rechtfertigt

"Ich bin zuhause gelandet und sah, dass ich diese Strafe habe. Ich war wirklich geschockt", sagt Hamilton, der mit der Entscheidung der Offiziellen nicht einverstanden war. "Ich weiß nicht, wie die anderen Fahrer über die Entscheidung in diesem Rennen denken", holt er aus. "Es ist natürlich nicht schwarz und weiß. Tatsache ist, wenn du auf den Bericht schaust, habe ich den Fuß vom Gas genommen, aber für ihren Geschmack nicht genug. Deshalb gehen sie wohl nicht näher darauf ein, schätze ich."

Nachdem er dieses Jahr im Durchschnitt auf Startplatz acht ins Rennen ging, sind die Aussichten auf eine gute Ausgangslage für sein erstes Ferrari-Heimspiel in Monza düster. "Es wird dieses Wochenende schwierig. Im Qualifying geht es schon so eng zu und in Q3 zu kommen ist schwer, und in die Top-5 zu kommen ist sehr, sehr schwer. Wenn du dazu noch fünf Plätze nach hinten versetzt wirst, ist das nicht so toll, in deinen ersten Italien GP mit Ferrari zu gehen", sagt der 105-fache Grand-Prix-Sieger, der auch in Monza schon fünf Mal ganz oben auf dem Treppchen stand.

2 Crashs und 1 Strafe! Ferrari-Drama um Hamilton & Leclerc (09:51 Min.)

Lewis Hamilton erklärt Gründe für Formel-1-Unfall in Zandvoort

So ernüchternd die Strafe war, noch niederschmetternder war für Lewis Hamilton am vergangenen Sonntag sein Ausscheiden mit einem Unfall. "Das war ungewöhnlich für mich. In dieser Art von Rennen mache ich normalerweise nicht viele Fehler", sagt er. "Wir haben in den vergangenen Tagen tiefgehend analysiert und versucht, zu verstehen, was dazu geführt hat."

Im ersten Moment schien der Nieselregen als Auslöser für den plötzlichen Kontrollverlust verantwortlich zu sein. Letztendlich waren es laut Hamilton jedoch mehrere Faktoren, die zum Crash führten: "Es war kein Konzentrationsfehler. Mehrere Dinge haben dazu beigetragen, ich hatte ein unregelmäßiges Hochschalten, das die Hinterräder blockiert und das Heck herumgeworfen hat. Dazu war ich vielleicht zehn Zentimeter weiter außen als in der Runde davor."

Die Unklarheiten aus Zandvoort ausgeräumt, war das erste Wochenende nach der Sommerpause für ihn allerdings durchwegs positiv. "Ich denke, unser Ansatz war das gesamte Wochenende über auf den Punkt. Es war womöglich eines unserer stärksten, wenn nicht sogar unser stärkstes und reibungslosestes Wochenende, bis zum Sonntag", so Hamilton. "Wenn wir diesen Ansatz in den kommenden Rennen verfolgen, bin ich mit unserer momentanen Richtung optimistisch."

Hilfe für Charles Leclerc im Monza-Qualifying?

Mit der Strafe wird es für ihn in Italien allerdings schwieriger, diesen neuen Ansatz in ein Resultat zu verwandeln. Noch immer jagt er sein erstes Grand-Prix-Podium in Rot. Unter den gegebenen Voraussetzungen ist nicht ausgeschlossen, dass sich Hamilton in Monza in den Dienst der Scuderia stellen und Teamkollege Charles Leclerc helfen muss. Der Monegasse gewann im Vorjahr in Monza. Sollte Ferrari auch diesmal konkurrenzfähig sein, wäre eine gute Startposition von Vorteil.

Als Windschatten-Geber würde sich Hamilton keinen Zacken aus der Krone brechen: "Es kann von Vorteil sein, aber in der Vergangenheit hatte ich oft das Gefühl, dass man dafür einen Fahrer opfert. Ich weiß nicht, ob wir das dieses Wochenende machen. Es wurde noch nicht diskutiert. Aber selbst wenn wir die Pace dafür hätten, könnte ich sowieso nicht auf Pole stehen. Wenn das also bedeutet, dass Charles dort stehen könnte, würde ich gerne diese Rolle spielen."