In nur vier Rennen hat Oscar Piastri 64 seiner einst 104 Punkte Vorsprung auf Max Verstappen in der Formel-1-Tabelle eingebüßt. Seit drei Rennen stand er nicht mehr auf einem Podest. In Austin war seine Pace so schlecht wie noch nie in dieser Saison. All das spielt Piastri am Sonntag nach dem Grand Prix herunter. McLaren glaubt fest an eine Eintagsfliege und kommt den Gründen schon näher.

Im Rennen selbst war von Antworten nichts zu sehen. Piastri versuchte mit den wenigen Onboard-Settings und per Fahrstil im Rennverlauf noch diverse Dinge, nachdem er sich dank eines guten Starts zumindest vor George Russell auf Platz fünf hatte setzen können: "Aber es war entweder die gleiche Pace oder langsamer."

"Ich denke, mit der Pace, die ich dieses Wochenende hatte, tat ich alles, was ging", ist Piastri überzeugt. "Sauberes Qualifying, sauberes Rennen, ein Platz gewonnen. Mit dieser Pace ist das alles, was ich verlangen konnte." Bei ihm und bei McLaren geht die bereits angelaufene Ursachenforschung nun weiter.

McLaren-Ahnung: Austin eine Anti-Piastri-Strecke?

"Für mich war das hier in meiner Formel-1-Karriere nie ein guter Jagdgrund, da kann ich jetzt nicht sagen, dass ich von einem harten Wochenende schockiert bin", meint Piastri. McLaren-Teamchef Andrea Stella vermutet genau hier den Grund: "Wir wissen bei Oscar, dass sein Fahrstil Verbesserungspotenzial hat bei Bedingungen, bei denen du wenig Grip hast und richtig das Auto fordern musst, an der Grenze zu Untersteuern, Übersteuern und Verbremsern."

Austin mit den welligen Bremszonen, dem Wind und den hohen Temperaturen erfüllt diese Kriterien. Unebene Bremszonen hinein in langsame Kurven mit kurzen Radien entsprechen obendrauf dem MCL39 grundsätzlich nicht, das multipliziert die Probleme. "Wir haben heute viele Infos bekommen, zusätzlich zum Material von gestern", so Stella nach dem Rennen. "Schon heute am Morgen hatten wir ein paar Gespräche mit Oscar, wie wir noch mehr rausholen können. Das sind jetzt denke ich einfach Daten, um zu lernen, und Oscar wird sehr bald lernen."

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Entsprechend sieht Piastri in den letzten Rennen immer noch kein Formtief, sondern drei ganz andere Situationen: "Das hier war ein bisschen eine Anomalie." In Baku war die Pace in Ordnung, aber er baute zwei kostspielige Unfälle. In Singapur qualifizierte er Teamkollege Lando Norris aus und auch die Rennpace war in seinen Augen dort kein Problem, obwohl er zeitweise von Norris hatte abreißen lassen müssen.

Piastri: Immer noch in der besten Position für die Formel-1-WM

Also spielt Piastri Verstappens rapides Näherkommen weiter runter: "Er hatte einen guten Lauf in den letzten Rennen, aber wenn wir wieder auf Kurs kommen und Pace finden, sicherlich auf meiner Seite, dann habe ich keine großen Sorgen. Es ist noch ein langer Weg für Max - er hat viel aufgeholt, aber fünf Rennen vor Schluss ist das keine kleine Lücke."

"Mir ist meine Position immer noch lieber als die der anderen zwei", urteilt Piastri also. Er sieht keinen Grund, warum er nicht wieder auf Kurs kommen sollte, und keinen psychologischen Knick bei sich selbst: "Ich war schon in Fights, die so eng oder noch enger waren. Da habe ich Beweise für mich selbst, dass alles gutgehen kann, und ich glaube immer noch voll daran, dass ich den Titel holen kann." Es verbleiben 40 Punkte Vorsprung auf Verstappen und 14 auf Norris.