Oscar Piastri erlebte in Baku ein rabenschwarzes Wochenende. Der Formel-1-Tabellenführer crashte zunächst im Qualifying, legte dann im Rennen einen Frühstart hin und versenkte zu guter Letzt seinen McLaren noch auf der ersten Runde in der Wand. Schlimmer kann ein Grand Prix kaum laufen, zumal Piastri sämtliche Fehler auf seine Kappe nehmen muss. Viele F1-Fans verorteten Risse im Nervenkostüm des ansonsten so konstanten Titelkandidaten.
McLaren-Teamchef Andrea Stella verteidigte seinen Fahrer im Anschluss an das Rennen, auch wenn er die Tatsache nicht verbergen konnte, dass Piastri selbst für das Desaster verantwortlich war. "Diese Fehler sind für Oscar sehr uncharakteristisch. Ich denke Oscar war der solideste Fahrer in der 2025er-Saison bisher", stellte er sich hinter den WM-Führenden.
Andrea Stella: "Auch in den dominantesten Jahren passieren solche Fehler"
Derartige Fehltritte seien normal, findet der Italiener, und sie seien auch bei den besten Piloten der Formel-1-Geschichte vorgekommen. "Sogar vielfache Weltmeister haben manchmal so ein Wochenende, aus dem man viel Lernen kann", sagte der F1-Routinier. "In jeder Saison, sogar in den dominantesten, sogar bei einem der besten Fahrer in der Geschichte der Formel 1, wie Michael Schumacher, habe ich Fehler wie diese gesehen."
Er muss es wissen, denn in den 25 Jahren, die er schon in der Formel 1 verbringt, arbeitete der derzeitige McLaren-Teamchef mit zahlreichen Hochkarätern zusammen, darunter lange Zeit auch mit Schumacher. Stella war von 2002 bis 2006 als Performance-Ingenieur des deutschen Rekord-Weltmeisters bei Ferrari tätig. Direkt im Anschluss arbeitete er in derselben Funktion am Auto von Kimi Räikkönen, ehe er 2009 zum Renningenieur aufstieg. Eine Rolle, die er anschließend auch für Fernando Alonso ausführte, ehe er nach dessen Ferrari-Abschied mit dem Spanier zu McLaren weiterzog.
Formel 1: Piastri-Punkteserie geht zu Ende
Oscar Piastri beendete mit seinem Unfall in Baku eine Serie von 42 Rennwochenenden, in denen er jeweils Punkte sammelte. Sein letzter Ausfall ist bereits 44 Rennen her und datiert auf den 22. Oktober 2023. Damals hatte er beim USA-GP nach einer Kollision mit Esteban Ocon aufgeben müssen. Stella macht sich aufgrund dieser Konstanz keine Sorgen, dass der Unfall die Gemütslage des siebenfachen Saisonsiegers längerfristig angekratzt habe. "Ein einmaliges Wochenende wie dieses, in denen die Dinge nicht für einen verlaufen, aber von dem man viel zu analysieren hat, ist keine Überraschung. Es ist keine Ausnahme, über die wir uns Sorgen machen müssten", sagte der Teamboss.
Daran, dass Piastri aus diesem verpatzten Grand-Prix-Wochenende lernen wird, zweifelt Stella nicht. "Eine der stärksten Eigenschaften von Oscar ist, wie schnell er lernt und wie schnell er sich verbessert und wie er stärker zurückkommen kann. Deshalb war er in jeder Kategorie so erfolgreich und ich bin mir sicher, dass das in seiner Formel-1-Karriere genauso ist und wir das im restlichen Saisonverlauf sehen werden", gab sich Stella überzeugt.
Piastri selbst sprach in Bezug auf seine Fehler von einer Reihe an Fehleinschätzungen. Was genau er zu dem Fehlstart und dem Unfall zu sagen hatte, könnt ihr hier nachlesen:



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