Als wäre die Formel-1-Saison 2025 bislang nicht schon schwierig genug für Franco Colapinto verlaufen, küsste er im Grand Prix zum zweiten Mal am Baku-Wochenende die Mauer. Anders als im Qualifying war der Alpine-Pilot im Rennen allerdings unschuldig. Der Name des Übeltäters: Alex Albon. Der Williams-Fahrer drehte Colapinto bei einem ungeschickten Überholmanöver in Kurve fünf in die Wand.

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Colapinto kam in Runde 17 mit frischen harten Reifen vor Albon aus der Box. Der Williams-Pilot hatte eine Runde früher auf den weißen C4 gewechselt und ihn bereits auf Betriebstemperatur gebracht. Mit DRS-Unterstützung wagte Albon die erste Attacke in Kurve drei, er wollte sich außen am Alpine vorbeidrücken. Doch in der engen 45-Grad-Kehre war Colapinto auf der Innenlinie im Vorteil und verteidigte seine Position.

Auf der Anfahrt auf Kurve fünf wich Albon von der Ideallinie ab und wollte innen am Alpine vorbeigehen. Doch in der engen Schikane umgeben von Wänden konnte Colapinto nicht ausweichen. Albons rechtes Vorderrad küsste das linke Hinterrad des Argentiniers, der sich ohne Schuld in der Schutzbarriere wiederfand. Der Schaden an beiden Autos hielt sich in Grenzen: Dem Williams fehlte eine Frontflügel-Endplatte, die Reifen und der Heckflügel des Alpine waren beschädigt. Für beide ging das Rennen weiter.

Oscar Piastri mit Formel-1-Logenplatz: Albon zeigt sich einsichtig

"Das mit Franco war unschön, das war meine Schuld", zeigte sich Albon einsichtig. Dem stimmten auch die Stewards zu: "Die Frontachse von Auto 23 [Albon, Anm. d. Red.] befand sich nicht auf Höhe mit dem Spiegel von Auto 43 [Colapinto], hatte damit kein Recht auf die Kurve und ist in voller Gänze für die Kollision verantwortlich", hieß es im offiziellen Dokument. Für das Verursachen eines Zusammenstoßes bekam Albon eine 10-Sekunden-Strafe sowie zwei Strafpunkte.

"Er hat mich sehr hart getroffen. Das ist keine Kurve zum Überholen", mahnte Colapinto. Der Unfall kostete ihn gute zwölf Sekunden, dazu hatten seine frischen Reifen platte Stellen. Durch den Schaden an seinem Heckflügel hatte sein A525 die restlichen 35 Runden mit starkem Untersteuern zu kämpfen. "Es war ein langes Rennen", seufzte der 22-Jährige, der bei Alpine ohnehin schon im Schleudersitz verweilt.

Es war ein deprimierender Abschluss zu einem erfolglosen Wochenende für Colapinto. In keiner Session schaffte er es über den 15. Platz hinaus. Dabei zeigte er vor der Kollision keine schlechte Rennpace und machte drei Positionen gut. Am Ende fuhr er schließlich als Neunzehnter über die Ziellinie. Alex Albon saß seine Strafe nicht während des Rennens ab und wurde nach einer Aufholjagd von P11 auf P13 zurückgestuft.

Die beste Sicht auf die Szene hatte übrigens Oscar Piastri. In der ersten Runde des Aserbaidschan Grand Prix verunfallte der WM-Spitzenreiter auch in Turn 5 und verfolgte das Renngeschehen noch für eine Weile aus einem Campingstuhl hinter dem Zaun. Mehr zu seinem Fahrfehler gibt es hier: