Schlimmer hätte der Aserbaidschan GP für Oscar Piastri kaum laufen können. Nach seinem Unfall im Qualifying verpatzte der Gesamtführende der Formel 1 den Start in Baku von Platz neun, fiel weit zurück und verunfallte ohne Fremdeinwirkung wenige Kurven später.

Das Unheil im Rennen nahm am Start seinen Lauf. Piastri ließ die Kupplung etwas zu früh kommen, sein McLaren bewegte sich schon deutlich bevor die fünf roten Lichter der Ampel erloschen waren.

Der Versuch, den Frühstart noch zu verhindern, verschlimmerte Piastris Situation nur noch: Durch das Bremsmanöver schaltete sich der Anti-Stall-Modus ein, der verhindern soll, dass der Motor abstirbt. Obwohl der Australier schnell reagierte und seinen Boliden wieder in Gang bekam, fiel er auf den letzten Platz zurück.

"Das war eine Fehleinschätzung. Ich habe versucht, den Start zu stark zu antizipieren", gibt Piastri selbstkritisch zu. "Dann kam ich in den Anti-Stall-Modus und von da an ist es nur noch abwärts gegangen."

Piastri zerstört neuen McLaren

In Kurve zwei bremste er sich umgehend an Alexander Albon vorbei, doch die Aufholjagd im Startgetümmel sollte ein jähes Ende finden: Piastri verbremste sich in Kurve 5 und rutschte neben der Ideallinie geradeaus in die Tecpro-Barriere und schlug ein. Sein Rennen war damit beendet.

"Ich habe den Grip falsch eingeschätzt. Wahrscheinlich haben meine Räder durch die verwirbelte Luft beim Anbremsen blockiert. Aber ich sollte es besser wissen, das waren zwei einfache Fehler auf meiner Seite", so Piastri.

Schon tags zuvor beendete der McLaren-Pilot seine Qualifikation auf ähnliche Art und Weise. Beim Crash-Qualifying von Baku verbremste er sich in Kurve 3 und schlug ein. Die Mechaniker mussten über Nacht das Auto auf dem Ersatzchassis aufbauen.

Zeitstrafe wird nicht zur Grid-Strafe

Die Stewards um ihren Vorsitzenden Garry Connelly reagierten schnell und belegten Piastri schon wenige Minuten nach dem Fehlstart mit einer 5-Sekunden-Strafe, die er freilich nicht mehr absetzen konnte.

Glück im Unglück: Erst im letzten Jahr haben sich die Teams dazu entschieden, dass eine einzelne 5-Sekunden-Strafe nicht in eine Startplatzstrafe für das nächste Rennen umgewandelt wird. Sonst hätte Piastri in Singapur drei Plätze in der Startaufstellung nach hinten gemusst. Weil Teamkollege und Titelrivale Lando Norris im Rennen nicht über Platz sieben hinauskam, kam Piastri mit einem blauen Auge davon.

"Nach diesem Wochenende fühlt es sich nicht besonders toll an", gesteht der Australier. "Die Pace war gut, aber es kommt selten vor, dass ich so viele Fehler mache. Ich muss das hinter mir lassen, aber ich wäre besorgter, wenn ich solche Fehler mache, weil ich Performance finden muss. "

Trotzdem, ganz auf die leichte Schulter kann und will Piastri das Wochenende in Baku nicht nehmen: "Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mit meinem Kopf irgendwo anders war. Dann wäre es einfach, einen Grund dafür zu finden. Aber dieses Wochenende hat sich angefühlt wie jedes andere, ich habe nur von Anfang bis Ende zu viele Fehler gemacht, jede einzelne Session war chaotisch."

Schon im Qualifiyng lief es bei McLaren und speziell bei Oscar Piastri nicht. Was war los? Christian erklärt es euch im Video. Außerdem erzählt er euch, warum McLaren plötzlich wieder Max Verstappen im WM-Kampf fürchtet!

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