Totalausfall für Oscar Piastri und ein enttäuschender siebter Platz für Lando Norris. Im Formel 1 Grand Prix von Aserbaidschan lief für die beiden McLaren-Piloten wenig nach Plan. Eigentlich hätte das Team aus Woking bereits in Baku den vorzeitigen Sieg in der Konstrukteurswertung holen können, doch WM-Leader Oscar Piastri crashte sowohl im Qualifying als auch im Rennen.
Überkommt Oscar Piastri gegen Ende der Weltmeisterschaft nun doch die Nervosität? "Ja, es war ein Fehlerwochenende von Piastri. Im Moment sehe ich da aber nichts von Nervenflattern. Ob er wirklich nervös ist, werden wir in Singapur sehen", meinte F1-Experte Christian Danner. Im Qualifying schlug Piastri in Q3 mit seinem McLaren in Kurve 3 in die TecPro-Barriere ein und startete nur aus der fünften Startreihe.
Im Rennen ließ er am Start die Kupplung etwas zu früh kommen. Der Versuch, den Frühstart noch zu verhindern, verschlimmerte Piastris Situation nur noch: Durch das Bremsmanöver schaltete sich der Anti-Stall-Modus ein. Obwohl Piastri schnell reagierte und seinen Boliden wieder in Gang bekam, fiel er auf den letzten Platz zurück. Die darauffolgende Aufholjagd endete in der ersten Runde in Kurve 5. McLaren-Teamchef Andrea Stella verteidigte den Australier nach seinem rabenschwarzen Wochenende.
Kritik an Norris: "Zu vorsichtig vorgegangen"
Für Teamkollege und WM-Konkurrent Lando Norris hätte die Ausgangslage in Baku nicht besser sein können, um Punkte in der Fahrerwertung gutzumachen. Doch er ließ jede Chance ungenutzt. Einerseits patzte er im Qualifying und startete als Siebter nur zwei Positionen vor Piastri. Andererseits blieb er im Rennen blass und beendete den Grand Prix auf seiner Startposition.
Danner reagierte im AvD-Motorsport-Magazin enttäuscht auf die Performance von Norris - auch wenn er wieder einmal schuldlos durch einen verpatzten Boxenstopp Zeit liegen ließ. "Er war wahnsinnig vorsichtig bei den Überholmanövern. Ein Verstappen hätte da keine Gefangenen gemacht. Er hält dagegen und durch ist er", sagte Danner und stellte klar: "Wenn ein Russell gut genug ist Sainz zu überholen, dann hätte Norris das auch geschafft."

F1-Experte: McLaren muss in der WM auf Piastri setzen
Hinzu kam, dass Verstappen nach Monza auch in Baku gewann und wichtige Punkte im WM-Kampf gutmachte. Für Danner steht fest: "Wenn Red Bull wieder auf Augenhöhe mit McLaren kommt, dann hat Piastri in erster Linie mit Verstappen zu tun." Entsprechend rät er McLaren, sich im WM-Kampf auf einen Fahrer – und zwar Piastri – festzulegen. Von McLarens Strategie beiden Fahrern die gleichen Chancen im Titelkampf zu geben, ist der frühere F1-Pilot kein Fan.
Die sogenannten Papaya-Rules empfindet Danner als "heile-Welt-Spielchen". "Die Welt da draußen ist hart, da weht ein eisiger Gegenwind. In dem Falle auch mit einem Namen: Max Verstappen", so Danner. Für ihn ist der Weg, den McLaren einschlagen muss, völlig klar: "Der, der mehr Punkte hat, ist der, der immer den Vorzug bekommt und die klare Nummer 1 ist. Es hat noch nie anders funktioniert."



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