Max Verstappen hat in Monza gewonnen, doch McLaren riss in den letzten Runden des Rennens die ganze Aufmerksamkeit der Formel 1 an sich. Die unerwartete Teamorder-Entscheidung zugunsten von Lando Norris entging aber auch Verstappen nicht. Im Cockpit kostete sie ihm einen Lacher, nach dem Rennen eine deutlich klarere und kaum überraschende Ansage.

Norris war fast das ganze Rennen Verstappens erster Verfolger gewesen, doch nach einem langsamen Stopp rutschte in Runde 47 unerwartet Teamkollege Oscar Piastri vor auf Platz zwei. Zwei Runden später beorderte McLaren den Rücktausch auf der Strecke. Piastri fügte sich - warum, das erklärt er hier:

Verstappen bekam per Funk nach den Stopps zuerst die Info, dass Piastri jetzt sein erster Verfolger sei, und auf Nachfrage prompt die Bestätigung, dass Norris wegen eines langsamen Stopps den Platz verloren hatte. Zwei Runden später lieferte Renningenieur GP Lambiase das nächste Update: "Norris und Piastri haben Plätze getauscht."

"Ha! Nur weil er einen langsamen Stopp hatte?", entfuhr es Verstappen gleich. Lambiase schob eine Live-Analyse am Funk nach: "Nicht unsere Sache, aber ich schätze, das lässt es zwischen den Fahrern in Sachen Weltmeisterschaft fair bleiben." Eine absolute Methode, die auch McLaren-Teamchef Andrea Stella nach dem Rennen so bestätigt:

Glück für Lando Norris: Er fährt nicht gegen Max Verstappen

Verstappen bemühte sich nach Monza um Zurückhaltung. Doch ganz schaffte er es nicht. Auf ServusTV wurde er schließlich direkt gefragt. Als Oscar Piastri? "... hätte ich das nicht gemacht." Wer Verstappen kennt, den überrascht das nicht. 2022 ließ er trotz bereits fixem Fahrertitel seinen sich im Kampf um WM-Rang 2 befindlichen Teamkollegen Sergio Perez in Brasilien nicht einmal im Kampf um Platz 6 durch.

Dass ein Verstappen im WM-Kampf dem Teamkollegen einen auf dem Silbertablett servierten Sieg einfach so zurückgeben würde, erscheint utopisch. Das lässt Verstappen am Sonntagnachmittag auch in anderen Interviews wiederholt durchblicken, auch wenn er stets voranstellt: "Ich werde ihnen nicht sagen, was sie tun sollen."

"Von meiner Seite denke ich, dass Fehler passieren", meint Verstappen. "Manchmal hast du einen langsamen Stopp. Manchmal machst du einen Fahrfehler. Manchmal explodiert dein Motor. Oder irgendein Schaden. Das ist alles Teil von Motorsport."

"Natürlich wird die Meisterschaft aber sowieso zwischen ihnen entschieden", räumt Verstappen auch ein. "Also entscheiden sie sowieso. Es steht ihnen vollends zu, das zu tun, was sie wollen. Das ist alles, was ich dazu sagen will." Seinen eigenen Außenseiter-Chancen kann es nur helfen. Acht Rennen vor Schluss liegt er dank des Tauschs "nur" 94 Zähler hinter Piastri auf einem abgeschlagenen dritten Tabellenplatz. Deutet der Monza-Sieg aber auf eine Wende hin? Dazu mehr gibt es von Verstappen hier: