"Es tut mir leid. Wir haben ein Hydraulik-Problem. Wir müssen das Auto abstellen. Komm in die Boxengasse." Solch einen unheilvollen Funkspruch hört kein Rennfahrer gerne. Erst recht nicht, wenn das Rennen noch gar nicht begonnen hat. Aber genau diese Mitteilung bekam Nico Hülkenberg beim Formel-1-GP in Monza auf der Aufwärmrunde von seinem Renningenieur Steven Petrik zu hören.

Hülkenberg hätte eigentlich von der zwölften Position losfahren sollen und hätte von dort aus wohl gute Chancen gehabt, um im Kampf um die Punkte mitzumischen. Doch daraus wurde nichts. Denn wie schon sein Renningenieur berichtet hatte, hatte am Sauber C45 die Hydraulik schlappgemacht.

Plötzlich wird es hektisch: Hydraulik lässt Nico Hülkenberg im Stich

Das Drama nahm etwa sieben Minuten vor dem Start seinen Lauf, wie Teamchef Jonathan Wheatley erklärte. "Auf dem Grid war zunächst alles in Ordnung. Als wir dann den Motor auf der Startaufstellung anwarfen, stellten wir ein hydraulisches Problem fest", erklärte er. Dass etwas nicht stimmte, wurde auch Hülkenberg selbst in diesem Zeitraum klar: "Kurz vor dem Start in die Formationsrunde wurde alles ein bisschen hektisch."

"Für mich war alles noch immer okay, aber sie sahen ein großes Problem in den Daten", sagte er weiter. Die Reaktion des Teams war, etwas Hydraulik-Flüssigkeit nachzufüllen und zunächst ganz normal mit der Einführungsrunde fortzufahren. Doch vor dem Ende dieser entschied man sich, dass es schlauer war, aufzugeben. "Da es eine neue Power Unit war, entschieden wir uns das Auto abzustellen, um sicherzugehen", so Wheatley.

Wie vier weitere Fahrer hatten auch die beiden Sauber-Piloten für die Highspeed-Schlacht in Monza einen neuen Motor eingebaut bekommen. Den vierten in dieser Saison, womit man das in diesem Jahr erlaubte Limit ausgeschöpft hat. Jede weitere Power Unit kostet automatisch Strafplätze in der Startaufstellung. Da wollte es Sauber offenbar nicht riskieren, für ein Rennen, das man angesichts des vorhandenen Problems möglicherweise ohnehin nicht zu Ende fahren könnte, einen ihrer Motoren zu opfern.

Nico Hülkenberg frustriert: Niemand will so etwas

So war Hülkenberg zum Zuschauen verdammt. "Es war definitiv frustrierend für mich und für das Team. Niemand beabsichtigt so etwas", sagte Hülkenberg, der sich aber damit abzufinden wusste: "Es ist ein technischer Sport und manchmal können diese Dinge passieren. Das muss man so hinnehmen."

Aus der Sauber-Hospitality, die übrigens beim Formel-1-Wochenende in Monza zum letzten Mal zum Einsatz kam, sah Hülkenberg anschließend dabei zu, wie Gabriel Bortoleto sich bis zur Zielflagge auf den neunten Platz kämpfte, und dann dank einer Strafe gegen Kimi Antonelli auch noch auf P8 nach vorne kam. Vier wichtige Punkte für Sauber also im engen Mittelfeld-Kampf.

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Gabriel Bortoleto holt wieder Formel-1-Punkte

"Ich denke wir haben unsere Performance heute optimiert", freute sich Bortoleto, der es im highspeed-starken Sauber auf den ersten Runden nach Manövern an Antonelli und Alonso vorbei auf die sechste Position schaffte. "Ich wusste, dass das nicht halten würde. Aber das war mir egal, ich wollte ein bisschen kämpfen", genoss der Formel-1-Rookie diese Situation.

Über die Dauer des Rennens war er chancenlos gegen Lewis Hamilton sowie gegen Alex Albon im Williams, der auf einer alternativen Strategie mit Hards gestartet war. Sein viertes Punkteresultat in diesem Jahr bringt Bortoleto auf 18 Zähler und somit auf den 16. Rang in der Fahrer-Meisterschaft. Das liest sich ganz ordentlich für jemanden, der bis zum Österreich-GP Ende Juni noch punktelos war.

Nur ein Aspekt stört Bortoleto mit Blick auf seine Punkteresultate dann doch. "Immer, wenn ich Punkte holte, scheidet niemand vor mir aus", lamentierte er mit einem etwas verschmitzten Grinsen. Ganz so glückbefreit war er aber in Monza nicht. Immerhin taten ihm Antonelli und die Stewards mit der Strafe gegen den Italiener einen kleinen Gefallen, die Aston-Martin-Aufhängung am Auto von Fernando Alonso einen weiteren.

Der Mercedes-Pilot wurde bei seinem Heimrennen Zielscheibe von harter Kritik, und zwar von niemand geringerem als seinem Teamchef Toto Wolff - eigentlich ein großer Förderer von Antonelli. Was er genau sagte, könnt ihr hier nachlesen: