Von der Bruchlandung in Zandvoort zum Höhenflug in Monza: Die letzten Tage in Charles Leclercs Leben sind wie eine Achterbahnfahrt. Am Sonntag musste er nach der Kollision mit Kimi Antonelli von einem Hügel aus zusehen, wie der Niederlande Grand Prix ohne ihn zu Ende ging. Am Mittwoch stand er auf dem Mailänder Hauptplatz vor zig Tausenden jubelnden Tifosi.
Leclerc genießt die Liebe der italienischen Formel-1-Fans schon länger, trotzdem ist jedes Monza-Rennen magisch für ihn: "Es fühlt sich so an wie beim ersten Mal. Als Ferrari-Fahrer fühlst du dich überall besonders, der Rückhalt ist immer da. Aber in Monza ist das noch einmal anders."
Doch Ferrari geht nicht nur nach einem doppelten Ausfall, sondern auch mit einer bisher erfolglosen Saison ins Heimspiel. McLaren ist mit der Konstrukteurs- und Fahrerweltmeisterschaft bereits auf und davongerannt, eine Top-3-Platzierung in der WM für Charles Leclerc sieht unwahrscheinlich aus. Abgesehen von Lewis Hamiltons Sprint-Sieg in China stand 2025 noch kein Fahrer in Rot in einem Grand Prix auf dem obersten Podestplatz. Trotzdem ist Leclerc überzeugt, dass diese Saison die beste seiner Karriere ist.
Leclerc: "Ist schwer zu bewerten, wenn du im Nirgendwo fährst"
"Ich habe das Gefühl, dass ich im Moment meine beste Leistung zeige. Mein Ziel ist es, immer zu wachsen, und das habe ich im Vergleich zum Vorjahr getan. Ich fühle mich kompletter als Fahrer. Wir werden am Ende des Jahres sehen, aber ich würde die Saison sehr hoch werten", sagte Leclerc und fügte hinzu: "Das heißt nicht, dass ich mich nicht noch verbessern kann."
Für Leclerc überschattet die schlechte Performance des Autos seine guten Fahrleistungen. Der SF-25 hat mehrere Probleme auf der Strecke und bereitet sowohl Leclerc als auch Hamilton so gut wie jedes Wochenende Kopfschmerzen. "Es gibt fast kein Wochenende, an dem ich wegen eines Fahrfehlers Punkte verloren haben. Wir haben immer das Maximum herausgeholt, aber das ist schwer zu bewerten, wenn du im Nirgendwo fährst", spielte Leclerc auf den großen Pace-Unterschied zu McLaren an.
Besonders schwer tut sich der SF-25 in langen, langsamen Kehren - wie auch schon seine Vorgänger. Das Autodromo Nazionale Monza hat auch langgezogene Kurven - man denke nur an die berühmte Parabolica - doch im "Temple of Speed" ist nichts langsam. Das mag der Ferrari-Bolide schon mehr. "Ich hoffe, dass dieses Wochenende besser wird als Zandvoort. Wir werden nicht am gleichen Level sein wie McLaren, aber hoffentlich sind wir näher dran", betete der Monegasse, der 2025 bereits fünfmal auf dem Podium stand.
Aus Zandvoort nahm Leclerc nur zwei positive Sachen mit. Einerseits machte das Team von Trainings zum Qualifying einen großen Performance-Sprung. Andererseits kam er für sein Überholmanöver gegen George Russell ungeschoren davon. Dass es am Limit war, gab Leclerc zu, aber: "War nur ich schuld? Nein, das steht auch so in den Regeln. Wenn Dinge am Limit sind, dann gibt es immer gespaltene Meinungen, das ist in Ordnung. Aber ich bin glücklich mit dem Ausgang und mit meinem Überholmanöver. Ich fand es großartig."
Die ganze F1-Welt fand das Manöver großartig - auch George Russell. Doch seither kamen neue Beweise ans Licht und es stellt sich die Frage: Hätte es eine Strafe geben müssen? Die Details gibt es im Artikel, einfach hineinschauen!



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